Viertel
Gastrokritik zum Lokal Max Pett: Kulinarischer Kirchentag
Der Veganer hat's nicht leicht im Leben, ständig muss er erklären, dass er kein Spielverderber ist und in der Welt ohne Fleisch und Milch auch mal gelacht wird. Vielleicht liegt das daran, dass der Anteil der Niemals-Lacher unter ihnen tatsächlich besonders hoch ist? Wie auch immer, im veganen Max Pett geht man sogar noch einen Schritt weiter: Kein Alkohol, nicht mal im Wein, denn schließlich war ja schon Namenspatron Max Pettenkofer, der Gesundheits-Professor des 19. Jahrhunderts, Münchner Vorsitzender des „Vereins gegen den Missbrauch geistiger Getränke“. Er starb, wie sogar in der Speisekarte masochistisch vermerkt wird, 1901 durch Suizid. Noch Fragen? » weiterlesen
Gastrokritik zum Restaurant Outland: Zäh-weiches Reptil mit Identitäts-Problem
Die Faszination australischer Lebensart ist ungebrochen: Ist dort nicht alles ursprünglicher, herzlicher? Mitten in Haidhausen gab es einen Ableger von „Down Under“ – das Outland, früher mit Schmuddel-Charme, jetzt frisch renoviert. » weiterlesen
Straßenräuber, Frackträger, Wandbekanntschaften - ein witziges Büchlein über Street-Art
Roy Hessing und Jörg Ankermüller haben in der Glockenbachwerkstatt ihr Buch "Munich Street Art - Eine Straßen-Safari" vorgestellt. » weiterlesen
Gastrokritik zum Restaurant Incontro: Münchens Geheimtipp im Härtetest
Eine Geschichte wie ein Gastro-Märchen: Zwei Brüder aus Apulien übernehmen eine kleine Sportgaststätte im Niemandsland zwischen Waldfriedhof und Südpark, die Oma bringt die selbstgemachten Nudeln über die Alpen – und plötzlich geht die Kunde vom besten Geheimtipp Münchens durch die Stadt und manche sehen einen neuen Stern am Gastrohimmel. Kann das wahr sein? » weiterlesen
Im Kampf gegen „Substanzapostel“: Denkmal-Chef Petzet will Münchens alte Dorfkerne vor falscher Ideologie schützen
Er ist ganz offensichtlich weiterhin in großer Sorge um das alte München: Michael Petzet, Präsident des Deutschen Nationalkomitees von Icomos und damit Deutschlands oberster Denkmalpfleger, kämpft um den Erhalt der historischen Dorfkerne in den Stadtvierteln. Diese sollen nach den Vorstellungen des Landesamtes für Denkmalpflege radikal von der Liste der schützenswerten Ensembles gestrichen werden, weil ihre historische Substanz oft nicht mehr original ist, sondern wiederaufgebaut oder verändert wurde. Bei der „Gesprächsreihe zur Stadtbaukultur“ mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk im Literaturhaus sagte Petzet: „Ich habe das finstere Gefühl, dass hier nichts Gutes angerichtet wird.“ » weiterlesen
Gastrokritik zum Restaurant Zur Flosslände: Esoterik-Tempel mit Vollbeschallung
Die Isarauen zwischen der Anlandestelle am Flusskanal und dem Naturbad Maria Einsiedel haben durchaus etwas von einer verwunschenen Traumlandschaft. Und tatsächlich: Da steht ein Schlösschen, in dem es Augustiner gibt. Doch gutes Bier reicht natürlich nicht für eine Wirtschaft, die „Restaurant & Isarlounge“ sein will. Die „Flosslände“ hatte jahrelang ihre begeisterte Fangemeinde im Münchner Süden. Vor einiger Zeit gab es einen Pächterwechsel – das macht neugierig, was aus dem Haus geworden ist. » weiterlesen
Wie St. George zu St. Willibrord wurde
Der Stadtgänger staunt nicht schlecht, als er sich unweit des Sendlinger-Tor-Platzes in ein Dorf in Cornwall versetzt fühlt. » weiterlesen
Karl Moor und seine Räuber wüten durch Haidhausen
In Haidhausen inszeniert das Laientheater Johann Baptist Schillers Räuber. Mehr als ein Jahr hat sich das Ensemble vorbereitet. Bei der Premiere konnte man sehen, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hat. » weiterlesen
Von der Faszination der Heißtrubentfernung: Die Besserwissi-Parade Nerd Nite wird immer beliebter und füllt locker den Puerto Giesing
Die Liste der menschlichen Torheiten ist fast unendlich, weil doch jeder irgendwie einen Spleen hat, sein Steckenpferd reitet oder sonstwie sein Ding macht, und sei es auch noch so abseitig. Und wir gucken uns auch gerne gegenseitig zu, wenn der andere erzählt, was er alles über parasitäre Vögel weiß, über die Kulturgeschichte der Kanaldeckelreinigung oder das Balzverhalten der Kellerasseln. Der Nerd, also die in den frühen 70ern entstandene Lebensform des jungen, schrulligen Intellektuellen, ist gerade ein bisschen in Mode, nicht nur weil Mark Zuckerbergs Lebensgeschichte ins Kino kommt. Und die Nerd Nite ist ein echter Trend, wie man in Münchens noch wenige Wochen existierenden Subkultur-Kaufhaus sehen konnte.
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Nur ein Audioguide mit Webseite zu Münchens NS-Geschichte oder doch mehr? Zur Diskussion um Michaela Meliáns Memory Loops
Um es zynisch zu sagen: Gedenken hat endlich Konjunktur in München. Nach Jahrzehnten des Verdrängens arbeitet die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ ihre braune Vergangenheit auf. Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus wird neu gestaltet, das zentrale NS-Dokumentationszentrum ist kurz vor Baubeginn. Und ab sofort hat auch der virtuelle Raum ein Eckchen des Erinnerns: Die Memory Loops der Künstlerin Michaela Melián. So eine Gedenkstätte gab es noch nie. Aber ist sie deshalb besser als alle anderen? » weiterlesen

