Bühnen
Antonia Brix inszeniert in der SchauburgDa wird doch der Hund in der Penne verrückt
Das Kind fragt: „Können Hunde weinen?“ Das bringt die Erwachsenen zum Nachdenken über ihren unglücklichen Hund Anton, und der findet so endlich seinen eigenen, anerkannten Platz in der Familie. Sich selbst akzeptieren ohne Lebenslügen und versuchen, die anderen zu verstehen: Das ist die Botschaft von Jutta Richters Stück „Ich bin hier bloß der Hund“. In der Schauburg inszenierte Antonia Brix das für Kinder ab 9 (die verstehen das sicher auch ab 6) artifiziell und wenig spannend. » weiterlesen
"Verkommenes Ufer..." und mehr Heiner Müller im ResidenztheaterSchließlich triumphiert die Kraft des Wortes
Seit 30 Jahren bringt Dimiter Gotscheff unermüdlich Heiner Müller auf die Bühne, dessen wortmächtige Stücke nach seinem Tod 1995 allmählich aus den Spielplänen verschwanden. Am Resi inszenierte der 70-jährige Bulgare vor drei Wochen Heiner Müllers „Zement“ - es war Gotscheffs erste Regie in München. Zusätzlich holte das Resi zwei Gotscheff-Gastspiele: Handkes „Immer noch Sturm“ war in der Uraufführung von 2011 zu sehen, jetzt gastierte im Rahmen eines dreitägigen Heiner-Müller-Festivals das Deutsche Theater Berlin mit „Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten / Mommsens Block“, auch 2011 inszeniert. » weiterlesen
Zur Premiere von O'Neills "Seltsames Intermezzo" an den KammerspielenEin existenzielles Drama
Vier Männer prägen das Leben von Nina: Ihr gefallener Verlobter Gordon, den sie verklärt, ihr Ehemann Sam, ein pragmatischer Aufsteiger, der mutterfixierte Schriftsteller Charles, der sie anbetet und der Arzt Ned, den sie zum Vater ihres Sohnes und langjährigen Geliebten macht. Über 25 Jahre spannt sich Eugene O'Neills selten gespieltes Stück "Seltsames Intermezzo", das Ivo van Hove an den Kammerspielen inszeniert, mit Sandra Hüller als Nina. Zur heutigen Premiere hat der Kulturvollzug mit dem Regisseur gesprochen. » weiterlesen
Dimiter Gotscheff inszeniert in MünchenVor dem kleinen Heiner-Müller-Festival im Residenztheater
Es war eine kleine Sensation, dass Resi-Intendant Martin Kusej die Regielegende Dimiter Gotscheff zu einer ersten Inszenierung in München überreden konnte. Der Preis war die Aufführung von Heiner Müllers Frühwerk „Zement“. Gotscheff, seit Jahrzehnten Müllers Regie-Sachwalter, hatte das Stück vergeblich anderen Theatern angeboten, kurz nach seinem 70. Geburtstag hatte es hier am 5. Mai 2013 Premiere. Gotscheffs Dichter-Engagement zu Ehren veranstaltet das Resi vom 24. bis 26. Mai 2013 im Marstall ein Heiner-Müller-Festival - eröffnet von Gotscheffs Berliner Inszenierung „Verkommenes Ufer....“. » weiterlesen
Jan Decorte mit "O Death" in der SpielhalleStimm-Partitur in der Sprache eines naiven, schwarzen Märchens
Einen „genialen Narren“ nannte ihn die Presse schon Ende 80er Jahre, lange bevor der flämische Autor und Avantgarde-Regisseur wegen eines psychischen Zusammenbruchs 2004 die Premiere seiner „Orestie“-Nachdichtung in Antwerpen absagen musste. Mit Hilfe seiner Frau und Muse Sigrid Vinks hat sich der depressive Jan Decorte wieder stabilisiert, und Johan Simons ermöglichte ihm nun die späte Uraufführung von „O Death“ an den Münchner Kammerspielen. » weiterlesen
Sportfreunde Stiller präsentieren neue CD mit BildernAlles nur aus Liebe - Songs zum Anschauen
Wenn die Sportfreunde Stiller rufen, kann es voll werden. So am Pfingstsonntag, als die Gruppe mit der Ausstellung "Liederschau" in der Schwabinger Galerie Truk Tschechtarow ihr neues Album vorstellte. » weiterlesen
"räuber.schuldengenital" im MarstallWas habt ihr uns gelassen, um anders zu leben?
Die Alten werden immer älter und die Jungen haben immer weniger Zukunftsperspektiven. „Die Jungen wollen jetzt schon erben, und weil die Alten noch nicht tot sind, müssen sie eben nachhelfen“, sagt Alexander Riemenschneider über das Stück „räuber.schuldengenital“ von Ewald Palmetshofer, das er im Marstall inszeniert. » weiterlesen
Impressionen vom Klangfest 2013 (II)Neu, elektrisierend - ein folkloristisches Klangfest
Dolomitenschönheiten, Dialektpotenzen und Klänge zu denen man nicht Auto fahren sollte: In den drei Sälen des Gasteigs, Carl-Orff-Saal, Black Box, kleiner Konzertsaal, sowie auf der Open Air Bühne des Klangfests waren 32 Bands als Vertreter ihrer im Foyer aufgebauten Labels zu bewundern. Die Höhepunkte: Unterbiberger Hofmusik und Monika Roscher Big Band. » weiterlesen
Impressionen vom Klangfest 2013 (I)Geld für neue Schuhe und die Pamplemoussentorten-CD
Das Wetter meinte es gut mit dem Klangfest am vergangenen Samstag. Es ist so sonnig und warm, dass man sich gerne draußen aufhält, bei der Open-Air-Bühne und dem Essensstand auf dem Gasteig-Vorplatz. Es sind aber auch noch keine Schwimmbadtemperaturen, die von einem Konzertbesuch in der Black Box oder im Carl-Orff-Saal abhalten würden. 32 Ensembles, bestehend aus insgesamt 168 Künstlern, präsentieren sich bei der publikumsorientierten Leistungsschau der Münchner Labels. » weiterlesen
"Fast ein bisschen Frühling" im Schwere ReiterMit dem Finger zu nervös am Abzug
Der böse Wolf verliebt sich ins weintrinkende Rotkäppchen: Da flimmern im Video von Malte Kreutzfeldt über dem Scherenschnitt-Wolf Herzchen. Die flimmern unsichtbar auch über zwei deutschen Bankräubern, die 1933 auf der Flucht nach Indien in Basel hängen bleiben - wegen der Schallplattenverkäuferin Dorly Schupp. Diesen authentischen Fall hat der Schweizer Alex Capus 2002 in dem Roman „Fast ein bisschen Frühling“ dokumentiert. Die freie Gruppe Fräulein Freundlich mit Regisseur Jörg Witte und der Schauspielerin Tanya Häringer machte daraus eine Media-Performance, die gerade beim Figurentheater Erlangen Premiere hatte und jetzt im Schwere Reiter gastiert. » weiterlesen

