Seefestspiele in MörbischMit Berliner Charme im Burgenland
Es werde sich schon ein Plätzchen finden, wo er das Papier „hinstecken“ könnte - da war er wieder ganz der alte Grantler. Zwanzig Jahre lang leitete Harald Serafin die Seefestspiele im burgenländischen Mörbisch, nahe der österreichisch-ungarischen Grenze. Er machte sie zum „Mekka der Operette“. Aber immer noch hat er sich nicht damit abgefunden, dass es ihm nicht gelungen ist, Sohn Daniel als seinen Nachfolger durchzuboxen. Seit drei Jahren leitet die deutsche Sopranistin Dagmar Schellenberger das ambitionierte Festival. Allen Unkenrufen zum Trotz, mit Erfolg: Nach verwackeltem Start mit Millöckers „Bettelstudent“ wurde das Musical „Anatevka“ im letzten Jahr mit insgesamt 168.000 Besuchern zum unerwarteten Hit, den die resolute Chefin aus Sachsen diesmal mit der Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ sogar noch übertreffen möchte. Vor der Premiere überreichte sie dem angereisten Oldtimer Serafin noch schnell die Mörbischer Ehrenmitgliedschaft – eben jene Urkunde, für die der mittlerweile 83jährige jetzt das passende Örtchen sucht. » weiterlesen
Pappi, geht's hier zur neuen Philharmonie?
Alles total offen
"…und keine Zweifel werden sein und keine Fragen"
Stückls "Nabucco" begeistert in OberammergauLenker der Volksmassen
Große Oper gibt's eben auch außerhalb der großen Städte: Oberammergau wagt sich unter Christian Stückl an Verdis "Nabucco" und meistert seine erste eigene Opernproduktion beeindruckend. » weiterlesen
"Yes!Yes!Yes! Warholmania in Munich" im Museum BrandhorstKeine Zeit, nur Produktion
September 2010 war in Pittsburgh, Pennsylvania, die Ausstellung „Twisted Pair“ zu sehen. Marcel Duchamp und Andy Warhol erschienen hier als das Künstlerpaar des 20. Jahrhunderts, das unsterblich geworden war, durch ihrer beider Negation der heilig bourgeoisen Verbindung von Künstler und Werk, eigener Stimme und Vision. Im Versuch Identitäten – auch die eigene - durch Vervielfältigung zum Verschwinden zu bringen, war allerdings niemand fruchtbarer. Der lange Schatten Warhols in die Zukunft, schrieb Michiko Kakutani im November 1996 in Culture Zone, war der eines „silver wigged ghost hovering over the culturescape like a faintly bemused angel“. Ein langer Schatten, der über Damien Hirst, David la Chapelle, Jean Michel Basquiat bis zu Lady Gaga fällt. Nun hat München seine Warholmania. Das Museum Brandhorst setzt seine gesamten Bestände ein, gleichzeitig zeigten Ex-Factory-Collaborate Glenn O´Brien und Katja Eichinger in Zusammenarbeit mit dem Filmfest München selten Gesehenes aus Warhols filmischem Schaffen wie zum Beispiel die Screentests. » weiterlesen
Überblick
Das Werk von Jürgen Rose im Theatermuseum und in der Akademie der Schönen KünsteDer Stoff, der die Bühnenwelt zusammenhält
„Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding“, das singt die Marschallin ihrem blutjungen Liebhaber Octavian ins Ohr. Sowieso geht es in Richard Strauss‘ „Rosenkavalier“ dauernd um die Zeit. Doch erst aus der Nähe sieht man, dass am Rock der gereiften Fürstin eine fein drapierte kleine Uhr hängt. Das ist eines dieser beredten Details, die man nicht einmal im Parkett der Staatsoper wahrnimmt. Aber Jürgen Rose, der Kostüme und Bühne für Otto Schenks Münchner Inszenierung entworfen hat, liest eben das Libretto, Wort für Wort. Und taucht ein in die Stücke wie man das eher von den tonangebenden Regisseuren erwartet. Man kann das jetzt in einer überbordenden Doppelschau verfolgen – im Theatermuseum am Hofgarten und ein paar Meter weiter in den Residenzräumen der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. » weiterlesen
Premiere der Opernfestspiele mit "Pelleas und Melisande"Vor lauter Symbolen den Sinn nicht mehr gesehen
Immer, wenn sich eine Neuinszenierung von Debussys einziger Oper „Pelléas et Mélisande“ ankündigt, kommen die Intellektuellen aus ihren Löchern. So kann man im Programmheft etwas über „das Phänomen der transgenerationalen Übertragung“ lernen, das sich in der Trauma-Forschung und vor allem in der Geschichte des Holocaust findet. In einem vor der Premiere im Prinzregententheater veröffentlichten Zeitungsinterview wird die junge Regisseurin Christiane Pohle keck gefragt, wie sie denn bitte schön „das performative Aufbrechen einer Entität von Darsteller und Figur“ mit Opernsängern umzusetzen gedenke. Nun gut. Ihre Lösungsansätze waren so überzeugend, dass die Eröffnungspremiere der Münchner Opernfestspiele so einhellig abgelehnt und ausgebuht wurde wie selten eine Aufführung zuvor. » weiterlesen






