Geh- und Sehhilfen: Das Kunstareal in der Maxvorstadt erhält ein Leitsystem

von Achim Manthey

Die Alte Pinakothek bleibt der Mittelpunkt (Foto: Achim Manthey)

Der Wettbewerb ist entschieden. Mit großer Mehrheit fiel die Wahl der 18-köpfigen Jury der "Projektgruppe Kunstareal" auf den Entwurf eines Leit- und Orientrierungssystems  des Münchner Büros Thomas Mayfried Visuelle Kommunikation. Nun soll es an die Umsetzung gehen.

16 Museen und Ausstellungshäuser, über 40 Galerien und Kulturinstitutionen und sieben Hochschulen befinden sich im Einzugsgebiet des Kunstareals München, das sich über die Bereiche rund um den Königsplatz und die Pinakotheken erstreckt. Da lässt sich schon einmal der Überblick verlieren. Um die  öffentliche Wahrnehmung der einzelnen Häuser zu verbessern, hatte die "Projektgruppe Kunstareal" Anfang 2011 acht renommierte Kommunikationsbüros eingeladen, zum Thema "Orientierung und Sichtbarkeit im Kunstareal München" ihre Konzepte für eine verbesserte Besucherorientierung und Sichtbarkeit vorzulegen. Von den Entwürfen, die im Frühsommer dieses Jahres in der Pinakothek der Moderne auch der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, fiel die Wahl der Jury unter dem Vorsitz von Sophie Wolfrum, Inhaberin des Lehrstuhls für Städtebau und Regionalplanung der TU München und wissenschaftliche Koordinatorin des Wettbewerbs, nun auf das Konzept des Münchner Büros Thomas Mayfried.

Das Zentrum des Kunstareals (Foto: Achim Manthey)

Zentrales Element für optimale Erkennbarkeit sowohl im realen Raum wie in den Internet-Auftritten der beteiligten Häuser sind schwarz-weiße Quadrate. Es könne nicht Ziel eines Leit- und Orientierungssystems sein, die Besucher auf schnellstem Weg von A nach B zu führen, erläutert Mayfried, der seit 2003 auch das Erscheinungsbild vom Haus der Kunst maßgeblich mit gestaltet hat. "Das ganze Potential des Kunstareals können wir mit einem Orientierungssystem viel besser erschließen, wenn wir auch im realen Raum sichtbare Querverbindungen zwischen den Häusern schaffen und den Besucher damit auffordern, vom ursprünglichen Raster abzuweichen und auf eine Entdeckungsreise zu gehen." Dies soll neben den schwarz-weißen Hinweistafeln beispielsweise auch durch Sitzmöbel, die zugleich als Wegweiser dienen, umgesetzt werden und den Erlebniswert für die Besucher im Kunstareal steigern. Ergänzt wird dies durch einen Faltplan und mobile Online-Funktionen.

Noch ist ungewiß, wann das alles umgesetzt sein wird. Nun geht es erst einmal an die Detailplanung. Immerhin: Die zentralen Elemente des Konzepts werden auf der neuen Internetseite des Kunstareals zu sehen sein, die bereits Anfang 2012 zur Verfügung stehen soll. Man darf gespannt sein.

Michael Grill berichtete bereits am 13. Februar 2011 für den Kulturvollzug über Münchens klügstes Stadtviertel.

 

Veröffentlicht am: 30.09.2011

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