Archiv

Viertel

Surreales Schweben mit "Santa Sangre oder Das Schwert des Damokles" in der Schauburg

von Gabriella Lorenz am 06.05.2011

Der Elefant ist tot. Man singt ihm ein Abschiedslied und stellt eine kleine Gips-Figur von ihm auf. Aber wie soll's ohne diese Attraktion weitergehen mit dem Wanderzirkus? Der Direktor schleudert verweifelt seine Messer auf rote Herzen, die Hochseil-Diva zickt, nur der Zauberer sorgt mit dem Besen und unerschütterlicher Gelassenheit für Ordnung. Auf dem schmalen Grat zwischen Lächeln fürs Publikum und Zoff hinter den Kulissen balanciert     » weiterlesen


Männer sitzen im Nirgendwo

von Achim Manthey am 05.05.2011

In der Ausstellung "Panta Rhei - gemalte Fotografie" zeigt die Galerie Eva Tömmel in München Arbeiten von Margret Paal. Zwei alte Männer im Dialog. Freunde, Vertraute, wie es scheint. Worauf immer sie sitzen, ist nicht zu erkennen auf dem Bild. Alles, was überflüssig scheint, ist elimeniert. Sitzmöbel, Umwelt würden nur ablenken von der Konversation der Greise. Das 2009 entstandene Bild "GlaubeKunstSelbstherrlichkeit" zeigt drei Männer, wohl in einer Hotellobby, Geschäftsreisende, sprachlos, wortlos, die Gesichter nicht erkennbar, anonymisiert. Auch sie sitzen bindungslos in der Leere, hängen ebenso in der Luft wie Glas und Aschenbecher. Nichts lenkt ab von der Trostlosigkeit der Szene.     » weiterlesen


Materialschlacht um den Nazi-Opa: Raphael Dwingers "Nestbeschmutzung"

von kulturvollzug am 01.05.2011

Opa war ein Nazi. Es gibt heute kaum jemanden in Deutschland, der das nicht über seine Vorfahren sagen müsste. Der 24-jährige Münchner Schauspieler Raphael Dwinger hat den toten Großvater, den er nie persönlich traf, in den Bücherregalen des Elternhauses sogar jederzeit präsent: Edwin Erich Dwinger (1898 - 1981) war einer der erfolgreichsten Schriftsteller in Weimarer Republik und Nationalsozialismus. Heute wird der kurz nach dem Krieg als „Barde der Baltikum-Kämpfe und der sibirischen Kriegsgefangenschaft“ gehandelte Autor nur noch auf dunkelbraunen Internetseiten lobend erwähnt. Der Enkel ging zusammen mit dem Regisseur Tobias Ginsburg Fragen nach wie     » weiterlesen


Auf dem Weg nach Utopia

von Michael Wüst am 26.04.2011

    In einer der beschaulichsten Ecken der Maxvorstadt, neben dem Studio Isabella Kino, hat vor einem Monat der "Kunstsalon Irkutsk," ein „Abendbistro für franko-slawophiles Trinkvergnügen“, eröffnet. Ein Beitrag zur Geselligkeitskultur war nun am Karfreitag eine kleine Ausstellung mit dem Thema "Kreuzigung – Utopie". In einer Diskussionsrunde folgte:  „Utopia? Wo? Wohin bewegt sich unsere Gesellschaft?"     » weiterlesen


25 Osterspaziergänge

von Achim Manthey am 22.04.2011

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick", lässt Goethe seinen Faust beim Osterspaziergang sinnieren. Sollten Sie bei dem angekündigten schönen Wetter an den kommenden Feiertagen ähnliche Anwandlungen spüren, hätten wir einen Tipp: Besuchen Sie doch mal die Münchner Stadtbäche oder was davon übrig ist.     » weiterlesen


Nackert im Wohnklo

von Achim Manthey am 17.04.2011

Die Micheko Galerie in München zeigt in der Ausstellung "Home from Home" 17 Bilder der Fotografin Satomi Shirai.     » weiterlesen


Genähte und verlassene Landschaften

von Achim Manthey am 14.04.2011

Unterwegs in der Maxvorstadt in München. Im Umfeld des Kunstareals zeigen kleine Galerien ambitionierte Fotokunst. Wir stellen zwei Beispiele vor.     » weiterlesen


Eher Aussackeln als Schenkelklopfen: Zum Soloabend des Pracht-Schwabingers Michael Sailer

von Michael Grill am 06.04.2011

Wenn man einem Besucher aus einer fernen Galaxie oder gar aus fremden Welten wie Osterholz-Scharmbeck, Haßloch oder Giesing erklären sollte, was ein Schwabinger ist, dann müsste man ihm den Sailer Michi zeigen. Im Vereinsheim an der Occamstraße ist er fester Bestandteil der Schwabinger Schaumschläger - und er verkörpert auch sonst den alten Schwabylonischen Geist aus entspanntem Bohemien und aufsässigem Intellekt. Am einschlägigen Ort nun also sein erstes Solo-Programm „So ein Schmarrn“ in „Weltzweitauffühung“.     » weiterlesen


Hauptsache, das Spiel läuft: Der Maler Dirk Sommer und der Sprachkünstler Marcel Reif bei Boffi

von Michael Grill am 03.04.2011

Die intellektuelle Neigung, im Fußball ein Abbild des Weltenlaufs erkennen zu wollen, ist ebenso wie die kulturelle Überhöhung der Kunst der Küche eines der schönsten Phänomene der letzten Jahre. So ist es geradezu logisch, wenn eine italienische Nobel-Firma für Küchen und Bäder in ihren Räumen Kunst und Fußball zusammenbringt und einen Maler mit einem Sportmoderator diskutieren lässt. Bei Boffi an der Nymphenburger Straße sollten Emotion und Genuss verschmelzen. Leider war aber der Inhalt der Debatte dürftig.     » weiterlesen


Gastrokritik zur Menterschwaige: Von aufgebrezelten Aufschneidern und dampfenden Gedichten

von Michael Grill am 03.04.2011

Die Menterschwaige wusste schon König Ludwig I. zu schätzen, allerdings hatte der mit Lola Montez im nahen Hofschmied-Häuschen anderes im Sinn als den Genuss von Bier und Brezn. Der ehemalige Reitstall neben dem berühmten Biergarten ist in unserer Zeit der sinnliche Mittelpunkt des schönen Areals, zumindest im Sinne von Speis' und Trank. Die Wirtsfamilie Schottenhamel hat ihn zu Jahresbeginn renoviert und die Karte neu ausgerichtet. Wer früher schon mal da war,     » weiterlesen


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