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Uwe Eric Laufenbergs Parsifal in BayreuthViel hilft viel auf der Nahost-Expedition

von Christa Sigg am 18.08.2016

Am Ende löst sich alles auf. Amfortas, Kundry – überdimensional wird ihr sieches Antlitz für einen kurzen Moment auf die Bühne geblendet, um sogleich im Diffusen zu verschwinden. Selbst die Totenmaske Richard Wagners erscheint in dieser Trias der von Leid und Verdammnis Befreiten. Eine Spur Überheblichkeit darf man da ruhig unterstellen, Regisseur Uwe Eric Laufenberg, der vor anderthalb Jahren für den geschassten Jonathan Meese eingesprungen ist, wollte den Parsifal nach all dem betörenden Ballast der letzten Produktionen aufs Eigentliche zurückführen: den religiösen Gehalt. Doch erlöst wurden weder das Bühnenweihfestspiel, noch der Komponist.     » weiterlesen


Das Europäische Künstlerhaus in Freising zeigt Kunst von syrischen KünstlernAuf der Suche nach Identität

von kulturvollzug am 16.07.2016

In den vergangenen elf Jahren hat sich der Schafhof in Freising als Begegnungsstätte europäischer Künstler einen Namen gemacht, nun überschreitet er mit der Ausstellung „Transfer > Syrien“ seine selbst gesteckten Grenzen. Er eröffnet damit Einblicke in die zeitgenössische Kunst eines Landes, das derzeit vor allem wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen in aller Munde ist. Ein wesentlicher Aspekt für dieses Projekt ist die Sensibilisierung der Besucher für die Flüchtlingssituation.     » weiterlesen


Stadtteil-Tour zu neuen Projekten eines sozial-ökologischen MünchensVom Holler beim Fräulein bis zur Insel am Marienplatz

von Karl Stankiewitz am 24.06.2016

Wir stehen am Südeingang des Englischen Gartens. Nebenan bieten die Eisbachsurfer ihr ganzjährig gut besuchtes Spektakel. Ringsum vier Ausstellungshäuser. Doch nichts davon interessiert unseren Stadtführer. Vielmehr geleitet Max Zeidler die kleine Gruppe zu einem unscheinbaren Holundergewächs am Wegrand. Fragende Augen. Da zieht der Max aus seiner roten „Stattreisen“-Tasche einen bunten Internet-Ausdruck, auf dem unser Bäumchen mit einem roten Icon auftaucht. Die Karte stammt von „mundraub“.     » weiterlesen


Vollrad Kutscher und Richard Thieler im Freisinger SchafhofLeuchtende Werke

von kulturvollzug am 27.04.2016

Licht ist Energie und macht die Dinge erst sichtbar. Diese schlichte Tatsache kommt selten so markant wie in der aktuellen Ausstellung im Schafhof in Freising zur Geltung. Ohne Strom nämlich wäre dort rein nichts zu sehen und somit avanciert diese Präsentation flugs zu einer Chiffre für unsere Abhängigkeit. Um dies zu visualisieren hat Eike Berg zwei namhafte deutsche Künstler eingeladen, die sich mit dem Thema Identität beschäftigen - womit ihre Arbeiten sich zudem in das Jahresthema des Hauses einfügen. Obendrein reflektieren beide das Phänomen Kino, was in einer kinolosen Stadt wie Freising freilich von besonderer Bedeutung ist. Im Schafhof gibt es regelmäßige Filmvorstellungen - ein Grund mehr für diese Ausstellung an diesem Ort.     » weiterlesen


Ugo Dossi in der Regensburger Galerie "Artaffair"Ein feines Grinsen der Götter

von Michael Wüst am 22.04.2016

Ugo Dossi zeigt derzeit Arbeiten von 1976 bis 2016 in der Regensburger Galerie "Artaffair". In den Räumen der ehemaligen Privatkapelle in der Nähe des bedeutendsten Doms der süddeutschen Gotik nehmen sich die Arbeiten Dossis, eingebettet in die gotischen Spitzbögen, kongenial, geradezu konspirativ aus. Er selbst bezeichnet sich als Schmuggler des Unbewussten.  Was er schmuggelt, sind Reanimationen des im Konstrukt der Geschichte schlummernden Wissens und Ahnens.     » weiterlesen


Berlinale-Auftakt mit "Midnight Special" von Jeff NicholsMix aus Paranoia-, Thriller- und Familienfilm

von kulturvollzug am 15.02.2016

Mit 66 Jahren... da fängt das Leben an... Ob trotziges Seniorentum à la Udo Jürgens auf die Internationalen Filmfestspiele von Berlin passt, auch wenn die Berlinale heuer ihren 66sten feiert? Welchen Jahrgang an Filmen diese Schnapszahl wohl hervorbringt? Kopfweh-lastiges oder Feier-Filme? Wir werden sehen. Bis zum 21.2.2016 grassiert auf jeden Fall wieder das Filmfieber in der Hauptstadt. Am Donnerstagabend stand schon mal ein erstklassiger Eröffnungsfilm auf dem Programm: Die vierfach Oscar-dekorierten Coen-Brüder hatten ihre satirisch-überdrehte Hommage an das klassische Hollywood-System der „Goldenen Ära“ der 1940er und 1950er Jahre („Hail, Caesar!“) im Gepäck: Ein absoluter Hit, der Kritiker- wie Publikumsherzen im Sturm für sich gewinnen konnte und zugleich ein seltener Fall.     » weiterlesen


Karl Stankiewitz über die Einführung der Redoute vor 300 JahrenWie der Fasching in München entstand

von Karl Stankiewitz am 08.02.2016

Ob Max Emanuel die Idee vom Carneval in Venedig oder von seinem langjährigen Exil in Frankreich heimgebracht hatte, ist noch nicht erforscht worden. Jedenfalls erwähnt die Stadtchronik im Jahr 1716 die erste „Redoute“ in der Residenz des an Lust und Luxus gewohnten „Blauen Kurfürsten“, der zehn Jahre später an einem Magenleiden starb. Wenn das Datum stimmt, dann wird die Hochform des Münchner Faschings jetzt genau 300 Jahre alt.     » weiterlesen


Zum 85. Geburtstag des Bildhauers Martin MayerMit Gottvertrauen und üppigen Feen

von Christa Sigg am 28.01.2016

Seinen Keiler vor dem Jagdmuseum in der Münchner Fußgängerzone kennt jedes Kind. Auch den Franziskus oder die dralle Olympia. Am 16. Januar 2016 wurde der Münchner Bildhauer Martin Mayer 85 – ein Besuch bei ihm in der Borstei. Die eine räkelt sich ungezwungen am Boden. Zwei andere gucken Löcher in die Luft. Dazwischen öffnet eine Mollige verträumt die angewinkelten Beine, während einem die nächste ihr herrlich ausuferndes Gesäß entgegenstreckt. Ein bisschen wie in Ingres‘ „Türkischem Bad“ geht es hier zu. Nur sitzt der Pascha mittendrin: Martin Mayer lächelt, und seine durchdringenden blauen Augen leuchten herausfordernd. So viele Frauen – das macht ihm so schnell keiner nach.     » weiterlesen


Schauspieler Walter Sedlmayr wäre jetzt 90 Jahre altDer Paradebayer

von Karl Stankiewitz am 07.01.2016

Neunzig Jahre eines unsteten Lebens voll scheinbarer Erfolge lägen jetzt hinter ihm. Ein Vierteljahrhundert lang gehörte er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Aber nie hatte er eine tragende Rolle bekommen. Eigentlich war er auch gar nicht beliebt unter seinen Kollegen. Ihnen war der füllige, oft herumnörgelnde, etwas verklemmte, am 6. Januar 1926 in München geborene Kleindarsteller, der es gerade mal zum Zuhälter in der „Dreigroschenoper“ und zu Nebenrollen im Heimatfilm brachte, immer ein bisschen zu patzig, wohl auch zu hinterfotzig. Dass ihn jedoch eben diese Eigenschaften einmal zum Star machen sollten, konnte damals niemand ahnen.     » weiterlesen


Bonn und München feiern das Werk der Konzeptkünstlerin Hanne DarbovenDoppelte Hommage an die Maximalkunst einer grandiosen Anachronistin

von Christa Sigg am 06.01.2016

Wo soll man eigentlich anfangen? Einfach mittendrin in diesem Raster-Meer gerahmter Seiten? Sitzt womöglich im Detail die Erklärung? Und was ist überhaupt der Sinn dieser dauernden Überbordung? Man könnte hier leicht ungehalten werden. Und ratlos. Ratlos vor allem, wenn man sich dem Werk Hanne Darbovens (1941-2009) mit den üblichen Erwartungen nähert und das Ganze kapieren, durchdringen, eine Botschaft aus dieser – nennen wir’s ruhig – Zumutung herausfieseln will.     » weiterlesen


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