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München Ost

„Das darf nicht nur ein Feigenblatt sein“: Künstler Wolfgang Flatz über den Trend zu kulturellen Zwischennutzungen in München

von Michael Grill am 11.03.2011

Die „kulturelle Zwischennutzung“ ist das Zauberwort der Münchner Kulturpolitik. Spätestens seit dem übergroßen und bundesweit beachteten Erfolg von „Puerto Giesing“, also der Verwandlung des alten Hertie an der Tegernseer Landstraße in eine Kultur- und Party-Location für einige Monate, ist es schick, vor allem subkulturelle Projekte zeitlich befristet unterzubringen. Neustes und spektakuläres Beispiel war die Praterinsel, auf der die Augsburger Patrizia Immobilien GmbH als Eigentümer bis zum Umbau im Herbst eine Art „Puerto Praterinsel“ einrichten wollte. Inzwischen ist dieses Projekt wieder abgesagt worden - doch die Diskussion um die Kultur auf Zeit geht weiter.     » weiterlesen


Gastrokritik zum Restaurant Exil: Wein ja, Gemüse nein - ein Drama, Baby!

von Michael Grill am 09.03.2011

Das ist so eine dieser Geschichten, bei der man von Beginn an um den Helden bangt vor lauter Sympathie: Ein junger Unternehmer und Theaterenthusiast, der eine neue Heimat für seine kleine Privatbühne sucht und diese mit einer richtig guten Küche kombinieren möchte. Er findet ein altes, schönes Haus in gastronomisch nicht einfacher Lage - und nun beginnt das Drama unter Einsatz von viel Umbau-Geld und noch mehr Herzblut.     » weiterlesen


"Hey, was feiert ihr denn hier?" – Münchens ältester Poetry Slam wird 15 und zelebriert sich selbst

von kulturvollzug am 14.02.2011

Es ist Samstagabend kurz nach 19 Uhr, der U-Bahnsteig am Hauptbahnhof quillt über vor Menschen. Endlich, die U-Bahn fährt ein. Moment, ist die nicht ein wenig kurz geraten? Und warum wummern aus dem Inneren Elektro-Beats und die Fahrgäste tanzen unter Disco-Funzeln? Ein Blick auf die Anzeigetafel hilft: Es ist der „Slam Train“, der an diesem Abend zum dritten Mal durch den Münchner Untergrund rollt.     » weiterlesen


Mae West - die neue Erotik am Effnerplatz

von Achim Manthey am 08.02.2011

52 Meter hoch, 72 Tonnen schwer, Wespentaille. Kunst im öffentlichen Raum für gute 1,5 Mio. Euro. Braucht München das?     » weiterlesen


Oberklasse sticht Untergiesing

von Michael Grill am 09.01.2011

Erst kamen ein paar Kreative, dann machte die Burg Pilgersheim dicht. Jetzt müssen die alten Bewohner schauen, wo sie bleiben – eine Reportage aus Münchens umkämpftestem Stadtviertel. Es muss im Frühsommer letzten Jahres gewesen sein, als einer von ganz oben aus dem Fenster sprang. Der arme Tropf schlug direkt neben den Tischen auf der Freifläche eines kleinen Cafés auf, als wäre man mitten in München in einem schlechten Horrorfilm. Als die Polizei am Jakob-Gelb-Platz eintraf, konnte sie auch gleich noch einen Kehrmaschinenfahrer festnehmen, der mit 2,6 Promille Alkohol im Blut reihenweise Autos auf der Pilgersheimer Straße ramponierte.     » weiterlesen


Gastrokritik zum Restaurant Outland: Zäh-weiches Reptil mit Identitäts-Problem

von Michael Grill am 01.01.2011

Die Faszination australischer Lebensart ist ungebrochen: Ist dort nicht alles ursprünglicher, herzlicher? Mitten in Haidhausen gab es einen Ableger von „Down Under“ – das Outland, früher mit Schmuddel-Charme, jetzt frisch renoviert.     » weiterlesen


Im Kampf gegen „Substanzapostel“: Denkmal-Chef Petzet will Münchens alte Dorfkerne vor falscher Ideologie schützen

von Michael Grill am 07.12.2010

Er ist ganz offensichtlich weiterhin in großer Sorge um das alte München: Michael Petzet, Präsident des Deutschen Nationalkomitees von Icomos und damit Deutschlands oberster Denkmalpfleger, kämpft um den Erhalt der historischen Dorfkerne in den Stadtvierteln. Diese sollen nach den Vorstellungen des Landesamtes für Denkmalpflege radikal von der Liste der schützenswerten Ensembles gestrichen werden, weil ihre historische Substanz oft nicht mehr original ist, sondern wiederaufgebaut oder verändert wurde. Bei der „Gesprächsreihe zur Stadtbaukultur“ mit Stadtbaurätin Elisabeth Merk im Literaturhaus sagte Petzet: „Ich habe das finstere Gefühl, dass hier nichts Gutes angerichtet wird.“     » weiterlesen


Karl Moor und seine Räuber wüten durch Haidhausen

von Florian Haamann am 06.11.2010

In Haidhausen inszeniert das Laientheater Johann Baptist Schillers Räuber. Mehr als ein Jahr hat sich das Ensemble vorbereitet. Bei der Premiere konnte man sehen, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hat.     » weiterlesen


Von der Faszination der Heißtrubentfernung: Die Besserwissi-Parade Nerd Nite wird immer beliebter und füllt locker den Puerto Giesing

von Michael Grill am 06.10.2010

Die Liste der menschlichen Torheiten ist fast unendlich, weil doch jeder irgendwie einen Spleen hat, sein Steckenpferd reitet oder sonstwie sein Ding macht, und sei es auch noch so abseitig. Und wir gucken uns auch gerne gegenseitig zu, wenn der andere erzählt, was er alles über parasitäre Vögel weiß, über die Kulturgeschichte der Kanaldeckelreinigung oder das Balzverhalten der Kellerasseln. Der Nerd, also die in den frühen 70ern entstandene Lebensform des jungen, schrulligen Intellektuellen, ist gerade ein bisschen in Mode, nicht nur weil Mark Zuckerbergs Lebensgeschichte ins Kino kommt. Und die Nerd Nite ist ein echter Trend, wie man in Münchens noch wenige Wochen existierenden Subkultur-Kaufhaus sehen konnte.       » weiterlesen


Nur ein Audioguide mit Webseite zu Münchens NS-Geschichte oder doch mehr? Zur Diskussion um Michaela Meliáns Memory Loops

von Michael Grill am 28.09.2010

Um es zynisch zu sagen: Gedenken hat endlich Konjunktur in München. Nach Jahrzehnten des Verdrängens arbeitet die ehemalige „Hauptstadt der Bewegung“ ihre braune Vergangenheit auf. Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus wird neu gestaltet, das zentrale NS-Dokumentationszentrum ist kurz vor Baubeginn. Und ab sofort hat auch der virtuelle Raum ein Eckchen des Erinnerns: Die Memory Loops der Künstlerin Michaela Melián. So eine Gedenkstätte gab es noch nie. Aber ist sie deshalb besser als alle anderen?     » weiterlesen


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