Bühnen
Pilobolus Dance Theatre im Prinzregententheater„Shadowland" - das Hundemädchen scheint durch die Luft zu laufen
So einen ausdrucksvollen Ellbogen sieht man selten: Wenn Tänzerin Molly Gawler ihn über den Kopf legt, wird er im Schattenbild zur Hundeschnauze. Das Hundemädchen ist der Star in „Shadowland“, der Show des amerikanischen Pilobolus Dance Theatre im Prinzregententheater. Das Münchner Publikum feierte den komischen und anrührenden Schattentraum begeistert. » weiterlesen
Salzburger OsterfestspieleBrav klappert Carmen mit den Kastagnetten
Es sind die letzten Salzburger Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern: Wohl um des schnöden Mammons wegen wird das Starensemble aus der Hauptstadt im nächsten Jahr in Baden-Baden aufspielen. An der Salzach übernimmt dann Christian Thielemann mit seiner Sächsischen Staatskapelle das Kommando und zeigt gleich mit der ersten Produktion, Wagners „Parsifal“, den beschwerlichen Weg auf, den das teure Schickimicki-Publikum mit ihm in Zukunft gehen soll. Zum Abschied haben sich die Berliner ein weitaus pflegeleichteres Highlight ausgesucht. Bizets „Carmen“ ist eine der meistgespielten Opern weltweit. Und überaus empfänglich für Regie-Experimente jeglicher Art. » weiterlesen
Theatergruppe "ImPuls" zu Gast im TeamtheaterUnd nach dem Krieg wird weiter gekämpft
„Ich gebe dem Krieg keine Schuld. Der Krieg ist in Ordnung. Er fehlt mir.“ Das sagt Soldat Danny, der mit 25 aus dem Nahost-Krieg heimkehrt. In England wartet ein subtilerer Krieg auf ihn – Danny kann mit seiner Umwelt nicht mehr umgehen. „Posttraumatische Belastungsstörung“ heißt das. Der Brite Simon Stephens (41) schrieb darüber 2006 sein Drama „Motortown“. » weiterlesen
Bilanz eines kleinen Fassbinder-FestivalsEhrung für den lange verkannten Helden
Die vorgezogenen Ehrungen zum 30. Todestag des Film- und Theatermachers Rainer Werner Fassbinder am 10. Juni zeigten, wie sehr sein Werk seine Kollegen inspiriert - heute mehr dann je. » weiterlesen
25 Jahre BallettakademieIm Prinzregententheater tanzt der Nachwuchs dem Technikdiktat davon
Der Süßigkeitsfaktor war niedrig. Erstmals seit langer Zeit gab es eine Vorstellung der Ballettakademie am Abend, und so waren die kleinsten Elevinnen und Eleven aus der Vorstufe nicht all zu lange auf die Bühne zu sehen. Was schade ist, denn die Ballettmäuse aus der Wilhelmstraße sind nun mal Marzipan. Doch dafür gab es viel Erfreuliches bei der Jubiläumsgala „25 Jahre Ballettakademie“: Eigene Kompositionen, eigene Choreografien und Studenten, die tanzend Geschichten erzählten. » weiterlesen
Jethro Tull zurück mit "Thick As A Brick 2"Das kleine Gespenst und der Waldschrat
Es ist nicht zu fassen: Jethro Tull haben doch noch einmal etwas zustande gebracht, worüber sich nachzudenken lohnt. Die Band war seit Ende der sechziger Jahre so etwas wie der sympathische Waldschrat des Rock, wurde aber zuletzt von ihrem Chef Ian Anderson wie eine Jahrmarktattraktion mit Best-of-Programm durch die Hallen der Mittelstädte gescheucht. Das letzte wahrnehmbare Werk („Dot Com“) ist mehr als zwölf Jahre alt, seitdem war nur noch eine klingende Kapitulation namens „Christmas Album“ erschienen. » weiterlesen
"Der einsame Weg" am AkademietheaterSchnitzler im Schnelldurchlauf: Atemloses Gewusel
Schnitzler geschnetzelt: Johanna Wehner dampft Arthur Schnitzlers Fünfakter "Der einsame Weg" am Akademietheater auf 60 Minuten voller Slapstick ein. Das ist ganz unterhaltsam, eine Frage jedoch lässt die junge Regisseurin offen: Was hat das gleich nochmal mit Schnitzler zu tun? » weiterlesen
Funny van Dannens neue CD "Fischsuppe"So schön ist die Vergeblichkeit beim Puddingfangen - Freitag live in der Muffathalle
Der Chefironiker unter den deutschen Liedermachern ist zurück mit einem neuen Album: Drei Jahre nach „Saharasand“ präsentiert Funny van Dannen „Fischsuppe“ - auch musikalisch ein spartanisches Gericht, so einfach wie gut. Denn van Dannen ist nach Jahren des Experimentierens mit allen möglichen Zutaten von Begleitmusikern und Studioarrangements zu seinen Anfängen zurückgekehrt: Ein Mann mit Gitarre live vor kleinem Publikum, der zu ein paar handgeschrubbten Akkorden Texte vorträgt. » weiterlesen
Ray Andersons Packet Brass im Bayerischen HofEs gibt keine nennenswerte Kluft zwischen Tradition und Avantgarde
Bereits 2001 fertigte der Posaunist Ray Anderson im Auftrag der Organisation „Chamber Music America“ eine Suite, die er seiner Heimatstadt Chicago verehrte. Erst im letzten Monat aber erschien das sechsteilige Werk auf CD. Im Nightclub des Bayerischen Hofs stellte es der Tonsetzer und Blechbläser mit seiner „Pocket Brass“ nun vor. » weiterlesen
Mayer Hawthorne in der MuffathalleZiemlich lässig - ein Unbekümmerter zwischen den Zeiten
Der Retro-Trend hält an: Mayer Hawthorne bringt die Soulmusik der Sechziger auf die Bühne. Er ist das männliche Pendant zu Amy Winehouse, aber nur mit Mineralwasser und guter Laune auf der Bühne. In sich selbst hineingrinsend löst er ein, was er dem begeisterten Publikum zu Beginn verspricht: "This is not a concert. It's a show." » weiterlesen

