Karl Stankiewitz über die Eröffnung der ständigen Archiv-Ausstellung im Haus der KunstVielzweck-Tempel im kritischen Rückbau
Die dunkle Bronzetafel ist leicht zu übersehen. Sie steht gleich am Eingang, vielleicht hat man sie auch bewusst so niedrig postiert. Auf ihr sind Namen von deutschen Wirtschaftsführern eingraviert, die damals wichtig waren und meist heute noch glänzen. Sie alle hatten dem Hitler-Staat 1937 finanziell unter die Arme gegriffen, damit dessen erster repräsentativer, protziger Großbau am Rand des Englischen Gartens errichtet werden konnte. Damit begann eine ebenso dunkle wie dramatische, lange verdrängte oder nur in Bruchstücken dokumentierte Geschichte der Architektur und der Kunst in Deutschland. » weiterlesen
Heute ein Mozart
Stephan Kimmigs "Liliom" an den KammerspielenIch klau dir einen Stern!
Andreas Zavoczki alias Liliom bleibt auch fernab vom Stadtwäldchen ein unverbesserlicher Galgenvogel: Stephan Kimmig treibt an den Münchner Kammerspielen Molnars Vorstadtlegende "Liliom" jegliche Budapester Atmosphäre aus - und beweist in betont nüchterner Umgebung die Zeitlosigkeit dieses Klassikers. » weiterlesen
15 Jahre Kurzfilmfestival „Bunter Hund“ im WerkstattkinoHasso wedelt munter weiter
Auch Hunde werden alt. Mit 15 Jahren kann es schon bald vorbei sein im Leben eines Vierbeiners. Nicht so beim „Bunten Hund“: Das Internationale Kurzfilmfestival feierte sich selbst und seine Siegerfilme aus den vergangenen 15 Jahren mit einem Geburtstagswochenende (07. / 08. März 2014) im Münchner Werkstattkino. » weiterlesen
Shakespeares "Wintermärchen" von Christian Stückl am VolkstheaterVom Familiendrama mit Suff und Puff zur Proll-Party
„Papa ist blöd“ malt der kleine Mamillius an eine Glastür. Recht hat er: Wie sein Vater Leontes aus Eifersucht die Familie zerstört, ist idiotisch. Christian Stückl hat im Volkstheater Shakespeares vorletztes Stück „Das Wintermärchen“ inszeniert, eine Mischung aus Komödie, Tragödie, Schäferspiel und Märchen. Von knapp drei Stunden ist allerdings nur die Hälfte geglückt. » weiterlesen
Artistengruppe "Québec 2nd Avenue" im GOP-Varieté-TheaterVolltreffer!
Eine aufgelassene Kirche als Artistenschule? Das gibt es: In „Québec 2nd Avenue“. Dort haben Künstler vor Jahren eine vom Abriss bedrohte Kirche renoviert und darin die „École de Cirque de Québec“ eingerichtet. Sowas schweißt zusammen: Die hier ausgebildeten Zirkusartisten sind eine Künstlerfamilie. GOP-Chef Werner Buss hat sie entdeckt und beauftragt, für seine deutschen Varieté-Theater eine Show zu entwickeln. Die hatte in München Premiere und bringt einen kanadischen Wind ins Genre, der alles Glamour-Getue herzerfrischend witzig wegpustet. Unterhaltung vom Feinsten – mit tollen Virtuosen. » weiterlesen
Ihr habt alle Angst ... (Teil 2 von 2)
Steven Scharf im Interview zu "Liliom" in den Kammerspielen"Da leuchtet was auf, was uns allen begegnen kann"
Hutschenschleuderer sind in Wien die Animateure in den Fahrgeschäften des Praters. Weil das Wort gar so schön ist, blieb es als Berufsetikett an Molnárs traurigem Helden Liliom haften. Im Deutschen wird das immer als Schiffschaukelschleuderer erklärt - sogar im Pressetext der Kammerspiele. Was in Bezug aufs Stück falsch ist. Eine Hutschen ist zwar laut Duden eine Schaukel, aber Liliom lockt im Ringelspiel, dem Karussell, die Leute an. Alfred Polgar hat vor über 100 Jahren „Liliom“ aus Budapest ins Wienerische Ambiente übersetzt, seitdem gilt es als austriakisches Volksstück. Und die gemeinsame Sprache, die Österreich und Deutschland trennt, zementierte wohl das Missverständnis. » weiterlesen
Ihr habt alle Angst ... (Teil 1 von 2)
Der Start der Abendzeitung - ein Rückblick aus gegebenem AnlassAls das Blei floss und Kohle vorhanden war
Die Münchner Abendzeitung hat Insolvenz angemeldet. Ob sie noch länger als einige Wochen erscheinen wird, ist ungewiss. Die Zeitungslegende mit trauriger Gegenwart hat früher Maßstäbe im Journalismus gesetzt. Das ist sehr lange her. Karl Stankiewitz war bei der Gründung der Abendzeitung als Jungredakteur dabei. Der heute 85-Jährige hätte wohl nie gedacht, dass er auch einmal das mutmaßliche Ende seiner damaligen Zeitung wird erleben müssen. Hier erinnert er sich noch einmal an die ersten Stunden. (gr.) » weiterlesen




