Bühnen
Richard Wagner analysiert von Bernd Oberhoff„Reise in eine frühe Zeit unseres Lebens“
Richard Wagner auf der Couch: In seiner musikpsychoanalytischen Studie entschlüsselt Bernd Oberhoff die Tetralogie des „Rings des Nibelungen“ als ein entwicklungspsychologisches Drama. Wer ihn hört, taucht demnach in eine ganz frühe Zeit seiner Kindheit ein, in der noch nichts recht bewusst ist.
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Ludwig Thomas Schwank "Erster Klasse" aufgepeppt beim TollwoodMit der Bahn und Komik im Heute angekommen
Soviel Glück hat man selten bei der Bahn. Dieser IC landet zwar nicht im Hauptbahnhof, aber zielgenau beim Zuschauer. Eine erstklassige Kabarettistenriege hat zum 25. Tollwood-Jubiläum Ludwig Thomas 100-jährigen Schwank „Erster Klasse“ auf heutige Schienen gesetzt. Am Ende schäumte das Publikum vor Begeisterung genauso wie der Zug - in einer Waschstraße. » weiterlesen
„Die schönen Tage von Aranjuez“ im MarstallEwig unverstanden, und jetzt auch noch Handkes Altmännerfantasie
Das beste Bühnenstück von Peter Handke ist und bleibt „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“. Denn es kommt nach 60 Seiten Regieanweisungen ganz und gar ohne Worte aus. In seinem jüngsten Theatertext „Die schönen Tage von Aranjuez“ hingegen schlägt die Stunde, in der ein Mann alles wissen will von einer Frau, mit der er vermutlich einmal eine Beziehung hatte. Im Marstall inszenierte Daniela Löffner den „Sommerdialog“ (so Handkes Untertitel) als Wohnküchen-Geplänkel zwischen Weißwein und Gurkenschüssel. » weiterlesen
Stückl inszeniert Moses in OberammergauViel Pathos, wenig Erkenntnisgewinn beim süffigen Sandalenkino
Historienschinken im Breitwandformat: Christian Stückl bringt in Oberammegau den "Moses" in der Fassung von Feridun Zaimoglu als Uraufführung auf die Bühne des Passionsspielhauses, mit viel Pathos und satten Bildern, aber wenig Erkenntnisgewinn. » weiterlesen
"Gretchen 89ff" im Theater UndsofortOperettenwalzer aus dem wirklichen Bühnenleben
Schauspieler und Regisseur sind „natürliche Angstgegner“: Das weiß Lutz Hübner bestens - er war jahrelang beides. Heute ist der 49-Jährige mit 40 Stücken der meistgespielte deutsche Gegenwartsautor, vielfach preisgekrönt, etwa für das Jugendstück „Herz eines Boxers“. Seine Stadttheater-Erfahrungen hat er 1997 in „Gretchen 89 ff.“ satirisch verewigt. » weiterlesen
Kreyer inszeniert Ibsens "Gespenster" am VolkstheaterGib mir Capri-Sonne, Mutter!
Lustiger Anlauf für ein düsteres Ende: In seiner Slapstick-Variante der "Gespenster" am Münchner Volkstheater setzt Sebastian Kreyer auf das bewährte Muster seiner überzeugenden "Glasmenagerie" und nimmt Ibsens skandalträchtigem Drama das Pathos. » weiterlesen
"Wagner vs. Verdi" bei den Münchner OpernfestspielenAufplatzende Samenkapseln, explodierender Flitter - es stockt einem der Atem
Frech, leichtfüßig und spektakulär, opulent und sinnlich setzt man sich in München mit der Oper an sich auseinander, besonders bei den Festspielen. Mit "Verdi vs. Wagner", Musik Moritz Eggert, Szene La Fura del Baus, gelang ein zirzensisches Spektakel, das sich der Verehrung der zwei Kulturheroen selbst mit den Mitteln der Gigantomanie annahm. Ironisch, naiv und wahrhaft großartig. » weiterlesen
"Exits & Entrances" am StaatsballettTanzen mit der Macht des Hier und Jetzt
Gelungene Stücke von Richard Siegal haben etwas unwiderstehlich Unmittelbares. Der Zuschauer glaubt, wie 2010 in „CoPirates“, Teil eines unaufhaltsamen Geschehens zu sein, das gerade jetzt die Welt bestimmt. Exakt dieses Gefühl erweckt „Unitxt“: Die neue Kreation des Ex-Forsythe-Tänzers und Choreografen erlebte nun im zweiteiligen Abend „Exits and Entrances“ seine Uraufführung am Bayerischen Staatsballett. » weiterlesen
Interview mit August Zirner zu "Stiller" im Cuvilliés"Wie bringe ich es rüber, dass ich nicht der bin, für den Du mich hältst?"
Mit „Woyzeck on the Highveld“ gastierte die Handspring Puppet Company 1992 erstmals in München - eine Sensation. Danach war die Puppenspieler-Truppe aus Südafrika, damals geleitet von William Kentridge, auf vielen Festivals in Europa zu sehen. Jetzt arbeitet sie zum ersten Mal in Deutschland: In Kooperation mit dem Residenztheater entsteht die Uraufführung „Stiller“ nach dem Roman von Max Frisch. » weiterlesen
Calixto Bieito mit Büchner am ResidenztheaterTunnelblick ins schwarze Loch
Von der Agonie in die suizidale Depression - welche Spielplan-Kontinuität am Resi. Nach Kusejs Abgesang aufs letzte Jahrhundert erweckt nun der spanische Regisseur Calixto Bieito den Daseins-Überdruss zum (wohl nicht lange im Repertoire überlebensfähigen) Bühnenleben. Beim Titel „Leonce und Lena. Dunkle Nacht der Seele“ liegt die Betonung auf dem zweiten Teil. » weiterlesen

