"Sommertag" von Nikolaus Brass im Schwere Reiter bei der BiennaleHin- und hergerissen von der ersten Oper im Herbst des Lebens
Am Mittwoch (16.5.14) fand im Schwere Reiter anlässlich der diesjährigen Opern-Biennale die Dernière der ersten Oper „Sommertag“ des 64-jährigen Münchner Komponisten Nikolaus Brass statt. Nachdem die Premiere mit dem Vorwurf einiger Längen in der Öffentlichkeit registriert worden war, war es um so interessanter zu erleben, wie sich das Stück nach seinem kurzen Aufführungszyklus jetzt präsentieren würde. Nach der wohl ausverkauften Voraufführung und Premiere war der Saal jetzt nur halbvoll. So konnte man sich bequem im Raum verteilen, was einigen im weiteren Verlauf der Aufführung noch zum Nachteil geraten sollte. » weiterlesen
Kabarettist Hagen Rether im Deutschen TheaterIn Wut ergraut
Das erste, das einem auffällt im neuen alten Deutschen Theater: Die Sitze sind so weich und bequem. Das letzte, das man denkt bevor man – nach dreieinhalb Stunden – geht, nein, entlassen wird: Wieso sind die Sitze eigentlich so hart? Kabarettist und Gesellschaftsstudierender Hagen Rether fesselt das Publikum mit Charisma und klugem Witz, um es dann zu fordern, zu provozieren und – zu beschenken. » weiterlesen
Abschied von München
Biennale mit Henze/Liebrecht in der Philharmonie und Vivier in der ReaktorhalleMünchner Leidenschaften – Sankt Sebastian in Konzert und Musiktheater
Langsam begreift man, was das Motto „Ausser Kontrolle“ gemeint haben könnte: Zum Auftakt der Biennale hatte sich in Marko Nikodijevics Oper „Vivier“ die Titelfigur Claude Vivier heftig in eine Imagination verliebt, den heiligen Sebastian. Im Sonderkonzert der Münchner Philharmoniker, zu Ehren des 2012 verstorbenen Biennale-Gründers Hans-Werner Henze, erklang dessen Spätwerk, „Sebastian im Traum“, eine Reflexion, frei nach Georg Trakl, über einen klassisch morbiden Salzburgaufenthalt. Jobst Liebrechts "Nebelheim und Sonnenland", Hans Werner Henzes siebte Sinfonie und noch einmal Musiktheater von Claude Vivier selbst, "Kopernikus, Ritual-Oper über den Tod", deuteten auf einen thematischen Gesamtentwurf. » weiterlesen
"Sketches/Notebook" von Meg Stuart in der Spielhalle der KammerspieleWas für ein hyperaktiver Unsinn
Da wurde der Aufführungsort beim Namen genommen: Die Choreografin Meg Stuart machte die Spielhalle zur Spielwiese eines hyperaktiven Kindergartens. Ihre jüngste Produktion, „Sketches/ Notebook“, uraufgeführt 2013 in Berlin, eröffnete das „Relations“-Möchtegern-Festival der Kammerspiele mit drei Tanztheater-Gastspielen. » weiterlesen
Oper "Vastation-Wüstung" von Samy Moussa bei der BiennaleMilizen, Miezen und Matritzen
„Eine Melodie soll dein Führer sein“, gab am Mittwoch (7.5.2014) anlässlich der Eröffnungs-Oper der 13. Musiktheater-Biennale ein Zen-Meister noch in Marko Nikodijevics Oper der Titelfigur Claude Vivier mit auf den Weg. Und in der Tat beherzigte dies auch Nikodijevic, fand im eigenem Herzen und in Vorbildern Anregungen, wie er zwischen Worten und Sound seinen persönlichen Weg finden würde. Denn seit Opern-Urvater Monteverdi finden so die Protagonisten wie der Komponist zu sich selbst. » weiterlesen
„Vivier“ von Marko Nikodijevic eröffnet die OpernbiennalePanoptikum der Wiedergänger
Wo man den Premierenabend in der Muffathalle auch hinschaute, überall sah man Menschen als Wiedergänger. Als zur Premierenfeier der städtische Kulturreferent Hans-Georg Küppers dem scheidenden Intendanten Peter Ruzicka für die langjährige erfolgreiche Leitung der Biennale dankte, sah man unter den Gästen mit Manos Tsangaris auch einen seiner beiden Nachfolger. Bevor der Abend begann, glaubte man im Orchestergraben am Horn den Wiedergänger des kürzlich verstorbenen Berliner Komponisten Friedrich Schenker zu erkennen, seinerseits Posaunist. » weiterlesen
"Nystagmus - Eine große deutsche Kunstausstellung" von Eyal Weiser am VolkstheaterDerwischtanz in die Nazifalle
Nystagmus nennt die Medizin ein unkontrolliertes Zucken der Augäpfel, das die Wahrnehmung beeinträchtigt. Solches unterstellte Hitler den Malern, die er 1937 mit der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ an den Nazi-Pranger stellen ließ und deren verfemte Werke danach verramscht, enteignet, gestohlen und verschoben wurden. „Nystagmus - Eine große deutsche Kunstausstellung“ nennt der israelische Regisseur Eyal Weiser seine Uraufführung am Volkstheater, wo er zwei Mal beim Festival „Radikal jung“ zu Gast war. » weiterlesen
Karl Stankiewitz über einen Aspekt deutscher HistorieDie Pfalz als bayerische Krim - 800 Jahre gemeinsame Geschichte, aber keine Aussicht auf Rückkehr
Jahrhundertelang war die Pfalz für Bayern ungefähr das, was die Krim für Russland war: ein exterritorialer, fruchtbarer, landschaftlich schöner Landesteil nicht ohne strategische Bedeutung. Es geschah im Frühjahr 1214, dass der später erdolchte Bayernherzog Ludwig der Kelheimer vom König und späteren Kaiser Friedrich II. mit der vormals welfischen Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt wurde, wie eine vom 6. Oktober datierte Urkunde im Landesarchiv Speyer besagt. » weiterlesen



