Bühnen
Die Taschenphilharmonie für die Kleinen ist viel mehr als „Peter und der Wolf"
Wenn der Mensch nicht zum Konzertsaal kommt, kommt das Konzert zum Menschen: Peter Stangel und seine 15-köpfige Taschenphilharmonie bringen sinfonische Musik gerne zu jenen, die nur selten Brahms oder Debussy hören. Aktuell dürfen sich darüber Kindergärten und Schulen freuen, denn die Taschenphilharmonie widmet ihnen den 13. Teil ihrer preisgekrönten CD-Reihe „Große Musik für kleine Hörer“. » weiterlesen
Stephan Kimmig inszeniert "Atropa" an den Kammerspielen: Zwecklügen mit Kunstblut
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Es ist die Rache des Friedens, dass die Verlierer sich zu Terror-Instrumenten gegen die Sieger machen, die ihnen ihre Kultur aufzwingen wollen. Den Bogen vom Hindukusch zum antiken Troja schlägt Tom Lanoye in „Atropa. Die Rache des Friedens. Der Fall Trojas“. In der Verschneidung von Mythos und Gegenwart ist der flämische Autor „Schlachten!“-erprobt: Für Luk Perceval komprimierte er Shakespeares Königsdramen. Seine Familien-Analyse „Mamma Medea“ machte Regisseur Stephan Kimmig zum Kammerspiele-Erfolg. Mit seiner „Atropa“-Inszenierung bleibt Kimmig hier allerdings unter seinen Möglichkeiten. Verdienter Premieren-Jubel für die großartigen Protagonisten Steven Scharf und Wiebke Puls sowie Katja Bürkle. » weiterlesen
David N. Russo beschert mit Tanz: Raus aus dem Wellness-Dasein, rein in den Papierkrieg
David N. Russo versammelt Choreografen und Tänzer zur „Tanzbescherung“. Dabei bleibt er nett und belastet die Zuschauer kurz vor dem Fest nicht mit zu schwerer Kost. » weiterlesen
Staatsoper: Live im Netz - ein Pilotprojekt, das Erwartungen weckt
Public Viewing war der Bayerischen Staatsoper bisher schon nicht fremd. Seit Jahren wird wenigtens eine Aufführung der Münchner Opernfestspiele live auf den Max-Joseph-Platz übertragen. Nun soll es hinaus aus der Enge des Altstadtrings in die Welt gehen. In einem Modellversuch werden im Januar 2012 zwei Aufführungen über das Internet in Echtzeit zu erleben sein. » weiterlesen
Die Münchner Philharmoniker unter Lorin Maazel: Ein Bad im Impressionismus
Nach dem Symphonieorchester des BR riskierte nun auch Lorin Maazel mit den Münchner Philharmonikern ein Programm, in dessen Mittelpunkt Musik des französischen Impressionismus stand. Und wie im Abo-Konzert des BR reagierten die Zuhörer erneut störrisch. Der Beifall hielt sich in Grenzen. Die Flucht eines großen Teils des Publikums vor dem letzten Stück des Abends – Debussys „La Mer“, das kurz vor zehn begann - war beschämend. Dabei hatte der Abend allenfalls einen Durchhänger: Der Besen des „Zauberlehrlings“ von Dukas trieb sein Unwesen reichlich behäbig. » weiterlesen
Passauer Scharfrichterbeil 2011: Klipp-Klapp-Dialoge und gesellschaftliche Untiefen
Ist Hymen die Einzahl von Hymnen? Sind die Marx-Brothers Nachfahren von Karl Marx? Hieß der Namensgeber der „Hitler-Jugend der Kommunisten“ nun Telemark, Telemann oder Thälmann? Im Wahnsinns-Namengalopp jagt Wiebke Eymess mit ihrem Halbwissen ihren alles(besser)wissenden Bühnen- und Lebenspartner Friedolin Müller durch die Tatorte deutscher Geschichte. Für diesen Parforce-Ritt holte sich das Duo mit dem ach so kurzen, dafür umso einprägsameren Namen "Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie" das große Passauer Scharfrichterbeil 2011. » weiterlesen
Ein Philosoph, der Unterhosen aufreißt: Zum neuen Programm des Kabarettisten Christian Überschall
Als er vor 20 Jahren anfing, auf den Bühnen seine Identitätsfindung und sein Geschlechtsleben auszubreiten, konnte sich der damalige Steuerberater Christian Überschall im zarten Alter von fast 50 „ältester Nachwuchskabarettist Bayerns“ nennen. Seitdem ist der gebürtige Schweizer nur nach Jahren älter geworden. Sein neues Programm „Wenn Treue Spaß macht ist es Liebe (Ich war meiner Frau schon oft treu)“ ist so jung und lustig, dass man es uneingeschränkt empfehlen kann. » weiterlesen
Wildes Jammen mit den Red Hot Chili Peppers in der ausverkauften Olympiahalle: Hammerhart, aber nicht durchgehämmert
Die kalifornischen Red Hot Chili Peppers sind eine Band, die ungefähr alle zehn Jahre den Sound einer Generation prägt. Das war 1989/91 mit „Mother's Milk“/„Blood Sugar Sex Magik“ so, dann wieder 1999 mit „Californication“ – sie wären also inzwischen längst mal wieder dran. Entsprechend groß ist die Spannung in der restlos ausverkauften Olympiahalle. » weiterlesen
Nachdenkliches Finale bei Spielart: She She Pop und die hundert Macken des King Lear
Spielart 2011 endete mit einem Höhepunkt: In "Testament" traten die Frauen der Hamburg-Berliner Performancetruppe "She She Pop" gemeinsam mit ihren Vätern auf - und deckten in der Muffathalle anhand des Generationenvertrages spielerisch die Aktualität von Shakespeares "King Lear" auf. » weiterlesen
Das BR-Symphonieorchester mit bravourösem Alternativprogramm im Herkulessaal
Was der Bauer nicht kennt: Es war schon beschämend, wie viele Plätze beim Konzert des BR-Symphonieorchesters im Herkulessaal leer blieben. Berio? Ravel? Beide Komponisten scheinen in der Gunst der auf Mahler und Bruckner getrimmten Abonnenten nicht allzu hoch zu stehen. Und wenn dann noch ein so berühmter Gastdirigent wie Riccardo Chailly krankheitsbedingt absagt, dann bleibt man eben lieber zuhause. » weiterlesen

