Leben
"Otello" von Rossini bei den Salzburger Pfingst-FestspielenZweiter Frühling beim Gipfeltreffen
Die Bilanz kann sich sehen lassen. Steigerung der Besucherzahlen um 6 Prozent, dazu 96 Prozent Platzauslastung: Cecilia Bartoli hat es geschafft, als umtriebige Chefin den verblichenen Glanz des Salzburger Pfingst-Events kräftig aufzupolieren. Und das, obwohl sie in der zweiten Opern-Produktion der Festspiele gleich gegen drei Tenöre zu kämpfen hatte. Rossini macht es möglich. Denn in Neapel, wo 1816 die Uraufführung des „Otello“ stattfand, herrschte ein unüberbrückbarer Mangel an tiefen Männerstimmen. » weiterlesen
"Niemandsland" von Dries VerhoevenMit den Kammerspielen zum Betroffensein ins Bahnhofsviertel
Wo ist Niemandsland? Da, wo Flüchtlinge in einem fremden Land ankommen und nicht heimisch werden dürfen, weil die deutsche Bürokratie sie jahrelang in Asylantenheime einsperrt und ihnen die Integration in den Alltag verwehrt. Das ist nicht die Meile südlich des Hauptbahnhofs, auf der man im neuen Stadtraum-Projekt „Niemandsland“ der Kammerspiele mit Kopfhörer einem Guide hinterher trottet. » weiterlesen
Premiere von "La Cenerentola" bei den Salzburger PfingstfestspielenÄltliches Mädchen mit Selbstbewusstsein und Optimismus
Der Jubel ist selbst für Salzburger Verhältnisse ungewöhnlich Und als dann alle im "Haus für Mozart" das "Happy Birthday" auf Cecilia Bartoli anstimmen, die am Tag zuvor Geburtstag hatte, ist das so, als wolle man gemeinsam demonstrieren, wie sehr diese verschworene Pfingstgemeinde zusammen hält: an guten wie an schlechten Abenden. » weiterlesen
Interview mit Brigitte von Welser zum Klangfest 2014"Es gibt hier etwas für alle, auch ohne Eintrittskarte"
Und schon ist es eine Institution: Das 5. Klangfest im Gasteig wird wohl trotz Sommerausbruchs am Samstag (7.6.2014) wieder mehr als 10.000 Besucher anziehen. Organisiert vom Produzenten-Verband VUT werden sich rund 30 regionale Bands und Musikfirmen aller Stilrichtungen bei freiem Eintritt in den Sälen, Foyers und auf einer Open-air-Bühne präsentieren. Gastgeberin des bunten Festivals ist Gasteig-Geschäftsführerin Brigitte von Welser. Im Interview erklärt sie, was Imageveranstaltungen sind, wie die Konzertsaal-Debatte des Gasteig beeinflusst, und wie ihre eigene Zukunft aussieht. » weiterlesen
München bekommt ersten Stolperstein für ein Opfer der Nazi-EuthanasieRotes Kreuz hieß - Tod
Am Donnerstag, den 22. Mai 2014, wird ein Gedenkstein für Max Sax, der am 30. Juli 1943 im Alter von 71 Jahren in der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar gestorben ist, in München feierlich gelegt. Max Sax starb, weil er im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms unter der Aufsicht der Pfleger und Ärzte verhungerte. Der Gedenkstein für Max Sax ist der 27. Stolperstein, der in München verlegt wird und der an die Krankenmorde erinnert, die aus historischer Sicht heute einhellig als „Probelauf für den Holocaust“ gesehen werden. Bisher mussten alle 27 Stolpersteine in München auf Privatgrund verlegt werden, da der Stadtrat 2004 eine Verlegung auf öffentlichem Gelände verboten hat. Das Thema wird heuer wieder Gegenstand einer Stadtratsvorlage sein. » weiterlesen
Zum Tod des großen Rolf Boysen"Die Sprache ist das Einzige, woran ich überhaupt glaube!"
Rolf Boysen starb am 16. Mai 2014 im Alter von 94 Jahren in München. Er war einer der größten deutschen Schauspieler und für München schon zu Lebzeiten eine Theater-Legende. Münchens neuer Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) würdigte Boysen wie folgt (SZ-Anzeige vom 21. Mai 2014): "Der Münchner Theatergemeinde hat er mit seiner Darstellungskunst viele unvergessliche Stunden geschenkt." Der Kulturvollzug erinnert daran, was für ein faszinierender Mensch von Kultur und Geist Boysen auch jenseits der großen Schauspielrollen gewesen ist. Äußerst beliebt beim Publikum waren seine Lesungen großer literarischer Stoffe. Wir veröffentlichen im Gedenken an Rolf Boysen ein Interview, das erstmals am 6. November 2008 in der Münchner Abendzeitung erschienen war, vor Boysens Lesung aus Vergils "Aeneis" im Prinzregententheater. » weiterlesen
Des Oberbürgermeisters Abschieds-Tour nach 21 JahrenUde ade
Jetzt ist dann aber endgültig Schluss: Nachdem Münchens Alt-OB Christian Ude seit gefühlten Jahren aus dem Amt schied, wird heute (16.5.2014) mit einem Festakt zu seinen Ehren im Deutschen Theater noch ein finales Mal glamour- und promimäßig gefeiert. Offiziell war Ude, der München 21 Jahre lang regiert hat, schon am 30. April aus dem Amt geschieden, in dem er aus Altersgründen nicht verbleiben durfte. An jenem letzten Arbeitstag machte er, taktisch und rhetorisch geschickt versteckt, wie es seine Kunst ist, auch eine kleine kulturelle Grundsatz-Erklärung. » weiterlesen
Karl Stankiewitz über einen Aspekt deutscher HistorieDie Pfalz als bayerische Krim - 800 Jahre gemeinsame Geschichte, aber keine Aussicht auf Rückkehr
Jahrhundertelang war die Pfalz für Bayern ungefähr das, was die Krim für Russland war: ein exterritorialer, fruchtbarer, landschaftlich schöner Landesteil nicht ohne strategische Bedeutung. Es geschah im Frühjahr 1214, dass der später erdolchte Bayernherzog Ludwig der Kelheimer vom König und späteren Kaiser Friedrich II. mit der vormals welfischen Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt wurde, wie eine vom 6. Oktober datierte Urkunde im Landesarchiv Speyer besagt. » weiterlesen
Karl Stankiewitz über Visionen - und was aus ihnen wurdeModerner, schneller, teurer - 50 Jahre Größenwahn in Bayern
Vor einem halben Jahrhundert hat der Marsch in die Großtechnik des atomaren Zeitalters begonnen. Und man muss kein Lokalpatriot sein, um sagen zu können, dass Bayern einer der ganz wichtigen Startplätze war - so dass Franz Josef Strauß in einer späteren Regierungserklärung verkünden konnte, das von ihm regierte Land müsse der „modernste Staat in Europa“ werden. Jedenfalls überschlugen sich im Jahr 1964 die Meldungen über Innovationen, die fantastische Möglichkeiten zu eröffnen schienen. Allerdings: Fast alle dieser Projekte waren mit ungeheuren Kosten und vielen anderen Problemen belastet - oder sind letztlich gescheitert. Einige erwiesen sich als Utopien. Ein Rückblick von Karl Stankiewitz. » weiterlesen
Zum Maibockanstich im Hofbräuhaus mit Django Asül"Hubert, mehr Lob geht nicht!" - was vom Derblecken übrigbleibt
Die kabarettistische Starkbierveranstaltung im Hofbräuhaus hat sich längst zu einer ernstzunehmenden Alternative zur berühmten Konkurrenz auf dem Nockherberg entwickelt. Maßgeblichen Anteil daran hat der Maibock-Festredner Django Asül, dessen niederbayrische Direktheit geradezu kathartische Wirkung hat. Heute (30.4.2014) ist es wieder soweit: Derblecken im Hofbräuhaus. Zur Einstimmung auf die neue Asül-Runde eine Dokumentation der letzten Rede.
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