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Viertel

"Welten.Tänzer" - eine Körperanthologie von und mit Stefan Maria Marb im Schwere ReiterTanz ums goldene Ideal

von Michael Wüst am 18.01.2016

"Im Gebirge ist der nächste Weg von Gipfel zu Gipfel: aber dazu mußt du lange Beine haben". Friedrich Nietzsches Zarathustra, dem das Denken ein Tanz ist, inspirierte Stefan Maria Marb, im Schwere Reiter, ausgehend vom Rückblick auf 25 Jahre seiner Welten als Tänzer und Choreograph, sich mit dem "Selig-Leichtfertigen" zu konfrontieren. Zarathustra, dessen guruhafte Lebensregeln stets im tönenden Erz göttlicher Bevollmächtigung erklingen - "Wahrlich, ich sage euch" -, Zarathustra, der Mussolini und Robert Walser entzückte, der Thomas Mann immerhin achtungsvoll verstörte, Zarathustra, für den die Metaphysiker Pharisäer waren, Zarathustra, der Freund der Wollust. Und widerspenstig selbst dem Autor.     » weiterlesen


Schwabings "Drugstore" steht vor einem GenerationenwechselErste und letzte Station der Flower-Power-Welle

von Karl Stankiewitz am 29.12.2015

Wenn alles gut geht, bleibt das letzte Wahrzeichen von „Swinging Schwabing“ erhalten. Dem Drugstore am Wedekindplatz droht nun offenbar doch nicht das Schicksal der ehedem fünfzig Meter entfernten Kult-Boazn „Schwabinger Sieben“ und anderer Objekte im einstigen Künstlerviertel, die der Spekulation zum Opfer gefallen sind. Jedenfalls darf Nader Saffari damit rechnen, dass ihm die Maierbrauerei in Altomünster den Betrieb seines Vaters, der kürzlich 78jährig an Krebs verstorben ist, per Pachtvertrag anvertrauen wird. Ganz sicher ist das freilich noch nicht; viele Interessenten mit gutem Namen und gastronomischer Erfahrung stehen auf der Matte.     » weiterlesen


Ein neuer Verein für das nördliche BahnhofsviertelRoter Ring statt Rotlicht

von Karl Stankiewitz am 14.12.2015

Ein fünfzehn Tonnen schwerer Ring, rot bemalt und mit zwölf Metern Durchmesser ein regelrechtes „Riesenrad“, wurde 1999 in Bahnhofsnähe gerollt. Eigentlich sollte das von dem bedeutenden italienischen Bildhauer Mauro Staccioli geschaffene Kunstwerk symbolisch über einem Tunnel des Altstadtrings montiert werden. Doch das hätte zu hohe Umbaukosten erfordert. So brachte das runde Ding dann immerhin einen städtebaulichen Akzent in die Brache westlich des Alten Botanischen Gartens. Dem gemeinen Münchner indes blieb der Ring ein Unding, manchen auch ein Ärgernis - zumal er zur Zeit von ähnlich rätselhaften, eher schäbig scheinenden Kunst-Objekten umringt ist.     » weiterlesen


Gotlind Timmermanns in der Galerie an der Pinakothek der ModerneAlle Macht geht von der Farbe aus

von Michael Wüst am 26.11.2015

An einem wunderbar lichtgefluteten Novembertag trafen wir die Malerin und Kuratorin Gotlind Timmermanns bei ihrer aktuellen Ausstellung im Museumsviertel in der Galerie an der Pinakothek der Moderne. Auf das Gold des Oktobers war das Silber des Novembers gefolgt, das die neuen Arbeiten der Künstlerin ideal vorstellte.     » weiterlesen


Midge Ure mit "Breathe Again" im TechnikumNichts ist so überflüssig wie ein Synthesizer

von Michael Wüst am 09.11.2015

Midge Ure, kraft seiner erfolgreichen 40jährigen Musikerkarriere ausgestattet mit zahlreichen Prädikaten, Auszeichnungen und Orden, nähert sich mit "Breathe again" erneut den Ursprüngen seiner Musik, wie schon einmal mit "Breathe" vor 20 Jahren. Der lange Atem hat sich gelohnt. Ein konzentriertes Konzert im Technikum.     » weiterlesen


Interview mit Rapper Chefket anlässlich seines Münchner Auftritts"Riesenkrasse Szene in München, aber keiner kriegt es mit"

von Olga Levina am 02.11.2015

Chefket auf "Nachtmensch"-Tour. Es ist kurz vor seinem Auftritt im Feierwerk/Hansa 39. Er hat Zeit für uns. Also los: Wir fragen den Berliner Rapper nach seinem Verhältnis zu München, seinen Inspirationsquellen, seinen Erfahrungen als Sprachbotschafter des Goethe-Instituts und was er machen würde, wenn er Musiklehrer wäre. Sowie noch einiges mehr.     » weiterlesen


"Proletenpassion 2015 ff" beim Festival Spielart in der MuffathalleVerführung zur Revolution

von Michael Wüst am 02.11.2015

In Zeiten, in denen verbliebenen Revolutionären und Utopisten im Ruhestand der Untergang der Welt wahrscheinlicher erscheint als der des Neoliberalismus, mag die Wiederaufnahme der 1976 bei den Wiener Festwochen aufgeführten "Proletenpassion" der Polit-Rockband "Schmetterlinge" wie ein Griff in die Retro-Kiste anmuten. Dennoch war es ein glücklicher Griff, der sich für das Spielart-Festival und das Münchner Publikum in der Muffathalle gelohnt hat.     » weiterlesen


"Amarillo" vom Teatro Linea de Sombra beim Festival SpielartVertiefter Stillstand

von Michael Wüst am 29.10.2015

Kollektive Prozesse, direkte Adressierung des Publikums, Textflächen, Dokumentation, Multi-Media, Tanz, Körper - Hybridtheater wird das auch genannt und beinhaltet so ziemlich alles, außer einer Beziehung zwischen den Figuren auf der Bühne. Das freie Theater "Teatro Linea de Sombra" zeigte im Rahmen des Spielart-Festivals 2015 in der Muffathalle "Amarillo", die Geschichte eines "Nobodys", wie es im Begleittext heißt, der in der texanischen Wüste irgendwo vor der Stadt Amarillo verloren gegangen ist.     » weiterlesen


Kathak und Voguing bei Dance 2015 in Muffathalle und Carl Orff-SaalKreons Schicksal auf dem Laufsteg

von Isabel Winklbauer am 13.05.2015

Retro ist out, genug des 70er-Jahre-Jazzdance! Das Festival Dance hat endlich den Mut, modernere Tanzgattungen zu zeigen: Voguing aus New York, choreographiert von Trajal Harrell, sowie indischen Kathak mit Blick auf Bangladesch, inszeniert von Helena Waldmann, sind die zwei besten Beispiele. Auch wenn die Stücke "Antigone Sr. (L)" und "Made in Bangladesch" ihre Schrullen haben, ist es eine Wohltat, Neues zu sehen. Niemand braucht sich zu sorgen, dass die Underdog-Styles nicht mithalten können: Waldmanns Tänzer zeigen in teils herausragender Qualität die Tradition des indischen Tanzes, bei Harrell bringen Laufsteg-Queens die Halle zum Toben.     » weiterlesen


Karl Stankiewitz erinnert sich an die ersten Nachkriegs-Tage im Mai 1945 in MünchenSchatzsuche im Schutthaufen - die Woche zwischen Krieg und Frieden

von Karl Stankiewitz am 11.05.2015

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Erinnern immer schwieriger - aber nicht weniger notwendig. KV-Autor Karl Stankiewitz, Jahrgang 1928, hat viele Bücher über Kriegs- und Nachkriegszeiten in München geschrieben. Hier erinnert er sich noch einmal an die Tage Anfang Mai 1945 - die zeitllose Zeit zwischen Ungewissheit und Erleichterung, zwischen Krieg und Frieden.     » weiterlesen


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