Spielart zeigt Romeo Castelluccis provokatives Gottestheater: Ein Bild ist ein Bild ist ein Bild. Daran ändern auch gelbe Zettel nichts
Vor den Kammerspielen stehen ein paar Christen, beten das „Vaterunser“ und verteilen gelbe Zettel. Darauf steht zu lesen: „Protest gegen die unaussprechlich gemeine Lästerung unseres Herrn Jesus Christus! Durch das Theaterstück ‚Gottes Sohn’“. Glück gehabt. In Paris warfen katholische Fundamentalisten mit Stinkbomben, als dort „On the Concept oh the Face, Regarding the Son of God, Vol.1“ aufgeführt wurde. » weiterlesen
Europapremiere in Galerie Micheko: Katsumi Hayakawa mit japanischen Papierarbeiten über das Nichts
In der Ausstellung "Paper Works: New Horizons" zeigt die Micheko Galerie in München erstmals in Europa Papierarbeiten des japanischen Künstlers Katsumi Hayakawa. Wer dem Titel folgt, erliegt einer optischen Täuschung. » weiterlesen
Der unnachahmliche Maurizio Pollini mit Chopin und Liszt: Es öffnete sich der Himmel
Man muss sich lange zurück erinnern, einen ähnlich grandiosen Auftritt des italienischen Meisterpianisten Maurizio Pollini im Münchner Herkulessaal miterlebt zu haben. Diesmal stimmte einfach alles - die Programmauswahl, die Tagesform fern aller Routine. Am Ende des restlos ausverkauften Konzertes hielt es selbst die Geigerin Anne-Sophie Mutter nicht mehr auf ihrem Platz. Mit lauten "Bravo"-Rufen stürmte sie ans Podium, um dem Tastenmagier aus Mailand, der Ende Januar 70 wird, zu huldigen. » weiterlesen
Helene Hegemann inszeniert "Lyrics" auf dem Spielart: Nonkonform ist die Norm
Ein Schwarz-weiß-Film läuft auf dem weißen Vorhang, vor der Bühne. Eine junge Frau sitzt auf ihrem Bett, hört Musik und hat das Gesicht in die Hände vergraben. Dann öffnet sich der Vorhang und der Film läuft auf einer Leinwand am hinteren Ende der Bühne weiter. Auf der Bühne, die gleiche Szene: dieselbe Frau, dieselbe Pose. Auftrakt eines Theaterstücks im i-camp mit doppeltem Boden, Geheimgängen und Sackgassen. » weiterlesen
Kunst vorm Kellerfenster
Lenny Kravitz rockt als echter Menschenfänger eine verkleinerte Olympiahalle: So muss man das erst mal zelebrieren können
Lenny Kravitz hat mit seinem neuen Album „Black And White America“ einen Chart-Erfolg gelandet, doch Charts zählen nicht mehr viel im Download-Zeitalter. Aussagekräftiger ist der Live-Publikumszuspruch – und die Olympiahalle war bei weitem nicht ausverkauft für den Auftritt des Superstars der 90er Jahre. Fürs Konzert wurde die Arena deshalb erheblich verkleinert, nach offiziellen Angaben auf 9000 Plätze. Er ist also definitiv nicht mehr so groß wie er einmal war, der Rock-Soul-Funk-Alleskönner, umso spannender war die Frage, wie er damit umgehen würde. Mit einem Wort: phänomenal. » weiterlesen
Mit Fink in der Freiheiz Halle: Licht aus und Wärmen an der Dunkelheit
50 Konzerte in zwei Monaten – noch nie waren Fink so lange am Stück auf Tour. Ihre vorletzte Station führt die Musiker nach München. Müde? Keineswegs. Gut aufeinander eingespielt, gleichzeitig minimalistisch und verspielt gelingt dem Trio ein richtig gutes Konzert. » weiterlesen
Spielart zeigt das Performical „Trans-Europa-Bollywood“: Leben und Kunst haben sich, eh’ man es denkt, gefunden – darauf ein frenetisches Dum Dum Laka Laka!
Der erste Schnaps war fällig, bevor es in den gruselig ratternden Beamerflugapparat ging. „Zur Beruhigung“, hat der Mann im schwarzen Anzug gesagt. Den zweiten Schnaps gab es am Flughafen in Bombay. „Als Willkommensgruß“, hat der Mann in der gestreiften Pluderhose gesagt. Ich bin beinahe von einer fliegenden Unterhose getroffen worden, habe mehrmals die Filmklappe für Szene 17 knallen und mir einen indischen Punkt ins Gesicht kleben lassen. Außerdem habe ich zwei Datteln gegessen und den Kassettenrecorder gehalten. Es kann mir also keiner vorwerfen, mich nicht beteiligt zu haben – dabei habe ich wirklich nur das Allernötigste mitgemacht. Und der Wiener Theatertruppe Gods Entertainment kann keiner vorwerfen, ihr Performical „Trans-Europa-Bollywood“ sei zu kopflastig. » weiterlesen
Aus dem Ärmel geschüttelt, und keiner schämt sich: "Huss und Hodn" im Regensburger Gloria
Die Nachricht hatte sich schnell verbreitet: Die Kölner Rapper Huss und Hodn spielen in Regensburg. Hunderte Hip-Hop-Fans aus allen Richtungen waren ins Gloria, eine der schönsten Locations der Republik, geströmt und erlebten einen intelligent-rotzfrechen und chilligen Abend. » weiterlesen
Stars, Sternchen und Straßen - Fotos des Life Magazine zeigen die fließende Grenze zwischen Zeitgeschichte und Propaganda
Es war das erste Magazin für Fotojournalismus. Die besten Fotografen waren für das Life Magazine überall auf der Welt unterwegs. Passend zum 75. Jubiläum der Zeitschrift zeigt die Galerie Stephen Hoffman in der Ausstellung "American Way of Life" Aufnahmen von 20 Life-Fotografen aus der Zeit zwischen 1945 und 1971. Ein Spiegel auf die Vergangenheit der Vereinigten Staaten, der Aufbruch, Pioniergeist, Kult und Propaganda verdeutlicht. » weiterlesen
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