Archiv

Lesen

Karl Stankiewitz zu einer Tragödie im Münchner Fasching von 1881Als aus kostümierten Eskimos lebende Fackeln wurden

von Karl Stankiewitz am 19.02.2015

Im Rahmen der fünfteiligen Reihe „Kunst im öffentlichen Raum“, gefördert vom Kulturreferat der Stadt, wurde von dem Künstlers Stefan Lenhart an „Die Eskimotragödie“ erinnert. Beim Faschingsfest im damals größten Münchner Vergnügungspalast „Kil's Kolosseum“, nahe der Hans-Sachs-Straße, fanden am 18. Februar 1881 neun Studenten der Akademie der Bildenden Künste den Tod, als ihre Eskimoverkleidungen Feuer fingen. Mit einem inszenierten Trauermarsch am Aschermittwoch durch die Innenstadt zum Südfriedhof, angeführt von einer zehnköpfigen Kapelle und historischer Trauermarschmusik, erinnerte Lenhart an das Unglück vor 134 Jahren. Neun Studenten der Kunstakademie von 2015 begleiten in historischer Trauerkleidung der Zeit um 1880 den Zug.     » weiterlesen


Vor 30 Jahren begann der Widerstand gegen das Projekt WAA in der OberpfalzMenschenjagd im "Wackerland"

von Karl Stankiewitz am 17.02.2015

Bei eisigem Böhmwind versammelten sich am 16. Februar 1985 auf dem Marktplatz der kleinen Kreisstadt Schwandorf mehr als 35.000 Demonstranten, sehr viel mehr als erwartet. „Die Oberpfalz wird permanenter Schauplatz des größten friedlichen Widerstandes, den dieses Land je erlebt hat“, verkündete Hubert Weinzierl. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) sollte Recht behalten. Die Auseinandersetzungen, die an jenem Wochenende vor 30 Jahren begonnen hatten, dauerten vier Jahre und drei Monate. Sie eskalierten zeitweise zu einem blutigen Beinahe-Bürgerkrieg. Sie forderten die von der CSU getragene Staatsmacht ungewohnt massiv heraus und zwangen sie schließlich, ihr Prestige-Projekt der Großtechnik, die WAA, aufzugeben.     » weiterlesen


Eine Bärenauslese am letzten Tag der Berlinale 2015Mut muss belohnt werden

von kulturvollzug am 14.02.2015

Der Himmel über Berlin hat sich wieder aufgehellt und auch der zwischzeitlich abgebremsten Konkurrenz im Wettbewerb wurde am Mittwochabend wieder ein Licht aufgesetzt. Das lag – recht unerwartet – am walisischen Universalkünstler Peter Greenaway, der für sich die Lust am Filmemachen neu entdeckt hat. Schon jetzt ein klarer Favorit auf einen der Hauptpreise des Festivals. Was bleibt also nach mehr als einer Woche Berlinale wirklich hängen? Welche Wettbewerbsbeiträge können sich ernsthaft Chancen ausrechnen? Höchste Zeit für eine persönliche Bärenauslese.     » weiterlesen


Nachruf auf Piano PossibileDas Nashorn schreitet in den Sonnenuntergang

von Michael Weiser am 12.02.2015

Ein Konzert von Piano Possibile war meist mehr als ein Konzert - es war fast immer ein Erlebnis. Mit zwei ausverkauften Auftritten im i Camp-Theater hat sich das Ensemble mit dem Nashorn im Logo nun von seinen Fans verabschiedet - nach einunzwanzig ereignisreichen Jahren. Der Hauptgrund: Zu einer verlässlichen Förderung sah sich München nicht in der Lage. Ein Nachruf auf eines der witzigsten und überhaupt herausragenden Ensembles Neuer Musik.       » weiterlesen


Zur Halbzeit der Berlinale - "Forbidden Room" von Guy MaddinDer Hexenmeister wird bleiben

von kulturvollzug am 12.02.2015

Draußen versinkt die Stadt in grauem Dunst, drinnen stehen sich Tausende die Füße platt vor den Festivalkassen: Vertraute Bilder wie jedes Jahr im Februar in Berlin. Schon längst bekommen Presse-Akkreditierte wie Fachbesucher nicht mehr jedes Ticket für eine spezielle Vorstellung. Das Festival wabert jetzt vollends. Zu Beginn der zweiten Woche ist es an der Zeit, ein Zwischenfazit zu ziehen. Welche Filme werden bleiben? Voilà – hier in einem Berlinale-Splitter 2015 : „The Forbidden Room“ von Guy Maddin im Forum.     » weiterlesen


„Haftanlage 4614“ - Simon Hauck auf der Berlinale 2015Die Welt als lüsternes Irrenhaus

von kulturvollzug am 09.02.2015

Die Berlinale nimmt langsam Fahrt auf. Mittlerweile sind wirklich alle Journalisten da, was man auch an den stetig länger werdenden Schlangen im Pressebereich des Hyatt Hotels merkt. Jeden Morgen dasselbe Ritual: Karten abholen, ein Kollegen-Schwätzchen hier, ein neugierig Blick da. Zwischendurch saust ein sichtlich gut gelaunter Udo Kier im Karojacket vorbei... Film-Geschäft wie ein bizarrer Tagtraum. Ob davon auch etwas im Programm zu sehen ist?     » weiterlesen


"Queen of the desert" - Simon Hauck auf der Berlinale 2015Brav an der Leine beim Fensterln in der Wüste

von kulturvollzug am 07.02.2015

Am Donnerstagabend (5.2.2015) wurden die 65. Internationalen Filmfestspiele von Berlin mit Isabel Coixets „Nobody Wants The Night“ feierlich eröffnet, wenn auch mit einem müden ersten Beitrag, so der Tenor nach der Premiere. Am Freitag startete der Wettstreit um die Bären dafür umso munterer, gleich mit zwei Weltpremieren. Eine davon kam von einem Münchner Weltstar: Werner Herzog, der für sein Spielfilmprojekt „Queen Of The Desert“ sogar drei Hollywoodgrößen anheuern konnte.     » weiterlesen


Karl Stankiewitz zur Gründung der Kabarett-Legende "Rationaltheater" vor 50 JahrenDie schärfste Nummer von ganz Schwabing

von Karl Stankiewitz am 02.02.2015

Am 28. Januar 1965 eröffneten drei Ex-Studenten in der Hohenzollernstraße ein neues politisch-satirisches Kabarett. Sie nannten es „Rationaltheater“. Es war anders als die anderen. Es war von vornherein direkter, aggressiver, konkreter als zum Beispiel die bis dahin tonangebende, nur Häuserblocks entfernte „Münchner Lach- und Schießgesellschaft“, die gerade ihre erste Krise hatte.     » weiterlesen


Stephan Thomes Roman „Gegenspiel“Perspektivenwechsel

von Katrin Kaiser am 02.02.2015

In seinem dritten Roman erzählt Stephan Thome die Geschichte einer Frau zwischen der katholischen Strenge ihres Heimatlandes Portugal, der Unverbindlichkeit Berlins und der erdrückenden Enge der mitteldeutschen Provinz. Schilderte Thomes letztes Buch "Fliehkräfte" die Geschichte des Philosophie-Professors Hartmut, so geht es in "Gegenspiel" nun um den Werdegang seiner Frau Maria. Ein überzeugend realistischer Roman voller Sehnsüchte und Rückschläge.     » weiterlesen


Anfänge zum Atomstaat BayernWissenschaft und Widerstand

von Karl Stankiewitz am 26.01.2015

Am 23. Januar 1985 beschloss die Kohl-Regierung in Bonn, der vier CSU-Minister angehörten,  die Errichtung einer Wiederaufbereitungsanlage für verbrauchte Brennstoffe der Kerntechnik. Schon wenige Tage später formierte sich rund um das Braunkohlestädtchen Wackersdorf in der Oberpfalz, das die bayerische Staatsregierung als Standort einer solchen WAA angeboten hatte, auf breiter Front der Widerstand gegen den von vielen befürchteten "Atomstaat". Er eskalierte zu politischen Kontroversen, nicht nur im eigenen Land, sondern auch mit dem benachbarten Österreich und zeitweise zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, bis die beteiligte Wirtschaft im April 1989 das super-teure Super-Projekt fallen ließ.     » weiterlesen


« 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 ... 36 »