Theater
Alexander Kluge im Theater: Eine Uraufführung über die Kälte in uns allen im Marstall
Bei diesem Namen denkt man nicht zuerst an Theater. Alexander Kluge gilt als wichtiger Filmemacher des deutschen Autorenkinos der 1960er und 70er Jahre, seit den 1990ern kennt man ihn als Interviewer in selbst konzipierten Fernseh-Formaten. Parallel hat der 79-jährige promovierte Jurist immer viel geschrieben, doch sein umfangreiches Werk kennen hauptsächlich Literaten. Ein ausgewiesener Kluge-Experte ist der Regisseur und Dramatiker Kevin Rittberger (34). Im Marstall in München inszenierte er seine Uraufführung "Wer sich traut, reißt die Kälte vom Pferd" nach Kluge-Texten. Ein Bericht zur Premiere. » weiterlesen
Kammerspiele auf den Spuren der Gastarbeiter: Herzlich Willkommen in der „Bundesrepublik Bunker“
Wie war es damals in den 1960ern, als Gastarbeiter nach Deutschland zu kommen? Das Dokumentartheater-Projekt "Gleis 11" der Kammerspiele nimmt seine Besucher mit auf die ersten Schritte der Gäste hier in München. Und die führen, ganz unerwartet, tief unter die Erde. » weiterlesen
Schlichtes Weltverbesserungsplädoyer: Dusan David Parizek inszeniert "Die Götter weinen" am Residenztheater
Es ist gerade das Medienthema:„Land Grabbing“. Global-Player-Konzerne kaufen in der Dritten Welt große Landgebiete zur Rohstoffgewinnung auf, wodurch die einheimische Bevölkerung aushungert. Insofern scheint das Stück „Die Götter weinen“ des Engländers Dennis Kelly (41) hochaktuell. Denn Landaufkauf im mittelamerikanischen Belize ist das Lieblingsprojekt des Firmentycoons Colm, der unerwartet wie König Lear sein Erbe verteilt, was zu einem Krieg führt. Im Residenztheater inszenierte der Tscheche Dusan David Parizek (40) die deutsche Erstaufführung des gutgemeinten, inhaltlich aber sehr schlichten Weltverbesserungsplädoyers. » weiterlesen
"Der Nussknacker" am Bayerischen Staatsballet: Spitzentanz statt Nüsse knacken
Das Bayerische Staatsballett nimmt John Neumeiers neoklassische „Nussknacker“-Inszenierung wieder in den Spielplan auf. » weiterlesen
Gelungener Saisonauftakt in der Bayerischen Staatsoper: Kasarova überzeugt als Carmen
Die Bayerische Staatsoper eröffnet die neue Saison mit George Bizets Klassiker "Carmen". Und Vesselina Kasarova macht klar, wer Herrin in der Arena ist. » weiterlesen
Saisonauftakt im Staatsschauspiel mit Halali und Ernüchterung
Leichte Ernüchterung nach dem Startwochenende: Die vorher geweckten hohen Erwartungen konnte das Bayerische Staatsschauspiel unter seinem neuen Intendanten Martin Kusej in den ersten vier Premieren der neuen Spielzeit nur zum Teil erfüllen. Höhepunkt war Neil LaButes "Zur Mittagsstunde" - eine spannende Geschichte, konventionell und damit überzeugend erzählt. » weiterlesen
Martin Kusej startet am Staatsschauspiel mit "Das weite Land" von Arthur Schnitzler - Zwischen Abgründen und Langeweile
Nein, in dem Regen, der zu Beginn auf die Darsteller niederprasselt, ließ das Münchner Publikum den neuen Staatsschauspiel-Intendanten Martin Kusej nicht stehen. Die Premiere "Das weite Land" von Arthur Schnitzler wurde nach über drei Stunden im Residenztheater mit heftigem, langem Applaus bedacht - ein Willkommensgruß. » weiterlesen
Uraufführung von Mary Shelleys „Frankenstein“ im Metropoltheater: Wer hat Angst vorm bösen Mann?
Wer gepflegten Monstergrusel erwartet, wird enttäuscht, denn Regisseur Felix Bärwald nimmt den Schauerroman zum Anlass, über das Wagnis Kreativität und deren Konsequenzen nachzudenken. » weiterlesen
"Ein echter Österreicher wie Kusej kann doch den Konfliktstoff und die Bosheit anders rauskitzeln"
Mit Schnitzlers "Das weite Land" eröffnet Martin Kusej seine Intendanz am Residenztheater. Neben dem kompletten Spielplan hat er auch das Ensemble radikal umgebaut. Neu dabei ist auch Eva Mattes, die als Kommissarin Blum im Konstanzer Tatort ermittelt. Zur Premiere haben wir sie zu einem Interview getroffen. » weiterlesen
Oberdeck und Kesselraum: Kammerspiele-Intendant Johan Simons unter Volldampf mit "E la nave va"
Wann gibt es mal Szenenapplaus für ein Bühnenbild? Wenn der Jugendstil-Vorhang der Kammerspiele ein gigantisches Schiff enthüllt, das ins Parkett zu fahren scheint. Erst wenn riesenhaft der Kapitän auftritt, begreift man die Perspektive dieses meisterlichen naturalistischen Prospekts, den Bühnenbildner Bert Neumann und die Theatermaler gezaubert haben. Der verdiente Beifall war bei der Premiere von „E la nave va“ deutlicher als nach über drei Stunden der für Regisseur Johan Simons, in den sich auch ein Buh mischte. » weiterlesen

