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Viertel

Sigi Zimmerschied mit „Multiple Lois“ im Theater FraunhoferPoesie vor die Säue

von Michael Wüst am 25.08.2014

Erst schaut nur der Kopf herein, von rechts auf die Bühne. Dann folgt leicht skeptisch der Körper und dreht dem Publikum erst einmal den Rücken zu. Inspektion! Besonders in den Ecken, wo sich der Dreck versteckt, die toten Fliegen. Der Tuberkel. Zimmerschied ist Lois, der Multiple, der Vervielfältigte, der diesen Raum, die Bühne im Fraunhofer, vermietet. Er, der sich und seine Figuren seit 40 Jahren erfindet, kennt diesen Raum und den Dreck in unseren Köpfen. Die Bühne ist das Bewusstsein des Publikums.     » weiterlesen


Ausstellung "Between apple and the plate" von Bianca Regl im HeadeggBilder, die uns gelassen verschmähen

von Michael Wüst am 23.08.2014

Abgetragenes Dekor, Zeugnisse von Lebenshaushalten, Tapeten, Brokat, Faltenwürfe. Die österreichische Malerin Bianca Regl zeigt in den drei liebenswürdigen Kiosken der Galerie Headegg noch bis zum 4. September 2014 Arbeiten aus den Serien „Folds“, „Stucco“ und „Wallpapers“. Was auf den ersten Blick manchem nur als dekorativ erscheinen mag, erweist sich alsbald in der Stille als gesprächig, raunend. Leise sprechend von untergangener Häuslichkeit, als übriggebliebene Gestaltung von verschwundenen Räumen.     » weiterlesen


Stephanie Lottermoser beim Munich Jazz Summer in der UnterfahrtSie hat die Siebenmeilenstiefel an

von Michael Wüst am 17.08.2014

Mit ihrem Hit „Step Ahead“ von der aktuellen CD „Good Soul“ hatte sie bereits letztes Jahr einen großen Schritt nach vorn gemacht. Nun erleben wir Stephanie Lottermoser mit Band in leicht variierter Besetzung an fünf ausverkauften Tagen in der Unterfahrt mit musikalischen Riesenschritten. Und nach der letzten Vorstellung ist sie schon auf dem Sprung ins Studio zur nächsten Produktion. Bekräftigt dies unter anderem mit ihrer Version von „These Boots Are Made For Walking“.     » weiterlesen


"Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus im Café RingelnatzVon Fleischfliegen und Hauptdefaitisten

von Michael Wüst am 03.08.2014

Auf letzte Tage der Menschheit zu setzen, ist nie verkehrt, zumal in diesem Jahr, 100 Jahre nach dem Beginn des ersten Weltkriegs, das allein schon aus Gründen der Feierlichkeit. Aber Karl Kraus´ monumentales, nach eigener Aussage unspielbares Stück „Die letzten Tage der Menschheit“, ist viel mehr als eine wohlfeil passende Pazifismusgeste in diesen Tagen, da sich das Unbehagen in der Kultur wiederum in den quälend gleichen Emanationen der Stupidität Bahn bricht, entblödet. Es ist vor allem und zunächst der heroische Kampf des Sprachpuristen, des Publizisten gegen die Lügen der Journaille, gegen den Krieg der Worte. Jo Vossenkuhl und seine Vorleser Sabine und Christof Wackernagel und Henk Flemming wurden mit einem Bruchstück aus fünf  Akten, in denen Kraus fünf Kriegsjahren folgte, dem Monument gerecht. Eine immer noch fast zweistündige Lesung, im Schwabinger Café Ringelnatz.     » weiterlesen


Zur Hagelkatastrophe vor 30 JahrenMünchner Sommernachtsalbtraum - die Eisbomben von 1984

von Karl Stankiewitz am 12.07.2014

Der Himmel des 12. Juli 1984 strahlt über Bayerns Hauptstad so blau und so klar wie in den ungewöhnlich warmen Tagen zuvor. Satellitenaufnahmen zeigen bis 17 Uhr keinerlei Wolkenbildung, danach aber ein plötzliches Hochschießen zweier Gewittersysteme über dem Bodensee. Eines davon bildet bereits Hagel und bewegt sich – fast schon wie 40 Jahre zuvor die alliierten Bomber-Schwärme - über den Ammersee nach München. Karl Stankiewitz erinnert sich.     » weiterlesen


Dieter Meier präsentiert seine CD "Out of Chaos" in der Freiheiz HalleSolo für die schillernde Künstlichkeit

von Michael Wüst am 26.05.2014

Was hat der rosarote Panther und das Todesjahr des britischen Schauspielers David Niven mit dem Emporkommen des Schweizer Musiker-Duos „Yello“, Anfang der 80er Jahre, und Dieter Meiers erster Solo-CD, 30 Jahre später, zu tun? Wir wissen es nicht, und den bedeutendsten Medienphilosophen seiner Zeit, Marshall McLuhan, können wir dazu nicht befragen, denn der starb bereits drei Jahre vor David Niven.     » weiterlesen


"Paradisi Gloria" in der Herz-Jesu-Kirche bei der Münchener BiennaleRauhes Paradies

von Anne Mazuga am 19.05.2014

Im Mittelpunkt des vierten Konzert der Reihe „Paradisi Gloria“ im Rahmen der Münchener Biennale steht Johannes X. Schachtners Komposition „Pax – poéme théatral“. Sie wird an diesem Abend erstmals aufgeführt, umrahmt von Werken von Charles Ives, Galina Ustwolskaja und Claude Vivier. Schachtners Stück ist ein Auftragswerk der Landeshauptstadt München und wir hoffen, dass der vage und zugleich etwas prätentiöse Titel kein Omen für die Komposition darstellt.     » weiterlesen


"Sommertag" von Nikolaus Brass im Schwere Reiter bei der BiennaleHin- und hergerissen von der ersten Oper im Herbst des Lebens

von Alexander Strauch am 16.05.2014

Am Mittwoch (16.5.14) fand im Schwere Reiter anlässlich der diesjährigen Opern-Biennale die Dernière der ersten Oper „Sommertag“ des 64-jährigen Münchner Komponisten Nikolaus Brass statt. Nachdem die Premiere mit dem Vorwurf einiger Längen in der Öffentlichkeit registriert worden war, war es um so interessanter zu erleben, wie sich das Stück nach seinem kurzen Aufführungszyklus jetzt präsentieren würde. Nach der wohl ausverkauften Voraufführung und Premiere war der Saal jetzt nur halbvoll. So konnte man sich bequem im Raum verteilen, was einigen im weiteren Verlauf der Aufführung noch zum Nachteil geraten sollte.     » weiterlesen


Oper "Vastation-Wüstung" von Samy Moussa bei der BiennaleMilizen, Miezen und Matritzen

von Alexander Strauch am 11.05.2014

„Eine Melodie soll dein Führer sein“, gab am Mittwoch (7.5.2014) anlässlich der Eröffnungs-Oper der 13. Musiktheater-Biennale ein Zen-Meister noch in Marko Nikodijevics Oper der Titelfigur Claude Vivier mit auf den Weg. Und in der Tat beherzigte dies auch Nikodijevic, fand im eigenem Herzen und in Vorbildern Anregungen, wie er zwischen Worten und Sound seinen persönlichen Weg finden würde. Denn seit Opern-Urvater Monteverdi finden so die Protagonisten wie der Komponist zu sich selbst.     » weiterlesen


„Vivier“ von Marko Nikodijevic eröffnet die OpernbiennalePanoptikum der Wiedergänger

von Alexander Strauch am 09.05.2014

Wo man den Premierenabend in der Muffathalle auch hinschaute, überall sah man Menschen als Wiedergänger. Als zur Premierenfeier der städtische Kulturreferent Hans-Georg Küppers dem scheidenden Intendanten Peter Ruzicka für die langjährige erfolgreiche Leitung der Biennale dankte, sah man unter den Gästen mit Manos Tsangaris auch einen seiner beiden Nachfolger. Bevor der Abend begann, glaubte man im Orchestergraben am Horn den Wiedergänger des kürzlich verstorbenen Berliner Komponisten Friedrich Schenker zu erkennen, seinerseits Posaunist.     » weiterlesen


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