Theater
Kammerspiele mit Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt"Stilisierte Kapitulation vor der Kleinstadtenge
Letztlich ist diese Aufführung ein Fake. Der Ton ist Voll-Playback: Kompliment an den Sounddesigner Richard Janssen. Die Schauspieler, die dazu Sprechen mimen müssen, stehen wie ausgestopfte Zweibein-Tiere starr glotzend herum, dürfen ab und zu Kopf und Hand bewegen sowie gar - Extrem-Action! - einige Schritte gehen oder umfallen. Wenn man das auf Video zeigte, hätten die bedauernswerten Darsteller einen freien Abend, und die Zuschauer dann auch, weil sie schnell flüchten könnten, ohne zu stören. Denn das trauten sich in der Kammerspiele-Premiere „Fegefeuer in Ingolstadt“ nur wenige: Das Münchner Publikum ist erstaunlich geduldig und leidensfähig. » weiterlesen
Cornelie Müllers "Schwanenflug" im TamSDamen treffen Figurinen - rätselhaft, poetisch und wunderschön
Einst lebte ich als Schwan“, erzählt eine Darstellerin. Dieser Schwan endete schwarz verbrannt auf einer Speiseplatte. In ihrem neuen Stück „Schwanenflug“ stellt die Musik-Theater-Frau Cornelie Müller (Text und Inszenierung) drei Künstlerinnen auf die Bühne des TamS, die den Schwanenflug wagten und ohne Rücksicht auf Konventionen lebten und arbeiteten. Wer sie sind, verrät die Aufführung nicht, auch nicht, warum sie so wunderliche Dinge treiben. Doch entstand daraus ein schwebeleichtes, musikalisches Theatergedicht besonderer Art. » weiterlesen
Teil 3 von "Prinz Eisenherz" in der SchauburgEpisch und poetisch auf Sinnsuche
Willkommen in den 1968ern: Da kommt Prinz Eisenherz - jedenfalls mental - an im dritten Teil der Abenteuer-Saga, die Peer Boysen nach der Comic-Serie von Hal Foster in der Schauburg seit zwei Jahren schreibt und inszeniert. Was Eisenherz nun nach Kindheits-Traumata und ersten Liebes-Verletzungen umtreibt, ist „Die Suche nach dem Gral“. Und die meint die Suche nach dem Sinn des Daseins. » weiterlesen
Homburg ohne TraumWillst du Mensch sein oder Soldat?
Erst gewinnt der Prinz für seinen König eine Schlacht, dann verliert er dafür sein Leben. Eine Inszenierung an den Kammerspielen zeigt spielerisch den unlösbaren Konflikt zwischen Gefühl und Gehorsam. » weiterlesen
"Lola Montez" im CuvilliéstheaterViel Leerlauf und noch mehr Krach
Das wahre Leben der falschen Lola Montez war zweifellos aufregender als diese Aufführung im Cuvilliéstheater. Nicht mal die Pikanterie, dass die selbsternannte Anadalisierin aus Irland in der Audienz vor Ludwig I. den Busen entblößte, um tänzerische (!) Qualität zu beweisen, gönnen Jürgen Kuttner und Tom Kühnel in ihrer "Lola Montez"-Inszenierung dem Publikum. » weiterlesen
Gehlers "Werther" am VolkstheaterMechanik, sonst nichts mehr
Witzig, flott - und erstaunlich steril: In seinem "Werther" am Volkstheater versagt sich Jan Gehlen jede Romantik. Und stellt uns damit vor die Frage, was uns die Geschichte des jugendlichen Stürmers und Drängers heute überhaupt noch sagen soll. » weiterlesen
Dürrenmatt bei Heppel & EttlichGemeines Schachern im Singspiel
Frank Dürrenmatts schwarze Kabarett-Komödie „Frank V.“ passt wie die Faust aufs Auge zur Bankenkrise: Gemeiner als in dieser „Oper einer Privatbank“ (so der Untertitel) mit Musik von Paul Burkhard kann man Geldgier, Betrug und mörderische Schacherei nicht darstellen. » weiterlesen
Stück von Nis-Momme Stockmann in der Halle 7Und jenseits der Schnellstraße keine Zukunft
Abgesang auf eine Utopie in der Halle 7: Mit Nis-Momme Stockmanns "Der Freund krank" mutet Alex Novak dem Publikum einen düsteren Monolog auf den Abstieg einer Stadt und das Ende unserer Träume zu. » weiterlesen
"Das Gras ist grüner" im Bayerischen HofWenn die Kuckucksuhr nach Anja Kruse ruft
Wer in den besten Jahren ist, hat die guten schon hinter sich. Wie das verarmte Grafenpaar, das seinen Adelssitz für Touristen öffnen muss. Dabei dringt ein reicher Ami neugierig in die Privatgemächer ein und stört die eheliche Ruhe. Denn die Dame des Hauses findet plötzlich: „Das Gras ist grüner“ auf der anderen Seite des Zaunes. » weiterlesen
Holger Dreissigs "Zeitmaschine"Utopien der Titanic
„Zeitreisen ist gefährlich“, weiß Holger Dreissig. Warum, erfährt man in seinem neuen Theaterstück „Zeitmaschine“ im i-camp. » weiterlesen

