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Theater

Zum Tod der Kritikerin Sigrid HardtAls die Sterne noch leuchteten

von Michael Grill am 17.01.2013

Diese Stadt München ist voller alter Geschichten, in denen eine Zeitung eine Rolle spielt, die alle mochten: Die schnell war und seriös, unterhaltsam und charmant, ernsthaft und engagiert. Die Reporter, Redakteure und Kritiker hatte, die mal besser und mal schlechter schrieben, aber für die die Suche nach Wahrheit nichts Lächerliches, sondern etwas Erstrebenswertes war und die Kulturjournalismus als Obsession betrieben und das auch durften. Eine Redaktion voller Sterne, die stolz war auf ihre Schreiber und Querköpfe, und die nicht als Contentmaschine von willfähigen Chefs und Eignern bis zur Stromlinienförmigkeit heruntersaniert worden war. In einer solchen Zeitung arbeitete Sigrid "Sigi" Hardt.     » weiterlesen


Fastfood Improcup 2013 Im SchlachthofVon der Spinne zu Spiderman

von Angelika Irgens-Defregger am 15.01.2013

Stehgreiftheater als sportlicher Wettkampf - das Viertelfiliale des Fastfood Improcup 2013 im Schlachthof gewann das Duo "Bühnenpolka" - der Applaus des Publikums gab den Ausschlag.     » weiterlesen


"Closer" im Pepper TheaterKraftausdrücke wohldosiert, und auch sonst: Very British

von kulturvollzug am 13.01.2013

Der aus seinen Arbeiten in der Pasinger Fabrik bekannte Peter Bishop hat das Wagnis auf sich genommen, mit zwei englischsprachigen und zwei deutschsprachigen Schauspielern das Stück "Closer"  in englischer Sprache zu inszenieren, was ihm erstaunlich gut gelungen ist.     » weiterlesen


„Danz Mathilda“ in der DrehleierWirtshaus? Musical? - Unter jedem Dach ist ein Ach!

von Michael Wüst am 31.12.2012

Natürlich sind die Brettlbühnen längst verschwunden. Bestenfalls wiederkehrend in überseeischem Neo-Bavarismus. Verschwunden wie ihre Heimat, die Vorstädte - verformt, amalgamiert, upgedated von der Gentry des Spekulantenadels. Dennoch, in einem Haidhausen der Erinnerung fand mit dem Wirtshausmusical „Danz Mathilda“ in der Drehleier an der Rosenheimer Straße ein schräg charmanter Brettlabend statt. Bei Sex und Crime knarzte es gehörig. Das Wirtshausmusical von Hubbi Schlemer ist „ausnehmend eindringlich“.     » weiterlesen


Herbert Fritsch mit Gogols "Revisor" am ResiBunter Sex in hübscher Stilisierung

von Gabriella Lorenz am 29.12.2012

Das Beste ist die Applausordnung. Da reißen die Musik und das Getänzel der Schauspieler alle Zuschauer so mit, dass keiner mehr Buh schreien mag. Theatermacher wissen, dass eine effektvolle Applausordnung die halbe Miete ist. Herbert Fritsch hat das perfektioniert und zum Markenzeichen gemacht: Im München ließ er sich beim Premieren-Beifall von den Schauspielern überrennen und verschwand im Pulk, ehe er sich wieder aufrappelte. Alles sorgsam inszeniert. Das Publikum jubelte. Nur Bravos, kein Buh. So ist Herbert Fritsch, der mit seinen entfesselten Extemporés lange der Schauspieler-Star an Frank Castorfs Berliner Volksbühne war und seit einigen Jahren seinen Spaß-Terrorismus höchst erfolgreich auch als Regisseur verbreitet, nun angekommen und weich gelandet im Münchner Residenztheater. Er inszenierte Nikolai Gogols satirische Komödie „Der Revisor“ aus dem Jahr 1836 so schrill, grell und grotesk, wie man es von ihm erwartete.     » weiterlesen


"Rigoletto"-Premiere in der StaatsoperTriumph für Verdi in ungereimter Szenerie

von Volker Boser am 18.12.2012

Sieben Jahre nach der umstrittenen Inszenierung von Doris Dörrie hat sich die Bayerische Staatsoper entschlossen, Verdis „Rigoletto“ wieder für das Repertoire zu entdecken. Schließlich wird im nächsten Jahr der 200. Geburtstag des Komponisten gefeiert. Angeleitet von einem Regie-Team aus Ungarn darf der Womanizer und Herzog von Mantua nun erneut beklagen, wie trügerisch Frauenherzen sind. Wenn das so verführerisch geschieht wie diesmal durch den maltesischen Tenor-Star Joseph Calleja, dann muss man einfach kapitulieren. Vergessen waren alle szenischen Ungereimtheiten. Verdi triumphierte.     » weiterlesen


Honeggers "Johanna" vom GärtnerplatztheaterKonzertant brennen mit sparsamen Lichteffekten

von Volker Boser am 18.12.2012

Aus der Not, sein eigenes Haus wegen Renovierungsarbeiten nicht bespielen zu können, macht Gärtnerplatzchef Josef E. Köpplinger eine Tugend. Honeggers Oratorium „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ fand in der Alten Kongreßhalle auf der Theresienhöhe einen angemessenen Ort. Die konzertante Aufführung, durch sparsame Lichteffekte (Max Keller) angereichert,  zeugte eindrucksvoll von den Qualitäten der hauseigenen Kräfte. Chor, Kinderchor und Orchester des Theaters am Gärtnerplatz präsentierten sich optimal vorbereitet. Und auch die Auswahl der Solisten überzeugte.     » weiterlesen


"Die Anarchistin" am ResidenztheaterDuell der Königinnen nach 35 Jahren Knast - Premiere abgebrochen!

von Gabriella Lorenz am 17.12.2012

Die Premiere des Stücks "Die Anarchistin" von David Mamet am vergangenen Samstag (15.12.12) musste wegen eines Schwächeanfalls von Cornelia Froboess nach einer halben Stunde abgebrochen werden. Der Schauspielerin soll es inzwischen wieder besser gehen. Wenn es die Gesundheit der Hauptdarstellerin zulässt, wird das Residenztheater die nächste reguläre Vorstellung zur Premiere machen. Wir haben vor dem ursprünglich vorgesehenen Start mit Regisseur Martin Kusej gesprochen.     » weiterlesen


Philip Deckers "Fear no Fear" in der Halle 7Interaktives Theater mit Gruseleffekt

von Olga Levina am 13.12.2012

"Fear No Fear – Der Angst auf der Spur" ist ein Projekt des Regisseurs Philip Decker. Das Theaterstück zeigt, dass Angst immer immanent ist. Sie schreckt nicht nur ab, sondern fasziniert auch. Es geht um unterdrückte Emotionen, Leistungsdruck und Wutausbrüche. Um Alpträume und Angstzustände, die im Wahnsinn münden. Gespielt wird an verschiedenen Stationen in der und um die Halle 7, was Interaktivität möglich macht – sie gewähren darüber hinaus Zutritt zu für Besucher normalerweise nicht zugänglichen Räumen.     » weiterlesen


Wedekinds "Franziska" in den KammerspielenJubiläums-Slapstick aus der Mottenkiste - noch nicht mal ein Skandälchen

von Gabriella Lorenz am 11.12.2012

Das gab Skandal und jede Menge Ärger mit der Zensur - schon Wochen vor der Uraufführung am 30. November 1912 in den kurz zuvor neu eröffneten Münchner Kammerspielen. Genau das wollte der Autor Frank Wedekind: Bürger schrecken, Tabus brechen, revoluzzen um jeden Preis. In sein Drama „Franziska“ packte er eine Provokation nach der anderen: Freie Liebe, Nacktheit auf der Bühne, politische Kritik, frühen Feminismus. Die glückliche, alleinerziehende Mutter am Ende erspart uns Andreas Kriegenburg netterweise durch Streichung des 5. Aktes in seiner ironischen Reverenz-Inszenierung zum 100. Geburtstag der Kammerspiele.     » weiterlesen


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