AC/DC im Münchner OlympiastadionSehr nett, zum Teufel noch mal
Und es brach die Hölle los, denn die Schleusen des Himmels taten sich auf: Im brachialen Münchner Mai-Dauerregen versammelten AC/DC nach sechs Jahren wieder die große und generationenübergreifende Hardrock-Familie im Olympiastadion. Es war (am ersten von zwei Abenden, 19.5.2015) ein knackig-konzentrierter musikalischer Vortrag, doch angesichts einer endgültig kindgerechten Volksfestisierung wehte auch ein Hauch von flauem Abschied durchs weite und wetteroffene Rund. » weiterlesen
Nicht schon wieder Katzenvideos!
Die Pinakothek der Moderne präsentiert "Königsklasse" auf HerrenchiemseeFür die Meerjungfrau - auf ins bayerische Meer!
Schon erstaunlich, wie schnell sich eine Sache etabliert und ein Gefühl von Selbstverständlichkeit vermittelt. Allerdings muss sie dann auch passen, so, wie die „Königsklasse“ auf Herrenchiemsee. Oder konkret: die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im bayerischen Klein-Versailles Ludwigs II. Was 2013, als die Pinakothek der Moderne aufgrund von Rissen in der Rotunde saniert werden musste, als Versuch angedacht worden war, geht nun bereits ins dritte Jahr. Und hört man Josef Austermayer, den heutigen „Schlossherrn", in seiner kaum mehr zu steigernden Begeisterung erzählen, dann sollte das gemeinsame Projekt möglichst noch lange dauern. » weiterlesen
Das Gärtnerplatztheater mit "Dr. Faust jun." in der ReithalleMan ahnt die Pointen nur, und man ist verstimmt
Mit Goethes „Faust“ ist nicht zu spaßen – vor allem nicht hierzulande, wo selbst Gounods gleichnamige Oper aus falsch verstandener Ehrfurcht lange Jahre „Margarete“ hieß. Noch vor Jacques Offenbach hat der französische Komponist Florimond Ronger alias Hervé (1825 – 1892) eine Reihe von Parodien auf berühmte literarische Vorbilder verfasst, deren bekannteste den Dichter Cervantes und dessen „Don Quichotte“ aufs Korn nahm. „Le petit Faust“, oder wie das Gärtnerplatztheater seine Ausgrabung nennt: „Dr. Faust jun.“, wurde 1869 in Paris uraufgeführt – und ist seitdem vergessen. » weiterlesen
Der Weltraum zu Gast im Rathaus
L-E-V mit „House“ bei Dance 2015 im Carl-Orff-SaalVom raschelnden Techno-Sound zum Barry-White-Grusel und zurück
Dass die elektronische Musik in ihren populären Formen seit den 90er Jahren die semantischen Räume unserer Welterfahrungen verformt hat, bestätigt „House“, eine Produktion der Gruppe L-E-V mit den Choreografen Sharon Eyal und Gai Behar - nicht nur. Die sechs Tänzer um Sharon Eyal verfügen über einen Bewegungscode, der sie in die Lage versetzt auf der Grundlage der elektronischen Musik die neuen Räume auch zu öffnen. » weiterlesen
50 Jahre diplomatische Beziehungen - Karl Stankiewitz über Juden nach 1945 in SüdbayernDer Hass hatte noch lange nicht kapituliert
Zum Jahresende 1944 – in den Kinos lief gerade das Veit-Harlan-Melodram „Opfergang“ an – konnten die Münchner Massenmordhelfer nach Berlin melden: Die Hauptstadt der Bewegung ist "judenfrei". Von den rund 12.000 jüdischen Bürgern überlebten hier, in ihrer Heimatstadt, nur 84. Eine erschreckende Zahl, dokumentiert von Hanns Lamm, dem ersten Nachkriegs-Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde. Diese war schon am 19. Juli 1945 in einem Altersheim an der Kaulbachstraße neu gegründet worden. Zu Beginn der Versammlung gedachten die etwa hundert Anwesenden ihrer ermordeten Glaubensbrüder. » weiterlesen
Kathak und Voguing bei Dance 2015 in Muffathalle und Carl Orff-SaalKreons Schicksal auf dem Laufsteg
Retro ist out, genug des 70er-Jahre-Jazzdance! Das Festival Dance hat endlich den Mut, modernere Tanzgattungen zu zeigen: Voguing aus New York, choreographiert von Trajal Harrell, sowie indischen Kathak mit Blick auf Bangladesch, inszeniert von Helena Waldmann, sind die zwei besten Beispiele. Auch wenn die Stücke "Antigone Sr. (L)" und "Made in Bangladesch" ihre Schrullen haben, ist es eine Wohltat, Neues zu sehen. Niemand braucht sich zu sorgen, dass die Underdog-Styles nicht mithalten können: Waldmanns Tänzer zeigen in teils herausragender Qualität die Tradition des indischen Tanzes, bei Harrell bringen Laufsteg-Queens die Halle zum Toben. » weiterlesen
Eröffnung von Dance 2015 mit Kaori Ito und Saburo TeshigawaraDas Virus ist angekommen
München zeigt sich als Stadt des modernen Tanzes. In vollbesetzter Muffathalle und gut gefülltem Carl-Orff-Saal führen zwei internationale Festival-Headliner japanischer Herkunft das Münchner Dance 2015 an. Kaori Ito, Regie und Choreografie, mit „Asobi. Adult Game“ und Saburo Teshigawara mit „Landscape“. » weiterlesen
Karl Stankiewitz erinnert sich an die ersten Nachkriegs-Tage im Mai 1945 in MünchenSchatzsuche im Schutthaufen - die Woche zwischen Krieg und Frieden
70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Erinnern immer schwieriger - aber nicht weniger notwendig. KV-Autor Karl Stankiewitz, Jahrgang 1928, hat viele Bücher über Kriegs- und Nachkriegszeiten in München geschrieben. Hier erinnert er sich noch einmal an die Tage Anfang Mai 1945 - die zeitllose Zeit zwischen Ungewissheit und Erleichterung, zwischen Krieg und Frieden. » weiterlesen



