Die neue goldene Fassade des Lenbachhauses: Enthüllt und für gut befunden

von Achim Manthey

Aufbruch in goldene Zeiten am Lenbachhaus (Foto: Achim Manthey)

Nach fast dreijähriger Bauzeit und ein gutes Jahr vor der geplanten Wiedereröffnung im Frühjahr 2013 ist nun der neue Blick auf einen Teil des Lenbachhauses frei. Neues Goldstück für München oder nur Fassade?

Noch ist da Baustelle, aber es glänzt schon einmal heftig golden am Anfang der Brienner Straße. Nach den Entwürfen der Architekten Forster und Partner hat das Lenbachhaus einen An- und Aufbau erhalten, der zukünftig den Hauptzugang über den Museumsplatz vor den Propyläen bilden wird. Die Besucher sollen über eine neu gestaltete Halle, an die sich Lesesaal, Museumsladen, Café und Restaurant anschließen, in das Reich der Bilder gelangen. Das Zentrum wird weiterhin die Lenbachsche Villa bilden.

Neu auf Alt, von der Richard Wagner Straße aus (Foto: Achim Manthey)

Das ist immer noch  Zukunftsmusik. Die neue Fassade allerdings, die nun zur allgemeinen Ansicht freigegeben ist, macht neugierig. Der Anbau fügt sich nahtlos an den Altbestand an. Die metallene Fassade erinnert mit ihren Absetzungen im ersten Moment schon sehr an die Sammlung Brandhorst, und ist doch eigen in ihrer Goldfärbung. Zur Richard-Wagner-Straße hin sind Teile der Lenbachvilla in den Anbau integriert, ohne dass sie ihren eigenen Charakter verlieren würden.

Die Farben von toskanischem Ocker und goldenem Aufbau harmonieren. Das, was jetzt zu sehen ist, macht neugierig auf das Endergebnis. Es könnte ein gelungenes Beispiel für die Kombination von Tradition und Moderne werden. Ein Blickfang ist es heute schon.

Veröffentlicht am: 27.02.2012

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Elisabeth Noske
29.02.2012 21:12 Uhr

Ausstellung Egon Schiele \\\"Das unrettbare Ich\\\" verlängert bis 4. März 2012 im Kunstbau

Es macht sich offenbar gut, das Werk des früh verstorbenen Egon Schieles einseitig als erotischen Zeichners (oder als Spiegel seiner Biographie - welche gute Kunst ist das nicht auch ein Stück?) zu verkaufen. Dabei wird übersehen, dass der Künstler ein großartiges Werk

zum Menschenbild seiner Zeit geschaffen hat.

Eine Auswahl Schieles Grafiken aus der Albertina Wien sind unter dem Titel \\\"Das unrettbare Ich\\\" im Kunstbau des Lenbachhauses noch bis 4. März (Freita, 2. März bis 24 Uhr geöffnet) zu sehen.

Egon Schiele verstarb im Alter von 28 Jahren an den Folgen einer sogen. \\\"spanischen\\\" Grippe. Der junge Künstler zeichnet hauchzarte Porträts und lotet dabei wie ein Seismograph die Leiblichkeit des Menschen aus (Was bedeutet es einen Körper zu haben, Körper zu sein - mit allem Drum und dran) und reflektiert das Sehen selbst in seinen Äußerungsformen als etwas Kostbares keineswegs Selbstverständliches.

Wer sich auf die Augen-Blicke der Porträtierten einlässt und den Blickrichtungen mit den eigenen Augen nachzugeht, kann entdecken, dass Egon Schiele ein ganzes Vokabular des Sehens erfasst hat. Gewitzt sind auch die Modelle, die den Voyeur \\\"schräg\\\" in Blick nehmen ... (und ihm oder \\\"etwas\\\" spiegeln!)

Leider wurde auch auf dem Katalog mit dem ausgewählten Titelbild das Schiele-Vorurteil neu zementiert. Gewählt wurde eines von zweien, das der Besucher als \\\"schlüpfrig\\\" empfinden könnte unter den zahlreichen Zeichnungen zum \\\"Menschen/Frauenbild\\\" der damaligen Zeit.

Die Katalogtitelbildwahl führt auf allzu enge Gleise.

Viele unterschiedliche Typen sind zu sehen traurige und leere Kindergesichter wie Liebespaare oder Porträts von Freunden.

Ein sehr viel differenzierteres und feineres Werk als bisher oft dargestellt!!!

Elisabeth Noske

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