Bühnen
Millöckers Bettelstudent vom Gärtnerplatz im PrinzeHalt nur auf die Schulter geküsst
Das durch Umbau blockierte Gärtnerplatztheater gastiert mit Millöckers Bettelstudenten im Prinzregententheater. Ironie und Charme gingen unterwegs verloren. » weiterlesen
Altsaxophonist Kenny Garrett in der UnterfahrtIm Zentrum der Jazz-Alchemie
Letzte Töne. Verbogene, gequetschte. Nur noch Atem im Mundstück. Mit dem Summen der Trommelfelle und dem Sirren geneigter Publikums-Neuronen verlässt ein Stück die Unterfahrt, flüstert noch in den Schächten der Lüftung und dreht sich dann in einer silbrigen Klangsilhouette tief in den Himmel über Haidhausen. Kurzer Moment einer Stille, immer noch beredt, die geradezu leuchtet: dann bricht der Applaus aus. Ein Gebeugter, in sich Versunkener löst sich aus der Erstarrung: Altsaxophonist Kenny Garrett. Er begeisterte in der Unterfahrt. » weiterlesen
Element of Crime im FreiheizLiebling, wir haben den Regener geschrumpft
Außer bei einem exklusiven Studiokonzert beim Bayerischen Rundfunk vor gut zwei Jahren sind Element of Crime schon lange nicht mehr in einem so intimen Rahmen in München vor ihr Publikum getreten. Im Freiheiz an der Donnersbergerbrücke spielen sie dafür gleich an vier Abenden hintereinander. Beim Auftakt am Mittwoch (10.4.13) konnte man sehen und hören: Eine große deutsche Band, die im Kleinen nicht unbedingt größer, aber auch nicht kleiner wird. » weiterlesen
"Jenseits von Eden" in der SchauburgLebensthema von zwei Generationen
Beim Titel denkt man meist zunächst an den Film mit James Dean in der Hauptrolle. Doch Elia Kazans Verfilmung von 1955 behandelt nur den dritten und vierten Teil des großen Romans "Jenseits von Eden" von John Steinbeck. Regisseur Gil Mehmert erzählt an der Schauburg in zwei Stunden das ganze, über drei Generationen reichende Familienepos, lässt aber den Nebenstrang der Familie Hamilton weitgehend weg. Sebastian Horn von den Bananafishbones hat dazu Songs geschrieben, so wird daraus Rockmusiktheater unplugged. » weiterlesen
Tschechows Onkel Wanja in den KammerspielenTragisches Kasperltheater im Schaufenster
Wer seinen Tschechow so liebt, wie Hans Lietzau 1987 "Onkel Wanja" an den Kammerspielen inszenierte, den ergreift hier schnell ein Fluchtreflex. Damals breiteten Claus Eberth als Wanja, Cornelia Froboess als Sonja, Helmut Griem als Astrow und Rolf Boysen als Professor ihr Unglück in Enzio Toffoluttis lichten Räumen aus. Jetzt sind die Figuren eingesprerrt in einen engen schwarzen Guckkasten, der an Kasperltheater denken lässt. » weiterlesen
Interview mit Dirk von Lowtzow von TocotronicDreamyness vom Erdbeerbär, elegant wie Bryan Ferry
Er ist irgendwie klug, er ist süß wie ein Teenie-Star, er ist angemessen eitel und er antwortet ausführlich und höflich. Dirk von Lowtzow fordert im Interview mit dem Kulturvollzug die schwarz-braune Haselnuss Heino auf, Songs seiner Band Tocotronic zu covern: "Es wäre an Absurdität nicht zu überbieten, ich fände das super!" Er hat das neue Album "Wie wir leben wollen" im Gepäck und spricht vor dem Münchner Konzert über das Grundrauschen in seiner Musik, den Rechtfertigungsdrang der Über-40-Jährigen und die Frage, wann er reif für die Theaterbühne ist.
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Stückl inszeniert am Volkstheater Ödön von Horvath - die KritikIm Wald, da sind die Bürger
Diesmal wirkt's, als seien Horvath und Münchner Volkstheater füreinander gemacht: Intendant Christian Stückl bringt die "Geschichten aus dem Wiener Wald" als böses und sehr unterhaltsames Stück Anti-Volkstheater auf die Bühne. » weiterlesen
Geschichten aus dem Wienerwald am Volkstheater - der VorberichtDie alltägliche Bosheit und die Liebe
In den Anfängen seiner Intendanz hat Christian Stückl gesagt, einen Horváth werde er nie selbst am Volkstheater machen. Die beiden bisherigen Horváth-Stücke am Haus, „Kasimir und Karoline“ sowie „Die Unbekannte von der Seine“, haben andere inszeniert. Jetzt macht sich der Hausherr doch selbst an die „Geschichten aus dem Wienerwald“. Seinen Sinneswandel erklärt er freimütig und selbstkritisch: „Als ich das neu gelesen hab', hab' ich sofort gedacht: Warum war ich vorher so engstirnig?“ Weil der Regisseur sich den Fußknöchel brach, musste die Premiere verschoben werden: Am Montag geht sie über die Bühne, mit Lenja Schultze als Marianne. Die Endproben hat Stückl an Krücken absolviert. » weiterlesen
Kultur-Interview mit SPD-OB-Kandidat Dieter Reiter (Folge II)"Wir müssen hier einfach ein wenig offener gegenüber spektakuläreren Entwürfen sein"
Er ist der Spitzenkandidat der SPD bei der Kommunalwahl in einem Jahr: Der Verwaltungs-Fachmann Dieter Reiter will Nachfolger von Christian Ude als Münchner Oberbürgermeister werden. Im zweiten Teil des Interviews mit dem Kulturvollzug erklärt der 54 Jahre alte Referent für Arbeit und Wirtschaft, dass er dem Freistaat beim Bau eines neuen Konzertsaals keine Steine in den Weg legen würde, warum ihm das Zustandekommen neuer Architektur in München "in gewisser Weise ein Rätsel ist", und wie er mit der Krise der Printmedien in München umgeht. » weiterlesen
McCullers "Ballade vom traurigen Café" am ResiDas klare Licht der Einsamkeit
Großes Kino im Resi: Walter Meierjohann bringt Carson McCullers "Ballade vom traurigen Café" in Edward Albees Bearbeitung wie einen Kinofilm auf die Bühne - und heimst langen Beifall vom Abo-Publikum ein. » weiterlesen

