Bonn und München feiern das Werk der Konzeptkünstlerin Hanne DarbovenDoppelte Hommage an die Maximalkunst einer grandiosen Anachronistin
Wo soll man eigentlich anfangen? Einfach mittendrin in diesem Raster-Meer gerahmter Seiten? Sitzt womöglich im Detail die Erklärung? Und was ist überhaupt der Sinn dieser dauernden Überbordung? Man könnte hier leicht ungehalten werden. Und ratlos. Ratlos vor allem, wenn man sich dem Werk Hanne Darbovens (1941-2009) mit den üblichen Erwartungen nähert und das Ganze kapieren, durchdringen, eine Botschaft aus dieser – nennen wir’s ruhig – Zumutung herausfieseln will. » weiterlesen
„Picasso. Mann Frau“ im Buchheim Museum am Starnberger SeeUnd ewig lockt der Dominator
Nein, bei einem Genie darf man nicht kleinlich sein. Da hat selbst die Kunstlehrerin im figurfern wallenden Malerkittel eine Ausnahme gemacht und ihre ansonsten stramm feministische Grundhaltung für einen ausgedehnten Moment der Euphorie vergessen. Bei den ganz Großen gelten andere Gesetze, auch in prekären Fällen, das ist immer wieder schön zu beobachten. Aber angeblich hat die minderjährige Marie-Thérèse Walter wenigstens brav den 18. Geburtstag abgewartet, um sich endlich ihrem 25 Jahre älteren Liebhaber hinzugeben. Einem Picasso könne sich eine Frau auf Dauer nicht widersetzen, sollte sie später bekennen. Und schon ist man mittendrin in diesen schillernden amourösen Abenteuern des wichtigsten Künstlers der letzten hundert Jahre – im Buchheim Museum sind nun die „Ergebnisse“ vor allem auf Papier zu verfolgen. » weiterlesen
Räume der Kunst (Teil 3)
Räume der Kunst (Teil 2)
Zur Feier von Richard GrimmWie aus einer verrückten Idee das Jüdische Museum entstand
Jetzt, wo es schon seit Jahren wie selbstverständlich am St.-Jakobs-Platz steht, ist es eine Geschichte aus grauer werdender Vergangenheit. Dabei war es ein buntes, aber nicht immer fröhliches Abenteuer, wie einst aus einer kleinen Privatinitiative das Jüdische Museum München entstand. Der Mann, der den Anstoß gab, wurde 2015 70 Jahre alt. Deshalb möchten wir ihn auch hier würdigen, bevor das neue Jahr kommt und auch diese Vergangenheit wieder ein Stück grauer wird. (gr.)
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"Nullnummer", das neue Buch von Umberto EcoAls hätte man was in der Hinterhand
Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama behauptete schon 1992 das Ende der Geschichte. Die Dynamik des geschichtlichen Prozesses hat seitdem unter dem Schleier der digitalen Echtzeit wohl weiter rapide an Kontur verloren. Verlarvt sich die Welt darin zum gesichtslosen Gerücht, über das ihre Medien in der heutigen Nachricht versprechen, morgen zu berichten? Aus Nachrichten werden Optionen auf Nachrichten? So oder ähnlich sieht es wohl auch der Großmeister des Zeichens, Umberto Eco, der mit "Nullnummer" einen Roman über das Italien des Jahres 1992 und seine Medien am Beginn sich global vernetzender Verschwörungstheorien durch das Verhüllungsmedium Internet geschrieben hat. » weiterlesen
Olaf Metzel und Hans von Marées beieinander in der Neuen PinakothekAfrikanische Schwestern ganz nah vor Lampedusa
Beim einen scheiden sich die Geister, der andere erhitzt regelmäßig die Gemüter. Schon allein deshalb sollte eine Gegenüberstellung der Werke Hans von Marées‘ (1837-1887) und Olaf Metzels, Jahrgang 1952, für ein paar Funken sorgen. Außerdem schafft es der Münchner Bildhauer und Akademieprofessor, mit dem Deutschrömer Marées einen Maler in den Fokus zur rücken, dessen dunkle Refugien man in der Neuen Pinakothek – seien wir ehrlich – nur zu gerne umgeht. » weiterlesen
Räume der Kunst (Teil 1)
Schwabings "Drugstore" steht vor einem GenerationenwechselErste und letzte Station der Flower-Power-Welle
Wenn alles gut geht, bleibt das letzte Wahrzeichen von „Swinging Schwabing“ erhalten. Dem Drugstore am Wedekindplatz droht nun offenbar doch nicht das Schicksal der ehedem fünfzig Meter entfernten Kult-Boazn „Schwabinger Sieben“ und anderer Objekte im einstigen Künstlerviertel, die der Spekulation zum Opfer gefallen sind. Jedenfalls darf Nader Saffari damit rechnen, dass ihm die Maierbrauerei in Altomünster den Betrieb seines Vaters, der kürzlich 78jährig an Krebs verstorben ist, per Pachtvertrag anvertrauen wird. Ganz sicher ist das freilich noch nicht; viele Interessenten mit gutem Namen und gastronomischer Erfahrung stehen auf der Matte. » weiterlesen





