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Erstaunlich, wie sie sich anpasst: Superstar Anna Netrebko und die Ensemblekultur in Salzburg

von Volker Boser am 11.08.2011

Sogar im Orchestergraben des Großen Festspielhauses waren zusätzlich Stühle aufgestellt worden, sicher nicht wegen der zu Beginn ziemlich uncharmant musizierten Haydn-Symphonie (Nr.104) oder wegen des „Stabat Mater“ von Rossini, wohl auch nicht wegen des Dirigenten Antonio Pappano und seiner Crew von der römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Aber auf dem Programmzettel stand der Name Anna Netrebko. Sie könnte den Flohwalzer singen – und der Saal wäre voll.     » weiterlesen


Salzburg: Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker liegen der spröden Renée Fleming zu Füßen

von Volker Boser am 09.08.2011

Renée Fleming weiß, worauf es ankommt. Einst erfrischend natürlich, gibt sie sich nun als mondäne Primadonna. Die Blumen, die sie am Ende ihres Salzburg-Trips bekommt, lässt sie wieder heraustragen. Sie hat keine Hand frei. Das Abendkleid muss gerafft werden.     » weiterlesen


Mozart im Wald der intellektuellen Floskeln: Claus Guth verpasst in Salzburg Chance zur Korrektur von "Cosi fan tutte"

von Volker Boser am 08.08.2011

Von seinen Inszenierungen der drei Da-Ponte-Opern gefiel ihm die letzte, „Cosi fan tutte“, am wenigstens. Einmalig für Salzburg: Claus Guth bekam die Chance, das Ergebnis zu korrigieren. Doch auch die grundlegend revidierte Neufassung gibt keine Antworten. Den heftigen Schlussapplaus hatten sich allenfalls Dirigent Marc Minkowski und seine prächtigen „Musiciens du Louvre“ verdient.     » weiterlesen


Wanderdünen, versinkende Bügeleisen und rostende Säbel - Ein Nachmittag in Wasserburg

von Achim Manthey am 08.08.2011

  Die Zeiten, in denen Bergpanoramen, röhrende Hirsche und obstige Stilleben das Kunstleben in der sogenannten Provinz beherrschten, sind lang vorbei. Kulturengagierte Kommunen, rührige Kunstvereine und mutige Galeristen bemühen sich, abseits der Großstadt Trends in der Kunst aufzuzeigen und zu präsentieren. Der Kulturvollzug möchte Ihnen in den kommenden Wochen in loser Folge vorstellen, was sich im näheren und weiteren Umfeld Münchens in dieser Hinsicht tut.     » weiterlesen


Herausforderung für alle: Schimmelpfennigs neuer Medusa-Mythos in Salzburg

von Gabriella Lorenz am 02.08.2011

Eine Liebesgeschichte zwischen Perseus und Medusa? Klingt paradox. In der griechischen Mythologie schlägt Perseus der Gorgone Medusa ihr Haupt mit den Schlangenhaaren ab, dessen Anblick jeden versteinern lässt. In Roland Schimmelpfennigs neuem Stück „Die vier Himmelsrichtungen“ verliebt sich ein Mann, der sich mit Perseus identifiziert, in eine Kellnerin mit vielen Locken.     » weiterlesen


Nur manches geregelt: "Die Frau ohne Schatten" von Loy und mit Thielemann in Salzburg

von Volker Boser am 02.08.2011

Wer verstehen will, was die Inszenierung gemeint haben könnte, muss sich bis in das Jahr 1955 zurück erinnern: Im November entstand in Wien unter dem Dirigenten Karl Böhm die erste Gesamtaufnahme der „Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss. Wenige Monate zuvor war der österreichische Staatsvertrag in Kraft getreten. Er sicherte dem Land die Souveränität. Christof Loy integrierte beide Ereignisse in seine Salzburger Neuinszenierung.     » weiterlesen


Mephistos, überall: Salzburg wagt mit "Faust I und II" einen monströsen Kraftakt

von Gabriella Lorenz am 01.08.2011

„Das Unzulängliche, hier wird's Ereignis/ Das Unbeschreibliche, hier ist's getan“: Trefflicher als mit diesem selbstironisch verpopten Schlusschor beim Musical-Finale lässt sich Nicolas Stemanns „Faust I + II“-Inszenierung bei den Salzburger Festspielen kaum auf den Nenner bringen. „Faust I“ - das kann jedes Stadttheater. Doch dazu den ausufernden und als unspielbar geltenden Teil II von Goethes Opus magnum auf die Bühne zu bringen, das wagten zuletzt Burg-Chef Matthias Hartmann 2009 und Peter Stein mit seiner ungekürzten, staatstragenden Zwei-Tage-Aufführung bei der Expo 2000.     » weiterlesen


Musikalischer Wildwuchs für jeden Geldbeutel - Zum Subkultur Open Air in Fürstenfeldbruck

von Salvan Joachim am 01.08.2011

Alles eine Frage der Einstellung: Für die Fürstenfeldbrucker Jugend ist jetzt Sommer, auch wenn das Wetter kühl und trüb ist. Mit Schlauchbooten kommen sie zum Subkultur Open Air, legen sich ins trockene Plastikboot und begeben sich auf eine Rundfahrt quer durch die Musikstile.     » weiterlesen


Super-Sänger und Pastell-Dirigat: Salzburg eröffnet mit Mozarts "Figaro"

von Volker Boser am 29.07.2011

Die Sänger fürchten sich davor: wenn sie auf der Bühne alles aus sich herausholen – und das Publikum im Saal stumm bleibt. Den ersten Szenenapplaus gab es bei der Eröffnungsvorstellung der Salzburger Festspiele nach einer Stunde. Da hatte die wunderbare schwedische Mezzosopranistin Katija Dragojevic das Ständchen des Cherubino „Voi che sapete“ so herzbewegend überzeugend geträllert, dass der Schickeria im Parkett nichts anderes übrig blieb, als sich endlich erweichen zu lassen.     » weiterlesen


Stückl tut den Jesus weg: "Joseph und seine Brüder" in Oberammergau ist mehr als nur Passions-Ersatz

von Gabriella Lorenz am 28.07.2011

Schon wieder Sommer-Theater in Oberammergau? Die nächste Passion findet doch erst 2020 statt! Aber der Spielleiter Christian Stückl (nebenberuflich Intendant des Münchner Volkstheaters) ist Oberammergauer mit Leib und Seele sowie Sitz im Gemeinderat. Das Passionstheater muss regelmäßig bespielt werden, findet er, und beruft sich auf eine Oberammergauer Tradition: Seit dem 18. Jahrhundert gibt es die „Kreuzschul“, Aufführungen in den zehn Jahren zwischen den Passionsspielen.     » weiterlesen


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