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Musik

AC/DC im Münchner OlympiastadionSehr nett, zum Teufel noch mal

von Michael Grill am 21.05.2015

Und es brach die Hölle los, denn die Schleusen des Himmels taten sich auf: Im brachialen Münchner Mai-Dauerregen versammelten AC/DC nach sechs Jahren wieder die große und generationenübergreifende Hardrock-Familie im Olympiastadion. Es war (am ersten von zwei Abenden, 19.5.2015) ein knackig-konzentrierter musikalischer Vortrag, doch angesichts einer endgültig kindgerechten Volksfestisierung wehte auch ein Hauch von flauem Abschied durchs weite und wetteroffene Rund.     » weiterlesen


Das Gärtnerplatztheater mit "Dr. Faust jun." in der ReithalleMan ahnt die Pointen nur, und man ist verstimmt

von Volker Boser am 18.05.2015

Mit Goethes „Faust“ ist nicht zu spaßen – vor allem nicht hierzulande, wo selbst Gounods gleichnamige Oper aus falsch verstandener Ehrfurcht lange Jahre „Margarete“ hieß. Noch vor Jacques Offenbach hat der französische Komponist Florimond Ronger alias Hervé (1825 – 1892) eine Reihe von Parodien auf berühmte literarische Vorbilder verfasst, deren bekannteste den Dichter Cervantes und dessen „Don Quichotte“ aufs Korn nahm. „Le petit Faust“, oder wie das Gärtnerplatztheater seine Ausgrabung nennt: „Dr. Faust jun.“, wurde 1869 in Paris uraufgeführt – und ist seitdem vergessen.     » weiterlesen


Das Gärtnerplatztheater mit "Singin´ In The Rain" im PrinzregententheaterMit Tennisball-Virtuosität gegen die Erinnerung an einen Film

von Volker Boser am 26.04.2015

Irgendwann hat wohl jeder den Film gesehen: Wie Gene Kelly in den Pfützen planscht und dazu „Singin´ In The Rain“ trällert, wie der unvergessliche Donald O´Connor mit grotesker Akrobatik sich in eine wild gewordenen Comic-Maus verwandelt („Make ´Em Laugh“) – Regisseur Stanley Donen gelang 1952 eines der schönsten Filmmusicals, dem erst 1983 eine Bühnenfassung folgte, die sich nicht durchsetzen konnte.     » weiterlesen


Martin Schläpfers Mahler-Choreographie „7“ bei der BallettwocheWir sind gar nicht so freundlich

von Volker Boser am 24.04.2015

Es hat sich herumgesprochen: Martin Schläpfer war nicht nur ein charismatischer Tänzer, sei es in Basel bei Heinz Spoerli oder beim Royal Ballet in Winnipeg – mittlerweile ist er wohl auch Deutschlands bedeutendster Choreograph. Das eher verschlafene Mainz, wo er als Tanz-Chef wirkte, wurde zum Mekka der Fans. Seit 2009 leitet er das Ballett der Deutschen Oper am Rhein. Und auch dort hat er Glück. 2013 und 2014 wurden seine Tänzer als „Compagnie des Jahres“ ausgezeichnet. Münchens Ballett-Direktor Ivan Liska scheute sich dennoch nicht, diese Konkurrenz für zwei Aufführungen im Rahmen der Ballettwoche ins Nationaltheater einzuladen. Das spricht für ihn. Dass Schläpfer beim Bayerischen Staatsballett den Spagat zwischen Tradition und Moderne vielleicht ebenso hinbekäme wie der inzwischen gewählte Liska-Nachfolger Igor Zelensky, dafür lassen sich in seiner Mahler-Choreographie „7“ eine Menge Argumente finden.     » weiterlesen


Rossinis "Le Comte Ory" in der Regie von Marcus H. Rosenmüller im CuvilliéstheaterEin bisserl was geht immer, und beim Nachwuchs sowieso

von Volker Boser am 13.04.2015

Irgendwann wollte er es einmal ausprobieren – und jetzt ergab es sich früher als erwartet: Marcus H. Rosenmüller, Filmregisseur und Herrscher über das Singspiel zur Starkbierprobe auf dem Nockherberg, durfte mit Nachwuchskräften der Bayerischen Staatsoper zum ersten Mal eine Oper inszenieren. Man hatte ihm Rossinis Spätwerk „Le Comte Ory“ anvertraut. Natürlich war das Cuvilliéstheater ausverkauft. Auch für die folgenden Aufführungen sind Eintrittskarten Mangelware. Am Ende gab es Ovationen, für die ausgezeichneten Sänger, ein wenig überraschend für die Dirigentin (Oksana Lyniv) und wie zu erwarten für den Regisseur. Rosenmüller machte nichts falsch, präsentierte aber auch keine allzu neuen Ideen.     » weiterlesen


Zur slowenischen Kultband Laibach anlässlich ihres Auftritts im ResidenztheaterSpiegelbilder, die ertragen werden müssen

von kulturvollzug am 13.04.2015

Wie fühlen Sie sich jetzt?“ fragte ein Kamerateam die serbische Schauspielerin Vedrana Seksan, als sie am 21. November 1995 aus einem Laibach-Konzert in Sarajevo kam. Trotz des damaligen Krieges in Jugoslawien tourte Laibach dort, wobei die Band nur mithilfe eines Nato-Konvois zu den Spielorten gelangte, wo sie ihr damaliges Album NATO mit dem Slogan präsentierte: "Laibach take NATO where NATO itself has refused to go".     » weiterlesen


Interview mit Jonathan Nott, Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, der Bayern verlässt"Ist Deutschlands Orchesterlandschaft nicht Weltkulturerbe?"

von Jan Stöpel am 25.02.2015

Er prägte das Symphonieorchester der kleinen Stadt Bamberg in den vergangenen 15 Jahren und führte es zur ganz großen Form, er verdiente sich Anerkennung nicht nur mit den Mahler-Einspielungen, die international als Referenz-Aufnahmen gelobt werden: Jonathan Nott (52), der Chefdirigent der Bamberger Symphoniker, Maestro des reisefreudigsten Orchesters Bayerns. Nächstes Jahr verlässt der Brite Bamberg in Richtung Genf. Und sprach mit uns über den richtigen Klang, eine besondere Stadt und darüber, was Konzerthallen über Politik verraten.     » weiterlesen


Nachruf auf Piano PossibileDas Nashorn schreitet in den Sonnenuntergang

von Michael Weiser am 12.02.2015

Ein Konzert von Piano Possibile war meist mehr als ein Konzert - es war fast immer ein Erlebnis. Mit zwei ausverkauften Auftritten im i Camp-Theater hat sich das Ensemble mit dem Nashorn im Logo nun von seinen Fans verabschiedet - nach einunzwanzig ereignisreichen Jahren. Der Hauptgrund: Zu einer verlässlichen Förderung sah sich München nicht in der Lage. Ein Nachruf auf eines der witzigsten und überhaupt herausragenden Ensembles Neuer Musik.       » weiterlesen


The Godfathers in der GlockenbachwerkstattKnurren und Pfeifen unter Denkmalschutz

von Michael Grill am 10.02.2015

Der Reiz liegt zunächst einmal im Ort. Zwar ist ein Auftritt der Godfathers nun nicht gleich die allergrößte Sensation, aber ein bisschen Legende ist die britische Punkrock/Rock/80er-Jahre-Band durchaus, und so gesehen ist ein Wiedersehen buchstäblich von Angesicht zu Angesicht in der Glockenwerkstatt mit ihrem Wohnzimmer-Liveclub vor einigen Dutzend Zuhörern ungewöhnlich. Ob das nun ein versehentlicher Pub-Gig am Viktualienmarkt war oder doch ein weiterer Coup der verdienstvollen Subkultur-Oase - egal. Die Godfathers fuhren herab, starrten uns noch ungläubiger an als wir sie, und es kam zu Gehör, was zu Gehör kommen musste.     » weiterlesen


Zum geplanten Musical über Pola NegriDie Rückkehr der Herrin der Welt

von Karl Stankiewitz am 06.02.2015

Sie wurde als "Duse der Leinwand" verehrt, war für viele Menschen der Inbegriff des Vamps. Von Max Reinhardt endeckt, wurde Pola Negri zu einem Weltstar. Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, sollte sie den deutschen Film wiederbeleben und kam nach München. Und beinahe hätte Karl Stankiewitz ein Interview mit ihr geführt. Aber - die Dame wollte aufs Land. Und heute, wo es ein neues Musical über "Polita" geben soll, erinnert sich Karl Stankiewitz an eine faszinierende Künstlerin.     » weiterlesen


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