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Leben

Berlinale-Auftakt mit "Midnight Special" von Jeff NicholsMix aus Paranoia-, Thriller- und Familienfilm

von kulturvollzug am 15.02.2016

Mit 66 Jahren... da fängt das Leben an... Ob trotziges Seniorentum à la Udo Jürgens auf die Internationalen Filmfestspiele von Berlin passt, auch wenn die Berlinale heuer ihren 66sten feiert? Welchen Jahrgang an Filmen diese Schnapszahl wohl hervorbringt? Kopfweh-lastiges oder Feier-Filme? Wir werden sehen. Bis zum 21.2.2016 grassiert auf jeden Fall wieder das Filmfieber in der Hauptstadt. Am Donnerstagabend stand schon mal ein erstklassiger Eröffnungsfilm auf dem Programm: Die vierfach Oscar-dekorierten Coen-Brüder hatten ihre satirisch-überdrehte Hommage an das klassische Hollywood-System der „Goldenen Ära“ der 1940er und 1950er Jahre („Hail, Caesar!“) im Gepäck: Ein absoluter Hit, der Kritiker- wie Publikumsherzen im Sturm für sich gewinnen konnte und zugleich ein seltener Fall.     » weiterlesen


Nach "Trash People II" auf der Theresienwiese für TollwoodWie „Macher“ HA Schult die vermüllte Umwelt zur Kunst umfunktioniert

von Karl Stankiewitz am 08.02.2016

Winter-Tollwood ist vorbei, doch das Festival wirkt nach: Vor kurzem wurde es im Rahmen der European Festival Awards auf dem Eurosonic-Festival im niederländischen Groningen mit dem Green Operations Award ausgezeichnet. Der Preis zeichnet ökologisch und sozial engagierte Festivals aus; mit Tollwood nun auch erstmals eines aus Deutschland. Auf dem Winter-Tollwood hatte es viele Aktionen gegeben, von der Kampagne „Artgerechtes München“ bis zu „Bio für Kinder“. Zudem krönte das Festival eine Kunstaktion von HA Schult auf der Theresienwiese - "Trash People II". Wir blicken aus diesem Anlass noch einmal auf das Schaffen des Künstlers.     » weiterlesen


Karl Stankiewitz über die Einführung der Redoute vor 300 JahrenWie der Fasching in München entstand

von Karl Stankiewitz am 08.02.2016

Ob Max Emanuel die Idee vom Carneval in Venedig oder von seinem langjährigen Exil in Frankreich heimgebracht hatte, ist noch nicht erforscht worden. Jedenfalls erwähnt die Stadtchronik im Jahr 1716 die erste „Redoute“ in der Residenz des an Lust und Luxus gewohnten „Blauen Kurfürsten“, der zehn Jahre später an einem Magenleiden starb. Wenn das Datum stimmt, dann wird die Hochform des Münchner Faschings jetzt genau 300 Jahre alt.     » weiterlesen


Zum 85. Geburtstag des Bildhauers Martin MayerMit Gottvertrauen und üppigen Feen

von Christa Sigg am 28.01.2016

Seinen Keiler vor dem Jagdmuseum in der Münchner Fußgängerzone kennt jedes Kind. Auch den Franziskus oder die dralle Olympia. Am 16. Januar 2016 wurde der Münchner Bildhauer Martin Mayer 85 – ein Besuch bei ihm in der Borstei. Die eine räkelt sich ungezwungen am Boden. Zwei andere gucken Löcher in die Luft. Dazwischen öffnet eine Mollige verträumt die angewinkelten Beine, während einem die nächste ihr herrlich ausuferndes Gesäß entgegenstreckt. Ein bisschen wie in Ingres‘ „Türkischem Bad“ geht es hier zu. Nur sitzt der Pascha mittendrin: Martin Mayer lächelt, und seine durchdringenden blauen Augen leuchten herausfordernd. So viele Frauen – das macht ihm so schnell keiner nach.     » weiterlesen


Schauspieler Walter Sedlmayr wäre jetzt 90 Jahre altDer Paradebayer

von Karl Stankiewitz am 07.01.2016

Neunzig Jahre eines unsteten Lebens voll scheinbarer Erfolge lägen jetzt hinter ihm. Ein Vierteljahrhundert lang gehörte er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Aber nie hatte er eine tragende Rolle bekommen. Eigentlich war er auch gar nicht beliebt unter seinen Kollegen. Ihnen war der füllige, oft herumnörgelnde, etwas verklemmte, am 6. Januar 1926 in München geborene Kleindarsteller, der es gerade mal zum Zuhälter in der „Dreigroschenoper“ und zu Nebenrollen im Heimatfilm brachte, immer ein bisschen zu patzig, wohl auch zu hinterfotzig. Dass ihn jedoch eben diese Eigenschaften einmal zum Star machen sollten, konnte damals niemand ahnen.     » weiterlesen


Bonn und München feiern das Werk der Konzeptkünstlerin Hanne DarbovenDoppelte Hommage an die Maximalkunst einer grandiosen Anachronistin

von Christa Sigg am 06.01.2016

Wo soll man eigentlich anfangen? Einfach mittendrin in diesem Raster-Meer gerahmter Seiten? Sitzt womöglich im Detail die Erklärung? Und was ist überhaupt der Sinn dieser dauernden Überbordung? Man könnte hier leicht ungehalten werden. Und ratlos. Ratlos vor allem, wenn man sich dem Werk Hanne Darbovens (1941-2009) mit den üblichen Erwartungen nähert und das Ganze kapieren, durchdringen, eine Botschaft aus dieser – nennen wir’s ruhig – Zumutung herausfieseln will.     » weiterlesen


Zur Feier von Richard GrimmWie aus einer verrückten Idee das Jüdische Museum entstand

von Michael Grill am 31.12.2015

Jetzt, wo es schon seit Jahren wie selbstverständlich am St.-Jakobs-Platz steht, ist es eine Geschichte aus grauer werdender Vergangenheit. Dabei war es ein buntes, aber nicht immer fröhliches Abenteuer, wie einst aus einer kleinen Privatinitiative das Jüdische Museum München entstand. Der Mann, der den Anstoß gab, wurde 2015 70 Jahre alt. Deshalb möchten wir ihn auch hier würdigen, bevor das neue Jahr kommt und auch diese Vergangenheit wieder ein Stück grauer wird. (gr.)       » weiterlesen


"Nullnummer", das neue Buch von Umberto EcoAls hätte man was in der Hinterhand

von Michael Wüst am 30.12.2015

Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama behauptete schon 1992 das Ende der Geschichte. Die Dynamik des geschichtlichen Prozesses hat seitdem unter dem Schleier der digitalen Echtzeit wohl weiter rapide an Kontur verloren. Verlarvt sich die Welt darin zum gesichtslosen Gerücht, über das ihre Medien in der heutigen Nachricht versprechen, morgen zu berichten? Aus Nachrichten werden Optionen auf Nachrichten? So oder ähnlich sieht es wohl auch der Großmeister des Zeichens, Umberto Eco, der mit "Nullnummer" einen Roman über das Italien des Jahres 1992 und seine Medien am Beginn sich global vernetzender Verschwörungstheorien durch das Verhüllungsmedium Internet geschrieben hat.     » weiterlesen


Schwabings "Drugstore" steht vor einem GenerationenwechselErste und letzte Station der Flower-Power-Welle

von Karl Stankiewitz am 29.12.2015

Wenn alles gut geht, bleibt das letzte Wahrzeichen von „Swinging Schwabing“ erhalten. Dem Drugstore am Wedekindplatz droht nun offenbar doch nicht das Schicksal der ehedem fünfzig Meter entfernten Kult-Boazn „Schwabinger Sieben“ und anderer Objekte im einstigen Künstlerviertel, die der Spekulation zum Opfer gefallen sind. Jedenfalls darf Nader Saffari damit rechnen, dass ihm die Maierbrauerei in Altomünster den Betrieb seines Vaters, der kürzlich 78jährig an Krebs verstorben ist, per Pachtvertrag anvertrauen wird. Ganz sicher ist das freilich noch nicht; viele Interessenten mit gutem Namen und gastronomischer Erfahrung stehen auf der Matte.     » weiterlesen


Ein neuer Verein für das nördliche BahnhofsviertelRoter Ring statt Rotlicht

von Karl Stankiewitz am 14.12.2015

Ein fünfzehn Tonnen schwerer Ring, rot bemalt und mit zwölf Metern Durchmesser ein regelrechtes „Riesenrad“, wurde 1999 in Bahnhofsnähe gerollt. Eigentlich sollte das von dem bedeutenden italienischen Bildhauer Mauro Staccioli geschaffene Kunstwerk symbolisch über einem Tunnel des Altstadtrings montiert werden. Doch das hätte zu hohe Umbaukosten erfordert. So brachte das runde Ding dann immerhin einen städtebaulichen Akzent in die Brache westlich des Alten Botanischen Gartens. Dem gemeinen Münchner indes blieb der Ring ein Unding, manchen auch ein Ärgernis - zumal er zur Zeit von ähnlich rätselhaften, eher schäbig scheinenden Kunst-Objekten umringt ist.     » weiterlesen


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