Bühnen
Eisenherz-Double-Feature in der Schauburg: Vom Prinzen zum Helden und wieder zurück
Ab sofort gibt es den Prinzen mit dem Pagenkopf auch im praktischen Doppelpack. Man geht einmal ins Theater, bekommt zwei Stücke zu sehen, dazwischen ein „Intermezzo mit zwei âventiuren“, eine Suppe und ein Getränk. Kurzum: „…ein besonderes Event für alle, die sich für einen Abend lang mit den Sagen aus der Zeit König Arthurs aus ihren alltäglichen Daseinszusammenhängen lösen wollen.“ So steht es auf der Homepage der Schauburg. Ab elf Jahren darf man sich in das knapp vierstündige Theaterabenteuer „Prinz Eisenherz – Das Double Feature“ stürzen. » weiterlesen
Dan Ettinger dirigiert das 3. Akademiekonzert in der Oper: Dramatische Energie lässt Taktstock fliegen
Der israelische Dirigent Dan Ettinger ist ein gefragter Mann: An der Bayerischen Staatsoper dirigiert er Bizets „Carmen“, Donizettis „Liebestrank“, dazu „La Bohème“ und „Turandot“ von Puccini. Außerdem ist er Generalmusikdirektor in Mannheim und Chefdirigent des New Tokyo Philharmonic Orchestra: Der 41-jährige hat alle Hände voll zu tun. Das von ihm geleitete Akademiekonzert im Nationaltheater dauerte keine fünf Minuten, da flog der Taktstock im hohen Bogen ins Orchester. » weiterlesen
Holger Dreissigs "Heiratsmarkt" im i-camp: Slapstick, Schmäh und Mopsmoderne
Mit seiner 21. Verwaltungsperformance „Heiratsmarkt“ feiert Autor und Regisseur Holger Dreissig heuer ein Jubiläum. Seit 20 Jahren nun schon hält er das Münchner Publikum an, mit ihm über das Verhältnis von Theater und Verwaltungsperformance zu forschen. Es scheint allerdings gewaltiger Umwege und Denkschleifen zu bedürfen, die Begrifflichkeit des Langzeitprojekts selbst zu klären, widmet sich Dreissig mit seinen Stücken doch seit Jahren schon dem, was nicht verwaltbar ist. Könnte es sein, dass es sich da um einen Schmäh handelt? » weiterlesen
Panzerballett hämmern Quintolen im Backstage: Irrsinn und Offenbarung
Ein Musikerleben könnte so einfach sein: Drei Akkorde und eine hübsche Melodie - darauf basieren Weltkarrieren. Es geht aber auch anders: Musik als Hochleistungsexperiment, bei dem jede Form ins Extrem getrieben wird. Das Panzerballett um den Gitarristen Jan Zehrfeld ist so ein Fall: Vom Metal die Härte, vom Jazz die Komplexität, und auf jeder Melodiefigur noch eine Pirouette gedreht. » weiterlesen
"Gyges und sein Ring" im Residenztheater: Stolz trifft auf Neugier und am Ende fließt mal wieder Blut
Der Schleier ist das Problem. Und das Geheimnis. Einmal entschleiert, ist die Frau darunter kein Geheimnis mehr, aber ein umso größeres Problem. Weil ihr fremder Sittenkodex als Rache für die Entehrung einen Ehrenmord fordert – und sei es ein Selbstmord. Als Friedrich Hebbel 1854 „Gyges und sein Ring“ schrieb, ahnte er nichts von Kopftuch-Debatten und muslimischen Ehrenmorden. Im Residenztheater hat die 28-jährige Regisseurin Nora Schlocker sich an die selten gespielte Tragödie gewagt – mit erstaunlich frischem Zugriff, kühler Ästhetik und dankenswertem Verzicht auf jede Aktualisierung Alle Assoziationen zu heute überlässt ihre stimmig gekürzte 90-Minuten-Inszenierung den Zuschauern. » weiterlesen
Zum 25. schenkt sich das "Theater Viel Lärm um Nichts" einen Abgrund - denn Liebe ist wahrlich keine Komödie
Das Theater Viel Lärm um Nichts feiert seinen 25. Geburtstag, wie auch anders, mit einem Shakespeare. Lustig oder doch eher todernst? In „Die 12. Nacht oder Was Ihr wollt“ erlebt Protagonistin Viola eine unheimliche Raunacht der Liebeswirren. » weiterlesen
Zum Tod von Johannes Heesters: Der letzte Kuss
Über ein Jahrhundert Leben, davon 90 Jahre auf der Bühne. Kurz nach seinem 108. Geburtstag ist der Sänger und Schauspieler Johannes Heesters an Heiligabend in einer Starnberger Klinik gestorben. » weiterlesen
Bayerisches Staatsballet zeigt "Steps and Times": Kalter Glamour statt Herzenswärme
Im neuen, vierteiligen Programm „Steps & Times“ versammelt das Bayerische Staatsballett Stücke der zwei wichtigen englischen Choreografen Frederick Ashton und Kenneth Macmillan. Der große Wurf war jedoch nicht darunter. » weiterlesen
Jérôme Bels "The Show Must Go On" in der Muffathalle: Reichlich verstaubt und albern
Auch Kultstücke werden alt und irgendwann ist der Zauber dahin. Dass der Zahn der Zeit auch vor Jérôme Bels "The Show Must Go On" nicht Halt macht, war in der Muffathalle zu erleben. » weiterlesen
Denis Matsuev im Herkulessaal: Ein Klavierabend fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Er hat den berühmten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau gewonnen, mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Lorin Maazel und Mariss Jansons musiziert, er gastiert bei allen europäischen Musikfestivals, feierte Triumphe in New Yorks Carnegie Hall. Doch das alles scheint sich bis nach München nicht herumgesprochen zu haben. Der Klavierabend von Denis Matsuev im Herkulessaal fand nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. » weiterlesen

