Zur internationalen Kunstmesse "Highlights" in der Münchner ResidenzIm Wohnzimmer der besonderen Hingucker
Ob Jürgen Rose weiß, dass ihm Herbert Achternbusch ein Riesentrumm Aquarell gewidmet hat? Ein schwarzes Pferd, vielleicht ist es auch ein Esel, reißt da sein blutiges Maul auf, aus dem Auge ragt ein Arm, im Hintergrund erkennt man leicht die Glyptothek. Münchens Lieblingsbühnenbildner, der eben erst eine Großausstellung im Theatermuseum hatte, und der schräge Regisseur-Schriftsteller-Maler werden den Sinn des Ganzen schon noch miteinander ausmachen. Kunsthändlerin Gertrud Rudigier, an deren Stand das auffallende Bild zwischen Alten Meistern und Antiquitäten hängt, amüsiert sich jedenfalls. So ein Hingucker zieht an – und zeigt, dass auch eine gediegene Kunstmesse wie die „Highlights“ mit Überraschungen aufwartet. » weiterlesen
"Amarillo" vom Teatro Linea de Sombra beim Festival SpielartVertiefter Stillstand
Kollektive Prozesse, direkte Adressierung des Publikums, Textflächen, Dokumentation, Multi-Media, Tanz, Körper - Hybridtheater wird das auch genannt und beinhaltet so ziemlich alles, außer einer Beziehung zwischen den Figuren auf der Bühne. Das freie Theater "Teatro Linea de Sombra" zeigte im Rahmen des Spielart-Festivals 2015 in der Muffathalle "Amarillo", die Geschichte eines "Nobodys", wie es im Begleittext heißt, der in der texanischen Wüste irgendwo vor der Stadt Amarillo verloren gegangen ist. » weiterlesen
"Le socle des vertiges" bei Spielart in der MuffathalleEndloses Leiden - und ein kleines bisschen Poesie
Ein Stück Theater, kein Stück im herkömmlichen Sinn. Der kongolesische Autor und Schauspieler Dieudonné Niangouna hat sein Romanfragment "Le socle des vertiges" (Das Fundament des Taumels) als Vorlage genommen, um es mit sechs Spielern in der Originalsprache Französisch mit Übertiteln, Film- und Toneinspielungen, Live-Musik und jeder Menge schnell verschobener Requisiten des nackten Alltags, Sandsäcken, Stacheldraht, Kisten, Tonklumpen, Garderobenständern und Farbkübeln umzusetzen. » weiterlesen
Fotos von Karl Blossfeldt in der Pinakothek der ModerneEin Star aus Versehen, der Rest ist Kunstgeschichte
Man kann sich diese Bescheidenheit heute gar nicht mehr vorstellen. Als Karl Blossfeldt (1865-1932) einen riesigen Stapel Fotografien für seine Ausstellung am Bauhaus fein säuberlich verpackt, fügt er zu einer einzigen Arbeit das Objekt, die getrocknete Pflanze, hinzu. Am liebsten hätte er das bei allen 200 Exemplaren so gehalten, schreibt er nach Dessau. Als wollte er in einer Tour demonstrieren, dass gar nicht er der Künstler sei – sondern die Natur. » weiterlesen
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Kammerspiele-Auftakt mit Shakespeares "Kaufmann"Wo war gleich noch mal die Substanz?
Harter Stoff zum Saisonauftakt in der Kammer 1 (so heißt jetzt das große Haus an der Maximilianstraße): Zum Auftakt der Kammerspielsaison unter dem neuen Intendanten Mathias Lilienthal inszeniert Nicolas Stemann Shakespeares "Kaufmann von Venedig". Und hinterlässt allgemeine Verunsicherung. Absicht? Wir werden sehen. » weiterlesen
Münchner Kultur
Jean Paul Gaultier in der KunsthalleWillkommen bei der augenzwinkernden Scheinheiligkeit
Ihm haben wir die Kombination Tutu zur Lederjacke zu verdanken und Madonnas Domina-Outfits mit nackten Brüsten oder im Spitzbusen-Korsett, hautenge Matrosen-Pullis im Ringel-Chic und Röcke, ganz ohne Schotten-Karos, für Männer: Jean Paul Gaultier.
Camouflage und Ethno-Muster, Satin und Latex, Netz und Nieten, Hai-Noppen und Kalbsleder, Papageienfedern und Pythonhaut – nur das Leopardenfell ist aus Perlen gestickt. Das war mal Fashion-Avantgarde, und dass JPG ein Material-Magier und Meister der Oberfläche ist, zeigt nun auch die Schau „From the Sidewalk to the Catwalk“, die jetzt in der Kunsthalle München 140 kühn bis krude, aber stets handwerklich perfekte Kreationen präsentiert. Sie ist letzte Station einer Tour, die von Montréal bis Paris um die Welt reiste. » weiterlesen
"Sein oder Nichtsein" nach dem Lubitsch-Film am Münchner VolkstheaterLachen bis zum bitteren Ende
Lockerer Auftakt und tragisches Ende am Volkstheater in München: Mit "Sein oder Nichtsein" nach dem Film von Ernst Lubitsch startete das Haus an der Brienner Straße in die neue Saison. Mina Salehpour setzt in ihrer Inszenierung auf Gags und Überzeichnung. Kurzweilig, komisch, in der Premiere noch mit Luft nach oben. » weiterlesen




