Gastrokritik zum Harlachinger Jagdschlössl: Es ist fluffig. Aber nicht fluffigst
Ein neues Lokal im Münchner Süden aus der Hofbräu-Dynastie, aber mit einer langen Vorgeschichte. Hier ist München noch nicht Grünwald, aber auch schon ganz lange nicht mehr Giesing. So ist es nicht ganz einfach, das Jagdschlössl zu positionieren. Denn die Ansprüche sind bereits groß in dieser Gegend; die Chancen für eine noch etwas mehr als nur sehr gute Küche ebenso. Doch man darf nicht abheben - eine schwierige Gratwanderung. » weiterlesen
Zwischenstand vom SpielArt: Expeditionen mit ungewissem Ausgang
Durststrecken muss man bei Expeditionen einplanen. Nach sinnlichem Start gab's beim SpielArt-Festival jetzt Produktionen, die einen guten Denkansatz nur unzulänglich gutgemeint umsetzten. Diskussionen liefert das allemal. » weiterlesen
Experiment
König Louis zeigt Luxus: Wie die alte Hauptpost zum „Palais an der Oper“ erhöht wird - und der Spätkapitalismus nach der Stadtplanung greift
Die Maximilianstraße soll bis spätestens Anfang 2013 ein Entree bekommen, das ihrer neuen Entwicklungsphase entspricht – der Repräsentation von Modekönigen und Gastro-Giganten sowie der Präsentation von Luxus. Als 400 Ehrengäste, alle in Schwarz, inmitten roher Mauern das Richtfest feierten im „Palais an der Oper“, wie die ehemalige Münchner Hauptpost jetzt firmiert, ist das Rankingziel jedenfalls glasklar geworden. » weiterlesen
Spielart zeigt Romeo Castelluccis provokatives Gottestheater: Ein Bild ist ein Bild ist ein Bild. Daran ändern auch gelbe Zettel nichts
Vor den Kammerspielen stehen ein paar Christen, beten das „Vaterunser“ und verteilen gelbe Zettel. Darauf steht zu lesen: „Protest gegen die unaussprechlich gemeine Lästerung unseres Herrn Jesus Christus! Durch das Theaterstück ‚Gottes Sohn’“. Glück gehabt. In Paris warfen katholische Fundamentalisten mit Stinkbomben, als dort „On the Concept oh the Face, Regarding the Son of God, Vol.1“ aufgeführt wurde. » weiterlesen
Europapremiere in Galerie Micheko: Katsumi Hayakawa mit japanischen Papierarbeiten über das Nichts
In der Ausstellung "Paper Works: New Horizons" zeigt die Micheko Galerie in München erstmals in Europa Papierarbeiten des japanischen Künstlers Katsumi Hayakawa. Wer dem Titel folgt, erliegt einer optischen Täuschung. » weiterlesen
Der unnachahmliche Maurizio Pollini mit Chopin und Liszt: Es öffnete sich der Himmel
Man muss sich lange zurück erinnern, einen ähnlich grandiosen Auftritt des italienischen Meisterpianisten Maurizio Pollini im Münchner Herkulessaal miterlebt zu haben. Diesmal stimmte einfach alles - die Programmauswahl, die Tagesform fern aller Routine. Am Ende des restlos ausverkauften Konzertes hielt es selbst die Geigerin Anne-Sophie Mutter nicht mehr auf ihrem Platz. Mit lauten "Bravo"-Rufen stürmte sie ans Podium, um dem Tastenmagier aus Mailand, der Ende Januar 70 wird, zu huldigen. » weiterlesen
Helene Hegemann inszeniert "Lyrics" auf dem Spielart: Nonkonform ist die Norm
Ein Schwarz-weiß-Film läuft auf dem weißen Vorhang, vor der Bühne. Eine junge Frau sitzt auf ihrem Bett, hört Musik und hat das Gesicht in die Hände vergraben. Dann öffnet sich der Vorhang und der Film läuft auf einer Leinwand am hinteren Ende der Bühne weiter. Auf der Bühne, die gleiche Szene: dieselbe Frau, dieselbe Pose. Auftrakt eines Theaterstücks im i-camp mit doppeltem Boden, Geheimgängen und Sackgassen. » weiterlesen
Kunst vorm Kellerfenster
Lenny Kravitz rockt als echter Menschenfänger eine verkleinerte Olympiahalle: So muss man das erst mal zelebrieren können
Lenny Kravitz hat mit seinem neuen Album „Black And White America“ einen Chart-Erfolg gelandet, doch Charts zählen nicht mehr viel im Download-Zeitalter. Aussagekräftiger ist der Live-Publikumszuspruch – und die Olympiahalle war bei weitem nicht ausverkauft für den Auftritt des Superstars der 90er Jahre. Fürs Konzert wurde die Arena deshalb erheblich verkleinert, nach offiziellen Angaben auf 9000 Plätze. Er ist also definitiv nicht mehr so groß wie er einmal war, der Rock-Soul-Funk-Alleskönner, umso spannender war die Frage, wie er damit umgehen würde. Mit einem Wort: phänomenal. » weiterlesen
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