Ich glaub, ich bin reif fürs Repair Café
Friedemann Weise gewinnt das ScharfrichterbeilPassauer Eklat in der Flut der Pointen
Im nächsten Jahr wird wieder alles anders, hofft Walter Landshuter. Er hat mit Edgar Liegl als Ur-Scharfrichter das Passauer Scharfrichterhaus sowie den Wettbewerb um die drei Beile gegründet, das Haus lange betrieben und das Programm gestaltet. Aber erstmals war in diesem Jahr alles anders. Bis zum Innenhof im ersten Stock wurde das historische Gebäude vom Hochwasser im Juni 2013 überflutet. Den Flügel, den man dort vorsichtshalber raufgehievt hatte, musste man nochmal umheben und aufbocken. Und weil das Erdgeschoss-Gewölbe immer noch trocknen muss, kann das Haus nach der Renovierung erst im Frühjahr der in Betrieb gehen. » weiterlesen
Das Isango Ensemble mit "Impempe Yomlingo" auf TollwoodKapstadt tanzt den Salzburger Schmäh
Das Tollwood-Festival bietet neben allseits begrüßtem kulinarischem Idealismus auch alle halbe Jahre ein sehenswertes Kulturprogramm. Diesen Winter geben sich unter dem Motto "Klassik anders" Künstler die Ehre, die klassische Werke uminterpretieren. Darunter befindet sich auch das Isango Ensemble mit "Impempe Yomlingo", einer südafrikanischen Adaption von Mozarts Singspiel "Die Zauberflöte". » weiterlesen
"radio.string.quartet.viena" in der UnterfahrtTschigan, spiel uns den Wiener Weather Report!
Manche Streichquartette sind richtig eruptiv. Harmonien verschieben sich wie Gesteinsplatten und unter Kreischen und sonorem Dröhnen steigt der Druck. Magma-Kammer-Musik – dann Ausbruch. Dann beruhigt sich wieder alles, wie im Flug einer rückwärts laufenden Explosion in den Ursprung zurück – man entspannt an einem seidigen Wasserspiegel-Akkord. Das ist Streichquartett-Dynamik. Wenn so ein Quartett dann auch noch aus Wien kommt und sich dazu noch den Ober(schla)wiener Jo Zawinul zum Thema gemacht hat, bleibt einem erst mal nur ein anerkennendes „Bist du deppert“. „Posting Joe“, die mittlerweile fünfte CD von "radio.string.quartet.viena", bestätigte diese erste intuitive Erkenntnis. Es war nämlich großartig. » weiterlesen
Jubiläums-Ausgabe von Spielart - die BilanzWellness mit Rimini, aber auch viel dunstiges Dunkel
Sehr durchwachsen ging Münchens großes Theaterfestival zu Ende: Die Unterschiedlichkeit der letzen Gastspiele ist durchaus repräsentativ für die zehnte Spielart-Ausgabe. Die Welt ist in den vergangenen 20 Jahren immer disparater geworden, die Aufführungen bilden das ab. Auch leisteten sich die Festivalmacher Tilmann Broszat und Gottfried Hattinger diesmal so viele Koproduktionen wie nie zuvor. Die Risikobereitschaft zur Katze im Sack sorgte aber auch für herbe Enttäuschungen. » weiterlesen
Jonas Jonassons Roman "Die Analphabetin, die rechnen konnte"Verwicklungen um eine Südafrikanerin mit Atombombe
Wie macht man als Schriftsteller weiter, wenn gleich der erste Roman ein internationaler Millionenbestseller geworden ist? Wenn das zweite Buch ganz anders als das erste ist, sind diejenigen enttäuscht, die das erste liebten. Schreibt man das zweite nach demselben Muster wie das erste, gilt es schnell als bloßer Abklatsch. Jonas Jonasson, der Autor des schwedischen Erfolgsromans „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, hat sich dennoch dafür entschieden, ein dem Erstling ziemlich ähnliches Buch zu schreiben. » weiterlesen
Neustart an der Kistlerhofstraße
"OBserving Bundeswehr" und "Gob Squad" bei SpielartKnackwurst-Kultur mit Erlaubnis zum Reinbeißen
Nun weiß man so einiges über die Bundeswehr, was man noch nie darüber wissen wollte. Auch das ist Spielart: Es drängt einem ungefragt Themen auf. Und die Dramaturgie-Studenten der Bayerischen Theaterakademie, die unter Anleitung des renommierten Dokumentar-Theatermachers Hans-Werner Kroesinger Aufgaben und Funktionen der Bundeswehr erforschten, sind jetzt Experten. Sie haben ihre persönlichen Fragen („Was ist Krieg für mich?“) in mehreren Räumen des verwinkelten Prinzregententheaters installiert, durch die Guides die Besucher führen - ständig treppauf, treppab. » weiterlesen
Samuel Weiß inszeniert "Die Schneekönigin" von Christian Andersen im ResidenztheaterMit heißem Herz locker-bairisch-heiter
So ein Pech: Die Drehbühne will sich nicht drehen. Damit sie keine Stehbühne bleibt, ermuntern zwei Bühnenarbeiter in schönstem Bairisch das Publikum zur Mithilfe. Kaum haben sich alle zur Seite gelehnt, setzt sich die Drehscheibe in Bewegung. Mit diesem Pannen-Gag beginnt im Residenztheater „Die Schneekönigin“. Samuel Weiß inszenierte Hans Christian Andersens Märchen in einer Fassung des russischen Dichters Jewgeni Schwarz. Weiß bietet alles auf, was ein Familienstück (für Kinder ab 6) braucht, und das fügt sich zu durchaus märchenhafter Unterhaltung. » weiterlesen
Zwischenbilanz zum Theaterfestival SpielartVon Mao bis zum Glücksbedürfnis - auf erstaunlichen Wegen
Mit einer afrikanisch-deutschen Tanz-Produktion über die Idee des Panafrikanismus fing das zehnte Spielart-Festival an, dann zeigte das Nature Theater of Oklahoma die Banalitäten der US-Gesellschaft als Marathon-Kunstform aus Gleichmacher-Choreografie und Pop-Oper. Das Living Dance Studio aus Beijing blickte mit seiner Werkschau ins brutale Reich des Mao-Kommunismus, der hierzulande von der 68er-Generation ungeheuer verklärt wurde. Die Choreografin Wen Hui und der Filmemacher Wen Wenguang verschmelzen Doku-Videos mit minimalistischer, meditativer Tanzperformance, eingehüllt in einen Kokon aus durchsichtigen Vorhängen. Was da nüchtern und unsentimental von alten Menschen erzählt und mit Parteipropaganda konfrontiert wird, zeigt ein Unterdrückungssystem, das West-Sozialisten lange nicht als solches sehen wollten. » weiterlesen



