Theater
„Vibrator Play“ im Cuvilliéstheater: Allzu routinierter Boulevard, drollig unaufgeklärt
Es gab mal eine Zeit, da glaubte man an die Unterlegenheit des Weibes und die Allmacht der männlich dominierten Technik. Schiffe sollten unsinkbar, Distanzen überwindbar, alle Krankheiten heilbar sein. Vor allem jene weiblichen Störungen, die man unter dem Begriff Hysterie zusammenfasste, angeblich verursacht durch die unterbeschäftigte Gebärmutter: Ein elektronisches Massagegerät sollte die Störungen sanft hinwegvibrieren. » weiterlesen
Alexeij Sagerer mit "Weißes Fleisch" in der Muffathalle: Entsetzen und Eros bei einer magischen Aufführung
In der Muffathalle geben eine nackte Frau und ein Pferd eine infernalische Hochzeit und lassen ein verstörtes Publikum zurück, das allerdings auch nicht immer bei der Sache war. » weiterlesen
Jules Verne am Resi - die Kritik: Dorn war mit Kindertheater besser, die Schauburg ist besser
Das klingt nach Pioniertat: Resi-Intendant Martin Kusej öffnet das große Haus fürs Kindertheater, Tina Lanik inszenierte Jules Vernes Abenteuer-Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ für Menschen von 8 bis 80. Nach dieser Premiere keimt allerdings der Verdacht, dass die Resi-Macher das Kindertheater der letzten 30 Jahre verschlafen haben und nur das geschmähte, aber beliebte Familien-Weihnachtsstück jahreszeitlich flächendeckend in den Spielplan schmuggeln wollen. » weiterlesen
Jules Verne am Resi: Interview mit Johannes Zirner zu seiner Weltreise in 80 Tagen
Heute kann man mit dem Jet den Globus locker in 24 Stunden umrunden. Vor 140 Jahren galten 80 Tage als Weltrekord - mit Zügen, Schiffen, Bussen und zur Not auf Elefanten. Phileas Fogg, der englische Held des 1873 erschienenen Abenteuer-Romans „In 80 Tagen um die Welt“, schließt eine hohe Wette ab, dass er es schafft, diesen Rekord einzustellen. Was ihm trotz aller Widrigkeiten dank weiser Voraussicht und eines finalen Zeittricks des Autors Jules Verne natürlich gelingt. Residenztheater-Intendant Martin Kusej öffnet das große Haus für Kinder- und Jugendtheater: Tina Lanik inszeniert „In 80 Tagen um die Welt“ für Kinder ab 8. » weiterlesen
Maximilian Brückner gibt mit „Magdalena“ sein Regiedebüt am Volkstheater: Ein Vater tötet sein Kind und keiner weiß warum
Mariann hustet. Die Gewissheit, dass sie wegen der Husterei bald sterben muss, bekümmert sie nicht, aber, dass ihr einziges Kind „schlecht worn is“, das treibt sie um und macht sie ganz krank. Also bittet sie den Pfarrer um Rat. Der spricht von „Reichtümern im Himmel“. Doch Mariann ist hartnäckig und bohrt ungläubig hinterher: „Unser Herrgott kann doch nicht so schnell fertig sein mit einem Menschen?“ » weiterlesen
Zeitreise mit Stanislaw Lem im Rationaltheater: Pantalone in Sci-Fi-Hosen
Die Vorleser Jo Vossenkuhl und Hank Flemming luden im Schwabinger Rationaltheater zu einer Zeitreise mit Texten von Stanislaw Lem. » weiterlesen
Armin Petras' Ibsen-Drama "John Gabriel Borkman" in den Kammerspielen: Im Bergwerk der verschütteten Gefühle
Furiose erste Hälfte, dann unbekümmerte Groteske: "John Gabriel Borkman" in den Kammerspielen ist so überdreht wie verwitzelt. Doch das Publikum bei der Premiere ging mit - es gab nur Applaus. » weiterlesen
"Theater der Leere" im Schwere Reiter: In Dorns Rüstung in die Zukunft taumeln
Solche Begrüßungen liebt man: „Hier findet nichts statt. Schön, dass Sie da waren.“ Leere Worte in einem leeren Theater? Der Schwere-Reiter-Raum war jedenfalls übervoll bei der Uraufführung „Theater der Leere“ von Katrin Dollinger und Kai Schmidt. Die beiden Dramaturgen aus der freien Szene haben in ihrem gemeinsamen Projekt Ideen zur Zukunft der Staats- und Stadttheater in eine witzig-intellektuelle „postdramatische Doku-Groteske“ umgeformt. » weiterlesen
Interview mit André Jung zur Ibsen-Premiere an den Kammerspielen: "Alle sind rücksichtslos"
Spätkapitalist oder früher Global Player? Ein Mann, der mit seinen Ideen der Ressourcen-Ausbeutung zu früh kam oder mit seinerHoffnung auf Rehabilitation und Nachruhm zu spät? 1906 schrieb der Norweger Henrik Ibsen „John Gabriel Borkman“, das Porträt eines mächtigen Bankdirektors, der kurz vor seinem größten Spekulanten-Coup wegen Veruntreuung ins Gefängnis muss und danach weiter in einem familiären Gefängnis lebt. An den Kammerspielen inszeniert nun Armin Petras das Drama mit André Jung in der Titelrolle. Am heutigen Freitag ist Premiere. » weiterlesen
"Showcase Beat Le Mot" im Marstall - die Kritik: Da gibt es viel zu sehen, aber wenig zu erleben
Performance goes Staatstheater: Die mutige Idee von Intendant Martin Kusej, das Berliner Kollektiv Showcase Beat Le Mot für sechs Wochen den Marstall nach eigenem Gutdünken bespielen zu lassen, versandete mit der Uraufführung „The Happy Ending of Franz Kafka's Castle“ in einem Paradoxon: unterhaltsamer Langeweile. » weiterlesen

