"Orest" von John von Düffel am ResidenztheaterRunter aufs Menschenmaß, in jeder Hinsicht
Vergiss die Götter! Sie dienen den Menschen nur als faule Ausrede, um die Verantwortung abzuschieben. Weshalb Orest seine Beschwörungsfloskeln von Apollos Auftrag zum Muttermord schließlich selbst nicht mehr glaubt und mit dem Finger auf seine Schwester deutet. David Bösch inszenierte im Residenztheater „Orest“ von John von Düffel, der nach Sophokles, Aischylos und Euripides die antike Atriden-Tragödie neu gedichtet und ganz ohne Götter auf ein Geschwister-Drama reduziert hat. Nach wechselhaften drei Stunden viel Applaus für Shenja Lacher und Andrea Wenzl. » weiterlesen
Ruth Geiersberger in der Staatlichen MünzsammlungInnehalten ist ihr Lieblingswort
Sie findet überall eine Bühne: im Bahnhof, auf Baustellen, in Kirchen und im Zoo. Ruth Geiersberger macht alle diese Orte zu Bühnen für ihre „Verrichtungen“. So nennt sie ihre kleinen, feinen Kunst-Aktionen. Sie liebt es still und leise und siedelt deshalb ihre Feldforschungen über Begriffe wie Heimat oder Idylle unauffällig in Umgebungen an, wo man dergleichen nicht erwartet. Heute beginnt ihr von einer Japan-Reise inspiriertes Projekt „sososososo... Andachtsübungen“. » weiterlesen
Manfred Kröll präsentiert "Wilde Tendenzen" im i-campMal mehr Hirn. Und mal weniger.
Manchmal beneidet man als Kritiker die Zuschauer, die in der Pause flüchten können. So ein Theaterabend ist die dritte Ausgabe der Plattform „Wilde Tendenzen“, die der Münchner Choreograf Manfred Kröll alle zwei Jahre veranstaltet. Vier halbstündige Gastspiele zum Thema „The future is now - talk about your revolution“ hat Kröll geholt, und nach dem dritten regt sich der Fluchtinstinkt heftig. Aber der vierte Beitrag belohnt das Ausharren mit dem wundersam frischen Live-Kino „ZOOMWOOZ“ aus Barcelona. » weiterlesen
Joey Goebels Roman "Ich gegen Osborne"Der Fänger im intellektuellen Nahkampf
Der Amerikaner Joey Goebel widmet sich gerne den Außenseitern der Konsumgesellschaft. In seinem aktuellen Roman kämpft ein Schüler gegen den Rest der Welt. Er kämpft nicht laut und aggressiv, sondern leise und mit verzweifelter Selbstverteidigung. » weiterlesen
Das Bayerische Nationalmuseum und sein Angebot für junge BesucherBis kleine Museumsmuffel in die Wunderkammer wollen
Kinder sind große Sammler und Sachensucher: Muscheln, Schneckenhäuser, Schlangenhäute, Stöcke und Steine. Der kindliche Sammel-Instinkt ist so ausgeprägt wie er es einst bei den Königen und Kurfürsten war: In den Kunst- und Wunderkammern trugen sie seit dem ausgehenden Mittelalter zusammen, was Natur und Kunsthandwerk an Kostbarem und Besonderem hergaben. » weiterlesen
Wrackwanderung
Zeichnungen von Sepp Mauder bei Truk TschechtarowAls der FC Bayern noch linke Läufer hatte
Die Ausstellung "Bei den Rothosen" präsentiert Sportillustrationen und Karikaturen des Münchner Zeichners Josef "Sepp" Mauder. Sie erzählen viel von der Geschichte des FC Bayern. » weiterlesen
Zur Schenkung der Sammlung Goetz an den Freistaat BayernBeispiellose Offensive für die Medienkunst in München
Was für ein Geschenk! Seit Gabriele Münter der Landeshauptstadt 1962 einige hundert Werke des Blauen Reiter im Gesamtwert von 200 Millionen Mark vermachte und Lothar Günther Buchheim 1995 dem Freistaat über tausend Werke der Brücke sowie seine volks- und völkerkundliche Sammlung im Gegenwert von 100 Millionen Euro dem Freistaat als Dauerleihgabe übereignete, hat Bayern dergleichen nicht mehr erlebt. » weiterlesen
Für eine saubere Parteienlandschaft
"Jetzt das Paradies. Eine Rehab-Oper" im Schwere ReiterAlles krank, alles. Nur die Oper ist immerhin stabil untot
Willkommen im Irrenhaus der Gesundheit! Das neueste Musiktheaterstück der Micro Oper München im Theater `Schwere Reiter´ nennt sich nämlich Rehab-Oper. Cornelia Melian und ihr Team widmeten sich darin der Schwester der Effizienz, der Krankheit, also der Gesundheit – etwa Operngesundheit? Nach Wagner ist das Wort ja eigentlich nicht denkbar. Eher war es doch: Spiel mir das Lied vom Burnout - sozusagen das Lied von der Rehabilitation ruinierter menschlicher Leistungsträger. Und zuletzt schien nach aller Krankheit einzig gesund: das Nichts. » weiterlesen



