Bühnen
Hacking Wagner bei den Opernfestspielen"U-Boote dürfen die Deutschen liefern, aber keinen Wagner"
Es ist ein schier unerschöpfliches Thema: Warum tut man sich in Israel so schwer, die Musik Richard Wagners zu akzeptieren? Saar Magal fand die nicht enden wollende Diskussion darüber offenbar so interessant, dass sie beschloss, dazu einen Theaterabend beizusteuern: „Hacking Wagner“ nennt sie ihre Performance, die jetzt von der Bayerischen Staatsoper als Teil des „Rund um den Ring“ -Programms der Münchner Opernfestspiele im Haus der Kunst uraufgeführt wurde. » weiterlesen
"Prinz Friedrich von Homburg" in SalzburgPsychoduell auf verbrannter Erde
Mit einem Paukenschlag, einem ganz leisen, endet Andrea Breths Inszenierung "Prinz Friedrich von Homburg" im Salzburger Landestheater. Man braucht einige Sekunden, um zu begreifen, dass der Titelheld tot ist. „Die Freude tötet ihn!“, ruft seine Braut Natalie, als Homburg - unversehens vor seiner erwarteten Hinrichtung gerettet und als Sieger der Schlacht von Fehrbellin gefeiert - in Ohnmacht fällt. Die Regisseurin nimmt den Satz wörtlich. Noch einmal erwacht Homburg: „Ist es ein Traum?“ Dann fällt er zurück - in ewige Traumlosigkeit » weiterlesen
Tanzperformance im KunstpavillonAm linken und rechten Ufer der Seele
Zwischen unendlicher Liebe und unendlicher Gewalt ist die menschliche Seele gespannt wie ein Gummiband. Sie erträgt beide Extreme. Ein ideales Thema für Tänzer und Choreograf Manfred Kröll, dem kein Tauchgang ins Ich zu tief ist. Die Ausbeute vom Grund war diesmal hoch ästhetisch, wenn auch schwer zusammen zu puzzeln. » weiterlesen
Elina Garanca bei den OpernfestspielenWenn die Kraft des Ausdrucks protzigen Glamour verdrängt
Elina Garanca zu Gast bei den Münchner Opernfestspielen: Neunzig Minuten erlebten die Zuhörer im ausverkauften Nationaltheater konzentrierte, ernsthafte Liedkunst ohne Glamour und halbseidene Show-Effekte. Die Mezzosopranistin triumphierte "nur" durch ihre Stimme und die gestaltende Kraft des Ausdrucks, eine Bühnenpersönlichkeit von einzigartigem Rang. Das teilte sich den meisten Zuhörern auch auf bezwingende Weise mit. » weiterlesen
"Kleist oder das absolute Ich" im i-campWahnsinn der Freiheit
Im Trippel-Trab tänzelt ein Mann durch den schwarzen, leeren Raum, will dauernd etwas erhaschen wie ein Schmetterlingsfänger. Der Glückssucher erbeutet nur Zettel mit allen möglichen National-Varianten des Namens Katharina. Und landet bei Käthchen - dem von Heilbronn. Des Dichters Heinrich von Kleist, der 1811 eine Freundin und sich selbst erschoss, haben im vergangenen Kleist-Jahr viele Theater mit Aufführungen gedacht. Aber George Froscher forscht in seiner neuen FTM-Produktion „Wahnsinn der Freiheit - Kleist oder das absolute Ich“ im i-camp nach Kleists sexueller Identität - aufgrund von dessen Briefen. » weiterlesen
30 Jahre HaindlingEin Zauber der Einfachheit liegt über Gröbenzell
Jawoll! Ohne Soundcheck betritt er das überhitzte Bierzelt, zieht sofort das Sakko aus und bedankt sich beim Publikum für den guten Musikgeschmack: Klingt überheblich, aber Hans-Jürgen Buchners Erfahrung und Emsigkeit machen den Abend mit Haindling zum Genuss. » weiterlesen
"Tosca" bei den OpernfestspielenEin Rocker in der Engelsburg - Bryn Terfel mit starkem Auftritt
Es war einmal guter Brauch, da wurde bei den Münchner Opernfestspielen vor allem den Hausgöttern Wagner und Richard Strauss gehuldigt. Puccinis reißerischer Politkrimi "Tosca" kam eher selten vor. Doch die Zeiten haben sich geändert. » weiterlesen
Bergmanns "Persona" im Marstall - Die KritikEkstase der Verzweiflung und Gewalt - Wie ein Regiekonzept nicht aufgeht
"Guten Tag, Frau Vogler. Ich bin Schwester Alma." Vier Mal nähert sich die Pflegerin in verschiedensten Modulationen ihrer neuen Patientin. Sie erntet nicht einmal einen Blick. Die berühmte Schauspielerin Elisabet Vogler hat plötzlich aufgehört zu sprechen. Sie ist gesund - aber verweigert jeden Kontakt. » weiterlesen
Psycho-Duell "Persona" kommt in den Marstall„Was bedeutet es, wenn jemand schweigt?" - Ein Experiment zwischen zwei Sprachen
Wenn wir im Deutschen von einer Person sprechen, meinen wir einen Menschen. Das lateinische Ursprungswort Persona bezeichnet aber die Maske eines Schauspielers: Durch die ließ der Darsteller seine Rolle hindurchtönen (personare). Den doppeldeutigen Begriff umkreist Ingmar Bergmans Film „Persona“ von 1966. » weiterlesen
Alfredo de la Fé beim JazzsommerHeiß, heiß, heiß - Mit Salsa gegen diesen Sommer
Ein Highlight für die lebendige Salsa-Szene Münchens. Alfredo de la Fé tat sein Bestes, den faden Münchner Sommer auf Touren zu bringen. Der Festsaal des Bayerischen Hofs hatte sich zauberhaft in einen Tanzpalast aus der Zeit der kubanischen Charanga-Orchester verwandelt. Augenblitzende, hüftschwingende Schönheit allerorten. » weiterlesen

