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Zur Hagelkatastrophe vor 30 JahrenMünchner Sommernachtsalbtraum - die Eisbomben von 1984

von Karl Stankiewitz am 12.07.2014

Der Himmel des 12. Juli 1984 strahlt über Bayerns Hauptstad so blau und so klar wie in den ungewöhnlich warmen Tagen zuvor. Satellitenaufnahmen zeigen bis 17 Uhr keinerlei Wolkenbildung, danach aber ein plötzliches Hochschießen zweier Gewittersysteme über dem Bodensee. Eines davon bildet bereits Hagel und bewegt sich – fast schon wie 40 Jahre zuvor die alliierten Bomber-Schwärme - über den Ammersee nach München. Karl Stankiewitz erinnert sich.     » weiterlesen


Christian Stückls "Sommernachtstraum" in OberammergauAm Anfang dröhnt die Motorsäge

von Michael Weiser am 12.07.2014

Shakespeare mag er, der Christian Stückl. Wie sich derzeit im Passionsspieltheater Oberammergau zeigt. Dort inszeniert der Passionsspielleiter und Volkstheater-Intendant gerade einen anspielungsreichen, witzigen und auch abgründigen "Sommernachtstraum". Ein Tipp für schöne Sommerabende.     » weiterlesen


Cameron Carpenters "Orgelrevolution" in IngolstadtMit dem Spezialschuh Vollgas auf der Dampfwalze

von Michael Grill am 11.07.2014

Die kommende Sensation auf einem Markt, der bislang von Künstlern wie Lang Lang und David Garrett bedient wird, füllt bereits das große Stadttheater: Virtuosität und Ernsthaftigkeit paaren sich mit steiler Optik, die Klassik wird mal wieder auf die Bühne "für alle" geholt. Hier muss man zunehmend von Cameron Carpenter reden, der in Ingolstadt zeigte, dass er nun die Orgel vom Instrument zum Event upgraded - und das ist auch positiv zu verstehen.     » weiterlesen


Stefan Hunsteins großartige Installation "Gegenwart...!" in der PaulskircheAn der Grenze, auf der Schnittstelle

von Michael Grill am 03.07.2014

In der Paulskirche, wo die katholische Kirche der modernen Kunst gegenüber auffallend aufgeschlossen ist, gibt es jetzt eine Arbeit des Schauspielers und Fotokünstlers Stefan Hunstein zu erleben, die vor Jahren in Freising fast schon ein bisschen berühmt geworden war, und die nun möglicherweise die Chance auf einen festen Platz in München hat. Die Installation zeigt sieben Gesichter. Sie hat eine Intensität, der sich kaum ein Betrachter entziehen kann und die den riesigen neugotischen Kirchenraum erfüllt, obwohl sie im rechten Seitenschiff steht.     » weiterlesen


Auf den Spuren der Münchner Bohème des 19. Jahrhunderts im IsartalWo nicht nur der Buchenwald auf den blonden Liebling wartete

von Karl Stankiewitz am 25.06.2014

Einen Blick in das „Liebesnest der Weltliteratur“ will eine Ausstellung bieten, die am 27. Juni 2014 im Hollerhaus von Irschenhausen unter dem Titel „Heimweh nach draußen“ eröffnet wird. Die anzüglich-anspruchsvolle Bezeichnung gilt einer Reihe von Schriftstellern und Künstlern, die seit Ende des 19. Jahrhunderts im Isartal südlich von München, im heutigen Landkreis Wolfratshausen, einen Ableger der Schwabinger Bohème gegründet hatten. Eine Tradition, die wenig bekannt ist und nun neu belebt wird, nicht zuletzt durch einen rührigen Kulturverein im Bauerndörfchen Irschenhausen.     » weiterlesen


"Otello" von Rossini bei den Salzburger Pfingst-FestspielenZweiter Frühling beim Gipfeltreffen

von Volker Boser am 13.06.2014

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Steigerung der Besucherzahlen um 6 Prozent, dazu 96 Prozent Platzauslastung: Cecilia Bartoli hat es geschafft, als umtriebige Chefin den verblichenen Glanz des Salzburger Pfingst-Events kräftig aufzupolieren. Und das, obwohl sie in der zweiten Opern-Produktion der Festspiele gleich gegen drei Tenöre zu kämpfen hatte. Rossini macht es möglich. Denn in Neapel, wo 1816 die Uraufführung des „Otello“ stattfand, herrschte ein unüberbrückbarer Mangel an tiefen Männerstimmen.     » weiterlesen


"Niemandsland" von Dries VerhoevenMit den Kammerspielen zum Betroffensein ins Bahnhofsviertel

von Gabriella Lorenz am 13.06.2014

Wo ist Niemandsland? Da, wo Flüchtlinge in einem fremden Land ankommen und nicht heimisch werden dürfen, weil die deutsche Bürokratie sie jahrelang in Asylantenheime einsperrt und ihnen die Integration in den Alltag verwehrt. Das ist nicht die Meile südlich des Hauptbahnhofs, auf der man im neuen Stadtraum-Projekt „Niemandsland“ der Kammerspiele mit Kopfhörer einem Guide hinterher trottet.     » weiterlesen


Premiere von "La Cenerentola" bei den Salzburger PfingstfestspielenÄltliches Mädchen mit Selbstbewusstsein und Optimismus

von Volker Boser am 09.06.2014

Der Jubel ist selbst für Salzburger Verhältnisse ungewöhnlich Und als dann alle im "Haus für Mozart" das "Happy Birthday" auf Cecilia Bartoli anstimmen, die am Tag zuvor Geburtstag hatte, ist das so, als wolle man gemeinsam demonstrieren, wie sehr diese verschworene Pfingstgemeinde zusammen hält: an guten wie an schlechten Abenden.     » weiterlesen


München bekommt ersten Stolperstein für ein Opfer der Nazi-EuthanasieRotes Kreuz hieß - Tod

von Karl Stankiewitz am 21.05.2014

Am Donnerstag, den 22. Mai 2014, wird ein Gedenkstein für Max Sax, der am 30. Juli 1943 im Alter von 71 Jahren in der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar gestorben ist, in München feierlich gelegt. Max Sax starb, weil er im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms unter der Aufsicht der Pfleger und Ärzte verhungerte. Der Gedenkstein für Max Sax ist der 27. Stolperstein, der in München verlegt wird und der an die Krankenmorde erinnert, die aus historischer Sicht heute einhellig als „Probelauf für den Holocaust“ gesehen werden. Bisher mussten alle 27 Stolpersteine in München auf Privatgrund verlegt werden, da der Stadtrat 2004 eine Verlegung auf öffentlichem Gelände verboten hat. Das Thema wird heuer wieder Gegenstand einer Stadtratsvorlage sein.     » weiterlesen


Karl Stankiewitz über einen Aspekt deutscher HistorieDie Pfalz als bayerische Krim - 800 Jahre gemeinsame Geschichte, aber keine Aussicht auf Rückkehr

von Karl Stankiewitz am 07.05.2014

Jahrhundertelang war die Pfalz für Bayern ungefähr das, was die Krim für Russland war: ein exterritorialer, fruchtbarer, landschaftlich schöner Landesteil nicht ohne strategische Bedeutung. Es geschah im Frühjahr 1214, dass der später erdolchte Bayernherzog Ludwig der Kelheimer vom König und späteren Kaiser Friedrich II. mit der vormals welfischen Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt wurde, wie eine vom 6. Oktober datierte Urkunde im Landesarchiv Speyer besagt.     » weiterlesen


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