Feuchtwanger-Ausstellung im Literaturhaus816 Seiten - jetzt gefeiert von den Stierwütigen
Das Literaturhaus München zeigt eine ungewöhnliche Ausstellung über ein ungewöhnliches Buch: Lion Feuchtwangers „Erfolg“, 1930 in Berlin erschienen. Der München-Roman schlechthin. Anfangs ohne Erfolg, dann von den zur Macht gelangten Betroffenen verboten und verbrannt, schließlich vergessen und in der Nachkriegszeit nur in Ostberlin gedruckt, nach 1960 aber Lehr- und Kultbuch für alle Bayern-Versteher, abermals politisches Ärgernis, heute Klassiker der Monacensia- und Bavarica-Literatur. » weiterlesen
"Tesseract" und "Animals as Leaders" im BackstageWunderkinder und Sparzwang
Das war früher so eine Sache mit den Wunderkindern: Den Mozart Wolfgang konnte man rumschippern und exklusiv vermarkten; eine europäische Berühmtheit, die sich noch keinem globalen Konkurrenzdruck stellen musste. Heute schnurren die Distanzen internetbedingt nur auf ein paar Clicks zusammen, und auf YouTube häufen sich die Beiträge im steten Wettstreit darum, wer auf der Gitarre die schnellsten Skalen frickelt. » weiterlesen
Karl Stankiewitz im Originaltext von 1949 über die Aufnahme von Flüchtlingen nach dem KriegAls Millionen kamen - und blieben
Die Unterbringung von chaotischen Flüchtlingsströmen ist für Bayern kein neues Problem. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Bundesrepublik Deutschland elf Millionen Heimatvertriebene aufnehmen. Dazu kamen bald drei Millionen Flüchtlinge aus der sowjetisch besetzten Zone. Das Grenzland Bayern hatte die Hauptlast dieser Völkerwanderung zu tragen: Seine Bevölkerung wuchs dadurch von sieben Millionen vor dem Krieg auf 9.329.000 im August 1948. Am 29. Januar 1949 bat Ministerpräsident Hans Ehard – ähnlich wie jetzt die italienische Regierung - um Hilfe der Vereinten Nationen, „da dieses Problem kein rein bayerisches und kein rein deutsches, sondern ein europäisches ist“. In einer am 19. Februar 1949 in der „Süddeutschen Sonntagspost“ erschienenen Reportage schilderte der heutige KV-Autor Karl Stankiewitz, wie „Die erste Flüchtlingsstadt“ entstand; wir geben sie leicht redigiert und gekürzt wieder. » weiterlesen
Zum Start des "Kunstherbst" und der "Langen Nacht der Museen"Schulterschluss der Schatzmeister
Überreif sind jetzt die Früchte der Kunst, üppig und teilweise teuer kommen sie auf den Markt. Im Herbst 2014 läuft München zur kulturellen Hochform auf. Die große Lese begann am 11. Oktober mit der Residenzwoche, die acht Tage lang außergewöhnliche Konzerte und Führungen durch das Schatzhaus der Wittelsbacher anbietet. In der nun bevorstehenden Langen Nacht der Museen am 18. Oktober präsentieren mehr als 90 Museen ihre Räume, oft mit Musik und kulinarischen Genüssen, öffnen ihre Werkstätten und Depots, bitten zu Führungen, Vorträgen und mancherlei Performance. Am 25. Oktober beginnt im Salvator auf dem Nockherberg die traditionsreiche Kunst- & Antiquitätenmesse. Ihr folgen unmittelbar die 59. Deutsche Kunstmesse im Postpalast und eine noch anspruchsvollere Verkaufsmesse namens Highlights in der Residenz. » weiterlesen
Anna Konjetzky eröffnet das Rodeo-FestivalRastlos durch eine rastlose Welt
Wenn eine Stadt aus Würfeln, ein Boden, eine Wand und mittendrin eine Mädchengestalt alle dasselbe Muster tragen und im selben Licht leuchten – dann ist das unglaublich schön anzusehen. „Chipping“, das neue Stück der Münchner Choreografin in Residence Anna Konjetzky, fasziniert im Werkraum der Kammerspiele mit Projektionen auf einer Kubuslandschaft, in der ein Mensch außer Atem seinen Platz sucht. Im Wesentlichen blickt die Choreografie aber hinter die Fassaden des Systems 2.0: Die Dynamik und Ästhetik unserer schönen neuen Welt fusst auf dem völligen Auslaugen des Individuums. » weiterlesen
Nicht nur Durst
Vor 60 Jahren gründete Werner Kubsch in München die Studiosus-ReisenSchönste Eindrücke und schlimmste Abenteuer
Am morgigen Mittwoch (8. Oktober 2014) wird das Reiseunternehmen Studiosus 60 Jahre alt. Gefeiert wird, wohl wegen der politischen Relevanz, in Berlin, und nicht am Stammsitz München. Es geschah an der Ludwig-Maximilians-Universität, dass nach dem Krieg einige Studenten 1954 eine „Süddeutsche Studienferien-Gemeinschaft“ gründeten. Treibende Kraft war Werner Kubsch, der das Unternehmen schon zu Lebzeiten zur „größten unabhängigen Bildungs- und Kulturreiseorganisation“ entwickelte, wie es in der Würdigung eines internationalen Gremiums heißt. Eine legendäre Gestalt in der Geschichte des Tourismus. » weiterlesen
"Monument der Verwesung" im i-campGrinsender Festgast auf totem Braun
Die Theatergruppe „Fake to Pretend“ untersucht Formen von Radikalität unabhängig von Ort und Zeit. Radikalität soll sich vergegenwärtigen als Utopie, gleichzeitig unabhängig vom historischen Prozess. Das Theaterstück „Monument der Verwesung“ im i-camp spielte, ausgehend von der medialen Utopie einer Talkshow, mit irren Zeitschleifen. Eine Art Déja-Revue. » weiterlesen
Blühende Landschaften...
Vor 25 Jahren ließ Ungarn tausende DDR-Urlauber nach Bayern ausreisenWie die Wende begann
Fernsehteams aus dem In- und Ausland und Zeitungsreporter haben Stellung bezogen in Städten nahe der bayerischen Ostgrenze. Niemand weiß, wann und wo der Dammbruch passieren würde. Am 19. August waren bereits 600 DDR-Bürger nach einem von der Paneuropa-Bewegung organisierten „Picknick“ über die ungarisch-österreichische Grenze in die Freiheit „spaziert“; die Sperranlagen waren schon seit Mai abgebaut worden, die Grenzer grüßten freundlich. Karl Stankiewitz erinnert sich, wie der Herbst 1989 begann. » weiterlesen



