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Nur manches geregelt: "Die Frau ohne Schatten" von Loy und mit Thielemann in Salzburg

von Volker Boser am 02.08.2011

Wer verstehen will, was die Inszenierung gemeint haben könnte, muss sich bis in das Jahr 1955 zurück erinnern: Im November entstand in Wien unter dem Dirigenten Karl Böhm die erste Gesamtaufnahme der „Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss. Wenige Monate zuvor war der österreichische Staatsvertrag in Kraft getreten. Er sicherte dem Land die Souveränität. Christof Loy integrierte beide Ereignisse in seine Salzburger Neuinszenierung.     » weiterlesen


Mephistos, überall: Salzburg wagt mit "Faust I und II" einen monströsen Kraftakt

von Gabriella Lorenz am 01.08.2011

„Das Unzulängliche, hier wird's Ereignis/ Das Unbeschreibliche, hier ist's getan“: Trefflicher als mit diesem selbstironisch verpopten Schlusschor beim Musical-Finale lässt sich Nicolas Stemanns „Faust I + II“-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen kaum auf den Nenner bringen. „Faust I“ - das kann jedes Stadttheater. Doch dazu den ausufernden und als unspielbar geltenden Teil II von Goethes Opus magnum auf die Bühne zu bringen, das wagten zuletzt Burg-Chef Matthias Hartmann 2009 und Peter Stein mit seiner ungekürzten, staatstragenden Zwei-Tage-Aufführung bei der Expo 2000.     » weiterlesen


Musikalischer Wildwuchs für jeden Geldbeutel - Zum Subkultur Open Air in Fürstenfeldbruck

von Salvan Joachim am 01.08.2011

Alles eine Frage der Einstellung: Für die Fürstenfeldbrucker Jugend ist jetzt Sommer, auch wenn das Wetter kühl und trüb ist. Mit Schlauchbooten kommen sie zum Subkultur Open Air, legen sich ins trockene Plastikboot und begeben sich auf eine Rundfahrt quer durch die Musikstile.     » weiterlesen


Super-Sänger und Pastell-Dirigat: Salzburg eröffnet mit Mozarts "Figaro"

von Volker Boser am 29.07.2011

Die Sänger fürchten sich davor: wenn sie auf der Bühne alles aus sich herausholen – und das Publikum im Saal stumm bleibt. Den ersten Szenenapplaus gab es bei der Eröffnungsvorstellung der Salzburger Festspiele nach einer Stunde. Da hatte die wunderbare schwedische Mezzosopranistin Katija Dragojevic das Ständchen des Cherubino „Voi che sapete“ so herzbewegend überzeugend geträllert, dass der Schickeria im Parkett nichts anderes übrig blieb, als sich endlich erweichen zu lassen.     » weiterlesen


Stückl tut den Jesus weg: "Joseph und seine Brüder" in Oberammergau ist mehr als nur Passions-Ersatz

von Gabriella Lorenz am 28.07.2011

Schon wieder Sommer-Theater in Oberammergau? Die nächste Passion findet doch erst 2020 statt! Aber der Spielleiter Christian Stückl (nebenberuflich Intendant des Münchner Volkstheaters) ist Oberammergauer mit Leib und Seele sowie Sitz im Gemeinderat. Das Passionstheater muss regelmäßig bespielt werden, findet er, und beruft sich auf eine Oberammergauer Tradition: Seit dem 18. Jahrhundert gibt es die „Kreuzschul“, Aufführungen in den zehn Jahren zwischen den Passionsspielen.     » weiterlesen


Was reimt sich auf Himmel? Warum ein Saisonabschluss mit dem Brandner Kaspar auf dem Land etwas anders ist

von Michael Grill am 27.07.2011

Der Brandner Kaspar ist auch in der Inszenierung von Christian Stückl wahrlich nicht mehr neu – aber als Saisonabschluss gibt’s kaum was Schöneres. Insbesondere wenn das Münchner Volkstheater dafür nach Oberammergau geht, wo man wiederum die alte Herrgott-Schmonzette ein bisschen anders als in der Stadt erleben kann.     » weiterlesen


Knochenarbeit, nicht nur für Tina: Judith Weirs "Achterbahn" bei den Bregenzer Festspielen

von Volker Boser am 24.07.2011

Es gibt nicht viel Gutes von "Achterbahn" in Bregenz zu berichten. Immerhin: das Bühnenbild von Tom Pye ist in seiner kühlen Ästhetik von bezwingender Schönheit. Zwei riesige Segel begegnen sich, eines davon kann als Projektionsfläche genutzt werden, das andere bündelt mehrere Lichtschienen, knallrot, grün oder blau. Mit dem Stück hat dieses Ambiente nur wenig zu tun. Aber es ist ungemein eindrucksvoll.     » weiterlesen


Kraftvolle Italianitá und effektvolle Bühnenshow: David Pountney und "André Chénier" glänzen in Bregenz

von Volker Boser am 23.07.2011

Zur Eröffnung des Festivals am Vormittag durften alle die „Marseillaise“ singen. Intendant David Pountney gab den Ton an. Dann kam der große Regen. Die Wetterkapriolen am Bodensee ließen bis kurz vor Beginn keine sichere Prognose zu, ob das Spiel auf dem See überhaupt stattfindet. Doch es klappte. Und wie!     » weiterlesen


Oberclown! Zigeunerstadl! Das Festival Mörbisch in Österreich wird selbst zur Operette

von Volker Boser am 18.07.2011

Schwere Gewitter über dem Neusiedler See. Schon Wochen vor der Premiere war die heile Welt, die Noch-Intendant Harald Serafin (79) mit viel Mühen um sein Operettenfestival aufgebaut hatte, unsanft ins Wanken geraten. Bühnenbildner Rolf Langenfass, seit 18 Jahren für die spektakulären optischen Effekte in Mörbisch verantwortlich, hatte den Stein ins Rollen gebracht.     » weiterlesen


Urbanale besetzen die Oper: Wie beim Sturm auf die Destille die Flashmob-Idee lächerlich wird

von Michael Wüst am 29.06.2011

Der obstinaten gesellschaftlichen Event-Einfalt plakativ zu wehren, eröffneten die Opernfestspiele nach den Festakten der Uni Credit in den Fünf Höfen in zusätzlichen Akten, ach schillernden Akzenten mit einem weiteren notorischen Reflex behaupteter Vielfalt. Am Dienstag (28.Juni 2011) führten die Urbanauten das Volk, bei einem Besetzungs-Trashmob der Oper mit der BMW-Fahne in der Hand. Die Oper gehört uns, wurde skandiert. Echt? Man glaubt es kaum.     » weiterlesen


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