Theater
Spielart mit Spitzeln und Hausarrest: Das russische teatr.doc beeindruckt auf kleinem Raum
Ein Stück fesselndes Doku-Theater in der Black Box des Gasteigs: Beim Festival Spielart öffnet die russische Truppe teatr.doc mit ihrem Stück "Two in Your House" über Olga und Wladimir Nekljajew in der Regie von Talgat Batalov einen kurzen, bündigen und fesselnden Einblick in den Alltag der Diktatur in Weißrussland. » weiterlesen
"München in C.-Dur" - die Videokolumne mit C. Bernd Sucher (Folge I)
Immer donnerstags im Dezember: C. Bernd Sucher kommentiert Münchens Kulturszene in seiner Videokolumne auf dem Kulturvollzug. Folge I: Neues an der Maximilianstraße und Mutmaßungen über "einigermaßen intelligente" Regisseure. » weiterlesen
Zu heikel fürs Staatstheater in Diyarbakir: Wie ein fast deutsch-türkisch-kurdisches Dokumentartheaterprojekt zur Premiere im Werkraum kommt
Diyarbakir ist die zweitgrößte Stadt Südostanatoliens. 80 Prozent der über 840.000 Einwohner sind Kurden, die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. In Diyarbakir gibt es ein türkisches Staatstheater, an das junge Schauspieler und Regisseure von der Staatstheater-Zentralverwaltung in Ankara für einige Jahre zwangsbeordert werden, ehe sie an andere Häuser wechseln dürfen. Aber der Intendant ist so aufgeschlossen, dass er sich eine Koproduktion mit einem deutschen Theater wünschte und dafür nach München reiste. So begann 2007 das deutsch-türkisch-kurdische Dokumentartheaterprojekt "München / Diyarbakir", das heute (1.12.11) im Werkraum Premiere hat. » weiterlesen
Spielart: Bruno Vanden Broecke auf faszinierender Mission
Blick ins Innere eines Menschen ebenso wie große Weltschau: Der Erzählabend "Mission" geht nicht nur den großen Fragen der Menschheit nach, sondern zeichnet auch das Porträt eines liebenswerten Überzeugten, der fernab von Fanatismus für sich nach Wahrheit strebt. Bruno Vanden Broeckes Monolog (Regie: Raven Ruëll) ist ein echter Höhepunkt bei Spielart 2011. » weiterlesen
Zwischenstand vom SpielArt: Expeditionen mit ungewissem Ausgang
Durststrecken muss man bei Expeditionen einplanen. Nach sinnlichem Start gab's beim SpielArt-Festival jetzt Produktionen, die einen guten Denkansatz nur unzulänglich gutgemeint umsetzten. Diskussionen liefert das allemal. » weiterlesen
Spielart zeigt Romeo Castelluccis provokatives Gottestheater: Ein Bild ist ein Bild ist ein Bild. Daran ändern auch gelbe Zettel nichts
Vor den Kammerspielen stehen ein paar Christen, beten das „Vaterunser“ und verteilen gelbe Zettel. Darauf steht zu lesen: „Protest gegen die unaussprechlich gemeine Lästerung unseres Herrn Jesus Christus! Durch das Theaterstück ‚Gottes Sohn’“. Glück gehabt. In Paris warfen katholische Fundamentalisten mit Stinkbomben, als dort „On the Concept oh the Face, Regarding the Son of God, Vol.1“ aufgeführt wurde. » weiterlesen
Helene Hegemann inszeniert "Lyrics" auf dem Spielart: Nonkonform ist die Norm
Ein Schwarz-weiß-Film läuft auf dem weißen Vorhang, vor der Bühne. Eine junge Frau sitzt auf ihrem Bett, hört Musik und hat das Gesicht in die Hände vergraben. Dann öffnet sich der Vorhang und der Film läuft auf einer Leinwand am hinteren Ende der Bühne weiter. Auf der Bühne, die gleiche Szene: dieselbe Frau, dieselbe Pose. Auftrakt eines Theaterstücks im i-camp mit doppeltem Boden, Geheimgängen und Sackgassen. » weiterlesen
Spielart zeigt das Performical „Trans-Europa-Bollywood“: Leben und Kunst haben sich, eh’ man es denkt, gefunden – darauf ein frenetisches Dum Dum Laka Laka!
Der erste Schnaps war fällig, bevor es in den gruselig ratternden Beamerflugapparat ging. „Zur Beruhigung“, hat der Mann im schwarzen Anzug gesagt. Den zweiten Schnaps gab es am Flughafen in Bombay. „Als Willkommensgruß“, hat der Mann in der gestreiften Pluderhose gesagt. Ich bin beinahe von einer fliegenden Unterhose getroffen worden, habe mehrmals die Filmklappe für Szene 17 knallen und mir einen indischen Punkt ins Gesicht kleben lassen. Außerdem habe ich zwei Datteln gegessen und den Kassettenrecorder gehalten. Es kann mir also keiner vorwerfen, mich nicht beteiligt zu haben – dabei habe ich wirklich nur das Allernötigste mitgemacht. Und der Wiener Theatertruppe Gods Entertainment kann keiner vorwerfen, ihr Performical „Trans-Europa-Bollywood“ sei zu kopflastig. » weiterlesen
Spielart zeigt „Castle of Dreams“: Wie lautet das erste Gebot des Kapitalismus? Konsumiere bis der Affe in Dir zum Orgasmus kommt!
Karriere, die Umwelt retten, Liebe, Kinder, oder doch ein Haus? In Anbetracht der Tatsache, dass wir vorerst nur dieses eine Leben zur Verfügung haben, kommt man nicht umhin, sich ein, zwei Gedanken zu machen. Wie will ich leben? Wenn dann erstmal ein bisschen Zeit vorbeigerauscht ist, merkt man, dass zwischen Geld verdienen und Geld ausgeben nicht viel Raum bleibt, für das, was wir mal vom Leben wollten, für schöngeistige Ideale zum Beispiel, oder für politisches Engagement über den Wahlzettel hinaus. In seinem Stück „Castle of Dreams“ konfrontiert der japanische Regisseur Daisuke Miura uns mit eben dieser Absurdität. » weiterlesen
Neues vom Spielart-Festival: Wann ist ein Leben mehr als eine Existenz?
Die Leiter Tilmann Broszat und Gottfried Hattinger betonen, sie hätten für das 9. SpielArt-Festival kein Thema gesetzt. Dennoch dominiert die Frage nach Lebensformen, Zukunft, Glück, Sinn der Existenz. Die Untersuchungen könnten nicht konträrer sein als in den beiden Theaterproduktionen aus Japan zur Festival-Eröffnung. » weiterlesen

