Theater
"Grenzgänger"-Theatertage des TamsSie lassen uns in ihre Welt
Was passiert, wenn das Ei nicht so will wie der Meisterkoch? Und der Teig davonrennt? Daraus macht das Mezzanin Theater aus Graz in „Tarte au chocolat“ ein Slapstick-Stück. Und eröffnet damit die „Grenzgänger-Theatertage“ im Schwabinger TamS-Theater, die TamS-Leiterin Anette Spola zum vierten Mal veranstaltet. Ein Festival für integrative Theatergruppen, in denen behinderte und nichtbehinderte Künstler Selbstbestimmung, Chancengleichheit und Integration praktizieren. » weiterlesen
Kammerspiele mit "sibirischem Zirkus" Macho-Show in der Sauna - wer Dostojewksi pur erwartet ist verkehrt
Wo ein Finne ist, darf eine Sauna nicht fehlen. Und wenn „Der imaginäre sibirische Zirkus des Rodion Raskolnokow“ des finnischen Autors und Regisseurs Kristian Smeds in der Spielhalle Station macht, muss man sie eben dort bauen. Zum Schwitzen bringt den Zuschauer nur der erste Teil, mit einer Ausnahme der zweite. » weiterlesen
"Don Giovanni" in AugsburgEin Krisperl auf dem Weg zur Hölle
Opern, in denen die Akteure den Schluss nicht erleben, weil sie an Herzeleid gestorben sind oder böse gemeuchelt wurden, mit einer stummen, schwarz gekleideten Gestalt zu bereichern - diesen Einfall hat das Theater Augsburg längst nicht mehr exklusiv. » weiterlesen
"Der Widerspenstigen Zähmung" im ResiSchlammschlacht im Regen - bevor sie sich kriegen
Sie wissen beim ersten Wort, dass es Liebe ist: Aber weil der ebenbürtige Stolz von Katharina und Petrucchio kein Eingeständnis zulässt, muss für die Gesellschaft erstmal das Shakespeare-Spiel "Der Widerspenstigen Zähmung" gespielt werden. Das ist beim Saisonstart im Residenztheater keine Komödie, sondern in der Regie von Tina Lanik eine Schlammschlacht im Wortsinne. Wer als Kind nicht im Dreck spielen durfte, mag sich freuen. Wer die Ästhetik der Hässlichkeit nicht schätzt, leidet. Dennoch großer Beifall für die Schmuddelkinder Shenja Lacher und Andrea Wenzl. » weiterlesen
Barbara Wysocka mit Büchner/Berg im WerkraumWoyzeck im Wasser
Dieses Experiment fällt nur scheinbar ins Wasser: Barbara Wysocka steckt Büchners Fragment mit Alban Bergs "Wozzeck-Musik" unterlegt als "Woyzeck/Wozzeck" erfolgreich ins Plantschbecken. Im Werkraum der Kammerspiele ist mit Kristof Van Boven und seinen Mitspielern ein Ensemble zu sehen, das diese Kombination in trockene Tücher bringt. » weiterlesen
Williams "Orpheus" in den KammerspielenDer Fremde in der Schlangenhaut
Jubel und langer Beifall zum Auftakt in die Jubiläumssaison: Mit Tennessee Williams selten gespieltem frühem Drama "Orpheus steigt herab" sorgte Regisseur Sebastian Nübling für einen einigermaßen düsteren, aber durchaus gelungenen Abend - wenige Tage vor dem hundertsten Geburtstag der Kammerspiele. » weiterlesen
Saisonstart mit "Moses" im VolkstheaterBoatpeople auf dem Weg nach Zion
Das Stück könnte ein Renner vor allem beim jungen Publikum werden: Mit Simon Solbergs "Moses", einem "Mash-up-Musical", startete die junge Truppe des Münchner Volkstheaters flott, trashig und mit vielen Bezügen zur Gegenwart in die neue Spielzeit. » weiterlesen
Wiebke Puls über "Orpheus steigt herab""Es sind zwei Opfer, die sich mit unheimlichen Reibungen annähern"
Eine Lady ist sie nicht, sie heißt nur so. Mit Vornamen. Lady ist die italienische Frau des weit älteren Dorf-Tycoons Jabe Torrance und führt in dem Südstaaten-Kaff Two River County (Zweistromland!) einen Kramerladen. Autor Tennessee Williams schickt ihr einen fremden jungen Mann mit Schlangenleder-Jacke und Gitarre zu Hilfe. Val erweckt die seelisch verhungerte Lady zu neuem Leben - wie einst Orpheus mit Lyra und Gesang seine tote Eurydike. Wer den Mythos kennt, weiß, dass das nicht gut ausgeht. Ein Interview mit Wiebke Puls, die in "Orpheus steigt herab" in den Kammerspielen die Lady spielt. » weiterlesen
Ibsens "Peer Gynt" in SalzburgEin Rockstar auf popbunter Weltreise-Revue
PG ist ein Rockstar. In hautengen Gold-Glitzer-Hosen röhrt er Songs von Iggy Pop, die dieser extra für ihn geschrieben hat. Er hampelt herum wie Mick Jagger, lässt sich in der Afterparty von Groupies betatschen und gibt in der Pressekonferenz das arrogante Weltruhm-Arschloch, das besoffen und bekifft jede Bodenhaftung verloren hat. » weiterlesen
Hacking Wagner bei den Opernfestspielen"U-Boote dürfen die Deutschen liefern, aber keinen Wagner"
Es ist ein schier unerschöpfliches Thema: Warum tut man sich in Israel so schwer, die Musik Richard Wagners zu akzeptieren? Saar Magal fand die nicht enden wollende Diskussion darüber offenbar so interessant, dass sie beschloss, dazu einen Theaterabend beizusteuern: „Hacking Wagner“ nennt sie ihre Performance, die jetzt von der Bayerischen Staatsoper als Teil des „Rund um den Ring“ -Programms der Münchner Opernfestspiele im Haus der Kunst uraufgeführt wurde. » weiterlesen

