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Seefestspiele in MörbischMit Berliner Charme im Burgenland
Es werde sich schon ein Plätzchen finden, wo er das Papier „hinstecken“ könnte - da war er wieder ganz der alte Grantler. Zwanzig Jahre lang leitete Harald Serafin die Seefestspiele im burgenländischen Mörbisch, nahe der österreichisch-ungarischen Grenze. Er machte sie zum „Mekka der Operette“. Aber immer noch hat er sich nicht damit abgefunden, dass es ihm nicht gelungen ist, Sohn Daniel als seinen Nachfolger durchzuboxen. Seit drei Jahren leitet die deutsche Sopranistin Dagmar Schellenberger das ambitionierte Festival. Allen Unkenrufen zum Trotz, mit Erfolg: Nach verwackeltem Start mit Millöckers „Bettelstudent“ wurde das Musical „Anatevka“ im letzten Jahr mit insgesamt 168.000 Besuchern zum unerwarteten Hit, den die resolute Chefin aus Sachsen diesmal mit der Strauß-Operette „Eine Nacht in Venedig“ sogar noch übertreffen möchte. Vor der Premiere überreichte sie dem angereisten Oldtimer Serafin noch schnell die Mörbischer Ehrenmitgliedschaft – eben jene Urkunde, für die der mittlerweile 83jährige jetzt das passende Örtchen sucht. » weiterlesen
Stückls "Nabucco" begeistert in OberammergauLenker der Volksmassen
Große Oper gibt's eben auch außerhalb der großen Städte: Oberammergau wagt sich unter Christian Stückl an Verdis "Nabucco" und meistert seine erste eigene Opernproduktion beeindruckend. » weiterlesen
Bayern und die Nuklearenergie - Karl Stankiewitz über 40 Jahre OhuWie Deutschlands stärkste Atomfestung entstand, angegriffen und verteidigt wurde
Die Bayerische Staatsregierung wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, dass der Freistaat wie andere Bundesländer auch Atommüll zur Zwischenlagerung zurücknimmt. Dies wäre Bestandteil des Konzepts der Bundesregierung, mit dem die Folgen des Atomausstiegs und der Energiewende abgearbeitet werden sollen. KV-Autor Karl Stankiewitz erinnert sich an den Anfang der Bürgerbewegung gegen die Atomkraft in Bayern vor 40 Jahren, als den ersten klar wurde, dass diese Technik gewaltige Folgen haben wird. » weiterlesen
Das war das Klangfest 2015 im GasteigVoll wie nie
Das sechste Klangfest im Gasteig brach, zumindest was den Ansturm des Publikums anging, alle bisherigen Rekorde. Vorsichtig geschätzt deutlich über 10.000 Musikfreunde, hauptsächlich aus der Generation Silver Ager, schoben sich geduldig ineinander und voreinander her. Irgendwann waren die Schlangen hinsichtlich ihres Ziels nicht mehr zu unterscheiden, man stand sozusagen pauschal für die Konzerte in Black Box, Kleiner Konzertsaal und Carl-Orff-Saal an. Ein gelegentlicher Abstecher ins Überflutungsbecken Open-air-Bühne brachte mit klassisch kühlen Pfingstwetter etwas Erfrischung. 32 Konzerte. » weiterlesen
Die Pinakothek der Moderne präsentiert "Königsklasse" auf HerrenchiemseeFür die Meerjungfrau - auf ins bayerische Meer!
Schon erstaunlich, wie schnell sich eine Sache etabliert und ein Gefühl von Selbstverständlichkeit vermittelt. Allerdings muss sie dann auch passen, so, wie die „Königsklasse“ auf Herrenchiemsee. Oder konkret: die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im bayerischen Klein-Versailles Ludwigs II. Was 2013, als die Pinakothek der Moderne aufgrund von Rissen in der Rotunde saniert werden musste, als Versuch angedacht worden war, geht nun bereits ins dritte Jahr. Und hört man Josef Austermayer, den heutigen „Schlossherrn", in seiner kaum mehr zu steigernden Begeisterung erzählen, dann sollte das gemeinsame Projekt möglichst noch lange dauern. » weiterlesen
Karl Stankiewitz erinnert sich an die ersten Nachkriegs-Tage im Mai 1945 in MünchenSchatzsuche im Schutthaufen - die Woche zwischen Krieg und Frieden
70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird das Erinnern immer schwieriger - aber nicht weniger notwendig. KV-Autor Karl Stankiewitz, Jahrgang 1928, hat viele Bücher über Kriegs- und Nachkriegszeiten in München geschrieben. Hier erinnert er sich noch einmal an die Tage Anfang Mai 1945 - die zeitllose Zeit zwischen Ungewissheit und Erleichterung, zwischen Krieg und Frieden. » weiterlesen
Die Spaßmacher Django Asül und Markus Söder beim Maibock-Anstich im HofbräuhausKabarett-Diplomatie mit Streifen vom fränkischen Karpfen
Das ist eine erstaunliche Entwicklung: Da arbeitet sich der Kabarettist Django Asül über Jahre hinweg beim Hofbräu-Maibock-Anstich in eine Position, von der aus Vergleiche mit dem gar-nicht-mal-mehr-so-übermächtigen Nockherberg überflüssig werden. Und dann kommt ein Finanzminister, der also solcher ja auch Hofbräu-Chef ist, ein Herr Söder, und beginnt mit seinen Grußwort-Reden die Position des Künstlers sozusagen von innen her zu gefährden. Heuer war es endgültig so weit, dass wegen Markus Söders Ambitionen, möglichst bald Nachfolger von Horst Seehofer (CSU) als Ministerpräsident zu werden, der Festredner nur von zweiter Position aus ins Rennen ging. Doch am Ende gewann er. » weiterlesen
Interview mit Brigitte Hausmann, der neuen Leiterin der Kunstakademie Reichenhall"Ich war selbst überrascht, wie gerne die Künstler hier her kommen"
Reichenhall, das steht für Salz, Kuren und diese postkartentaugliche Voralpenbeschaulichkeit. Man fragt sich schon, wie es eine bestens vernetzte Kunstmanagerin aus dem dauerbewegten Berlin in den eher beschaulichen Badeort verschlagen kann. Brigitte Hausmann lächelt nur. Wer sie in der behutsam renovierten Alten Saline besucht, spürt schnell, dass sie ihr Terrain gefunden hat und Außergewöhnliches entwickeln kann. Die Kunstakademie gibt es dort zwar schon seit fast 20 Jahren, mit der neuen Leiterin gelingt aber nun die Verbindung zur aktuellen Top-Kunstszene. Das Besondere: Jeder kann hier studieren – und von den Erfolgreichen lernen.
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Karl Stankiewitz zu einer Tragödie im Münchner Fasching von 1881Als aus kostümierten Eskimos lebende Fackeln wurden
Im Rahmen der fünfteiligen Reihe „Kunst im öffentlichen Raum“, gefördert vom Kulturreferat der Stadt, wurde von dem Künstlers Stefan Lenhart an „Die Eskimotragödie“ erinnert. Beim Faschingsfest im damals größten Münchner Vergnügungspalast „Kil's Kolosseum“, nahe der Hans-Sachs-Straße, fanden am 18. Februar 1881 neun Studenten der Akademie der Bildenden Künste den Tod, als ihre Eskimoverkleidungen Feuer fingen. Mit einem inszenierten Trauermarsch am Aschermittwoch durch die Innenstadt zum Südfriedhof, angeführt von einer zehnköpfigen Kapelle und historischer Trauermarschmusik, erinnerte Lenhart an das Unglück vor 134 Jahren. Neun Studenten der Kunstakademie von 2015 begleiten in historischer Trauerkleidung der Zeit um 1880 den Zug. » weiterlesen
Vor 30 Jahren begann der Widerstand gegen das Projekt WAA in der OberpfalzMenschenjagd im "Wackerland"
Bei eisigem Böhmwind versammelten sich am 16. Februar 1985 auf dem Marktplatz der kleinen Kreisstadt Schwandorf mehr als 35.000 Demonstranten, sehr viel mehr als erwartet. „Die Oberpfalz wird permanenter Schauplatz des größten friedlichen Widerstandes, den dieses Land je erlebt hat“, verkündete Hubert Weinzierl. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) sollte Recht behalten. Die Auseinandersetzungen, die an jenem Wochenende vor 30 Jahren begonnen hatten, dauerten vier Jahre und drei Monate. Sie eskalierten zeitweise zu einem blutigen Beinahe-Bürgerkrieg. Sie forderten die von der CSU getragene Staatsmacht ungewohnt massiv heraus und zwangen sie schließlich, ihr Prestige-Projekt der Großtechnik, die WAA, aufzugeben. » weiterlesen

