Kommentar zu Zukunft des Teams um den Puerto Giesing: Die Subkultur – ab ins (Stadt-) Museum

von Michael Grill

Das ist eine ganz große Sache für die offene Münchner Kulturszene und das Team um den Puerto-Giesing (ein Konglomerat aus den Veranstaltern vom "Kongress" und chromemusic.de sowie dem Puerto): Nach dem Ende des alten Giesinger Hertie als temporärem Kulturhafen soll es nun im fliegenden Wechsel weitergehen – im Stadtmuseum! Man reibt sich die Augen und liest es noch einmal: Wirklich im Stadtmuseum, wo man Coolness bislang für eine englische Rindersorte gehalten hat? Münchens bedeutendster Beitrag zur Clubkultur der letzten Jahre mutiert zum Stadtcafé de luxe?

Das klingt so schräg und seltsam, dass es letztendlich doch wieder sehr gut in die Welt von Zehra Spindler passt, der Puerto-Macherin.

Der Schritt von Giesings Höhen in die Räume am Rindermarkt ist aber für beide Seiten von unterschiedlichem Risiko: Ob die Szene Spindler ins Museum folgt muss sich erst noch herausstellen. Das Stadtmuseum hingegen kann eigentlich nur gewinnen: Es bekommt junges Publikum, es kann sich mit einer für München neuen Art der Museumsnutzung präsentierten und es macht aus Problemen der in den nächsten Jahren anstehenden Generalsanierung Chancen. Denn wenn im Stadtmuseum erst einmal der Umbau beginnt, gibt es dort noch viel mehr temporäre Nischen für kleine Puertos. Die Subkultur im (Stadt-) Museum – warum nicht?

Veröffentlicht am: 06.12.2010

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horst
06.12.2010 12:36 Uhr

also ...subkultur ist was anderes

kurt
06.12.2010 15:35 Uhr

Ich muss bei Vollzug immer an S-Bahn denken. Im Gegensatz zu den Kulturkurzzügen um uns herum.

War mal jemand von Euch beim MVV?

Michael Grill
06.12.2010 16:03 Uhr

Sehr geehrter Dorfkramer,

der Kulturvollzug ist eine unabhängige journalistische Einrichtung. Aus meiner viermonatigen Sprechertätigkeit für das Bayerische Wissenschaftsministerium im Jahre 2004 eine bestimmte Haltung herauslesen zu wollen, ist eine sehr eigenwillige Logik, die auf ihren Urheber zurückfällt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Grill

Florian Haamann
06.12.2010 16:06 Uhr

Lieber Dorfkramer,

schön, wenn man es sich so einfach machen kann.

Ich finde es ja gradezu grotesk, dass Sie, als ehemaliger Regierungsinspektor, oder wie Sie es in ihrem Blog schreiben, Eintreiber von Steuerforderungen, behaupten, an einer früheren Stellung könne man das "Gedankengut" eines Redakteurs ablesen...

Sowas gibt es aber wohl leider überall. Behaupte ich mal.

Florian Haamann
06.12.2010 16:35 Uhr

Lieber Kurt,

ich kann dich beruhigen, keiner von uns war jemals beim MVV beschäftigt :)

Puerto Giesing
06.12.2010 16:39 Uhr

Zu Klarstellung: Das Programm wird von verschiedenen Teams unter der Federführung von "Der Kongress" organisiert, das Puerto Giesing Team ist da nur ein Teil davon, der seinen kulturellen Part einbringt wie z.B. (angedacht) Nerd Nite, Performances, Lesungen etc.

Michael Grill
06.12.2010 16:55 Uhr

@ Kurt + Kollege Haamann:

Ich habe aber eine MVV-Isarcard im Abo. Ist das problematisch?

rainer eimer
09.12.2010 15:31 Uhr

Interessant ist doch, warum sich kulturelle Einrichtungen für neue und potentiell innovative Projekte die üblichen Verdächtigen der Partyszenerie anlachen. Da ist Zehra Spindler ja noch die (sub)kulturellste.

München hätte sicher mehr zu bieten, wenn man sich die Mühe machen würde, sich wenigstens annähernd umzusehen.

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