Archiv

Münchner Allerlei

Marke Oberammergau: Christian Stückl zeigt 2011 im Passionstheater einen „Joseph“ frei nach Thomas Mann

von kulturvollzug am 01.01.2011

  Als er 1990 zum ersten Mal die Passionsspiele leitete, wollte er junge Darsteller. Das sei am schwierigsten durchzusetzen gewesen, verrät Christian Stückl. Seitdem hat der Regisseur und Intendant des Münchner Volkstheaters sich beharrlich den Oberammergauer Bühnennachwuchs herangezogen und  ihn vor seiner dritten Passions-Inszenierung 2010 schon in anderen Stücken erprobt: 2005 in „König David“, 2007 in „Jeremias“, 2009 im „Pestspiel“. Aus dieser Praxis soll nun eine Institution und auf lange Sicht ein Festival werden. Stückl will künftig jedes Jahr im Passionstheater eine hauseigene Aufführung zeigen. 2011 wird am 15. Juli „Joseph und seine Brüder“ nach der Roman-Tetralogie von Thomas Mann Premiere haben.     » weiterlesen


Gastrokritik zum Restaurant Outland: Zäh-weiches Reptil mit Identitäts-Problem

von Michael Grill am 01.01.2011

Die Faszination australischer Lebensart ist ungebrochen: Ist dort nicht alles ursprünglicher, herzlicher? Mitten in Haidhausen gab es einen Ableger von „Down Under“ – das Outland, früher mit Schmuddel-Charme, jetzt frisch renoviert.     » weiterlesen


Heute Kinder wird’s was geben: Die großartigen und lustigen Bubentraum-Träumer Fischli und Weiss in der Sammlung Goetz

von Michael Grill am 28.12.2010

Es ist und bleibt etwas mühsam, zur Kunst zu kommen, wenn sie sich in der Sammlung Goetz befindet. Das ehrgeizige Privatmuseum an der Oberföhringer Straße ist mit dem öffentlichen Verkehr nur unter größeren Verrenkungen zu erreichen; außerdem sollte man angemeldet sein, wenn man die Klingel zum Tor an dem Grundstück an der alten Isarhangkante drückt. Wer das alles auf sich nimmt, weiß was er sehen will und warum er das tut: In der Sammlung Goetz gibt es oft herausragende, kompakte Werkschauen zu sehen – enttäuscht wird man dort so gut wie nie. So auch bei der aktuellen Einzelausstellung des Schweizer Kunst-Duos Peter Fischli und David Weiss.     » weiterlesen


Vier Heilige Drei Könige bringen christliche Jazzfreude: Das Andy-Lutter-Quartett mit Weihnachtsliedern in der Unterfahrt

von kulturvollzug am 27.12.2010

Der Andy Lutter hat immer ein bisschen den Valentin-Schalk. Er stellt die Band am Vorabend von Weihnachten als „ganz famose Band aus Haidhausen mit einem Hasenbergler“ vor. Schon da deutete sich ein gewisses Spannungsverhältnis von drei gegen vier an, gemeint ist natürlich in musikalischer Hinsicht, nicht in menschlicher. Alex Haas, der meistens gebeugt über den hohen Lagen des Kontrabasses hing, grinste immer, wenn er aufblickte. Sunk Pöschl am Schlagzeug, wie immer stark unter Spannung, fletschte die Zähne wie bei einem sehr heißen Aufguss in der Sauna. Uli Wangenheim stand entrückt wie ein wachender Engel an Tenorsaxophon und Bassklarinette, und Andy Lutter arbeitete stoisch an Monk-artigem Tastenfunk.     » weiterlesen


Advents-Kultur im Viertel: Die Installation an der Deutschen Eiche – das Weihnachts-Special des Kulturvollzugs

von Michael Grill am 24.12.2010

Ob der Weihnachtsmann oder das Christkind besser die Advents-Kultur repräsentieren, sei hier einmal dahingestellt. Wichtel allesamt, kommerziell missbraucht, mag man denken. Und dann immer das Weihevolle, Würdetriefende, Heiligernste dieser Zeit. In der der Handel seinen größten Umsatz macht, sowohl mit Unterhaltungselektronik wie mit Eherettungsdessous. Hat das noch etwas mit Freude, gar mit Kultur zu tun?     » weiterlesen


Unwort des Jahres! Die Subkultur zwischen Gehabe und Partyblitzkrieg - eine Münchner Debatte

von kulturvollzug am 23.12.2010

Horribile dictu: In München gibt es eine Subkultur-Debatte. Ausgehend vom Ende des Puerto Giesing und einer neuen Veranstaltungsreihe im Stadtmuseum (wo, wie sich angedeutet hatte, das Macher- und Macherinnen-Team gerade auseinander gebrochen ist) blickt man neu und bilanzierend auf ein für die Stadt ungewohntes Thema. Der Kulturvollzug hatte mehrmals berichtet; unter anderem gab es ein selbsterklärtes Pamphlet von Jörg von Brinken. Hier nun ein neuer Anlauf auf das "Sub", von Kulturvollzug-Mitarbeiter Michael Wüst. (gr.)     » weiterlesen


Noch fünf Jahre Kultfabrik: Die Frist für das Kultur- und Partyareal wird abermals verlängert – einige Teile sollen sogar für immer bleiben

von Michael Grill am 17.12.2010

Schon oft wurde gebangt ums große Vergnügungsviertel hinter dem Ostbahnhof: Seit 1996 die alte Fabrik zur Kartoffelverarbeitung aufgegeben und mit dem Kunstpark Ost (heute Kultfabrik) ein Gelände für Kultur, Veranstaltungen und Remmidemmi eingerichtet worden war, gab es immer nur Genehmigungen auf Zeit. Inzwischen hält das Provisorium schon 14 Jahre - doch zum 31. Dezember enden die aktuellen Verträge. Jetzt ist klar: In der Kultfabrik gehen mit dem Jahreswechsel weder die Diskokugeln noch die Gitarrenverstärker aus.     » weiterlesen


"Leider nicht richtig durch die Medien gegangen": Zum Dauer-Gezicke rund um die Puerto-Stadtmuseum-Sache

von Michael Grill am 15.12.2010

Das absurde Theater um die Frage, wie man die frisch errichtete Kultur- und Party-Location im Stadtmuseum zu bezeichnen habe, hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Am heutigen Nachmittag (15. Dezember 2010) äußerte Puerto-Giesing-Macherin Zehra Spindler live im Radiosender M94,5, die neuen Veranstaltungen im Stadtmuseum hätten „mit Puerto Giesing wenig bis gar nichts zu tun“. Das erstaunt insofern, weil Zehra Spindler selbst sich zuvor teilweise völlig anders geäußert hatte. Außerdem fordert sie Differenzierung ein. Die sie selbst am wenigsten zu leisten bereit ist.     » weiterlesen


Ringelspiel am Resi: Jens-Daniel Herzog scheitert mit seiner klinisch-sterilen Inszenierung von Arthur Schnitzlers Drama "Der einsame Weg"

von kulturvollzug am 15.12.2010

„Et in Arcadia ego“ steht an der Wand geschrieben, über dem Hausaltärchen für die gerade verstorbene Frau des Kunstprofessors Wegrat. Arkadien ist kein irdisches Paradies wie Goethes Italien, sondern ein vielleicht seliges Jenseits. Dieses Memento mori, das der italienische Barockmaler Guercino unter einem Totenkopf verewigte (Poussin variierte es wenig später in zwei Gemälden), gilt wohl für alle Personen in Arthur Schnitzlers Drama „Der einsame Weg“. Jens-Daniel Herzogs klinisch-sterile Inszenierung im Residenz Theater stellt das Motto aber nur plakativ aus, ohne es emotional einzulösen. Wäre da nicht Rainer Bock als stilles Kraftzentrum, müsste man die Aufführung schlichtweg als missglückt abhaken.     » weiterlesen


Stadtmuseum besteht Feuerprobe: Großer Andrang bei der ersten Party als Puerto-Giesing-Nachfolger

von Michael Grill am 10.12.2010

Der Eingang wurde von Verzweifelten belagert, die nicht auf der Gästeliste standen und vergeblich Einlass begehrten, reichlich Security sicherte die Türen, und drinnen tanzten 400 Menschen vor gefühlt ebenso vielen Rauchverbotsschildern: Die erste als Party organisierte Nacht im Stadtmuseum von Donnerstag auf Freitag war eine Premiere, bei der noch viel ausprobiert wurde. Denn nie zuvor hatte sich die Kultureinrichtung auf diese Art für ein neues Publikum geöffnet.     » weiterlesen


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