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Theater

"Prinz Friedrich von Homburg" in SalzburgPsychoduell auf verbrannter Erde

von Gabriella Lorenz am 31.07.2012

Mit einem Paukenschlag, einem ganz leisen, endet Andrea Breths Inszenierung "Prinz Friedrich von Homburg" im Salzburger Landestheater. Man braucht einige Sekunden, um zu begreifen, dass der Titelheld tot ist. „Die Freude tötet ihn!“, ruft seine Braut Natalie, als Homburg - unversehens vor seiner erwarteten Hinrichtung gerettet und als Sieger der Schlacht von Fehrbellin gefeiert -  in Ohnmacht fällt. Die Regisseurin nimmt den Satz wörtlich. Noch einmal erwacht Homburg: „Ist es ein Traum?“ Dann fällt er zurück  - in ewige Traumlosigkeit     » weiterlesen


"Kleist oder das absolute Ich" im i-campWahnsinn der Freiheit

von Gabriella Lorenz am 30.07.2012

Im Trippel-Trab tänzelt ein Mann durch den schwarzen, leeren Raum, will dauernd etwas erhaschen wie ein Schmetterlingsfänger. Der Glückssucher erbeutet nur Zettel mit allen möglichen National-Varianten des Namens Katharina. Und landet bei Käthchen - dem von Heilbronn. Des Dichters Heinrich von Kleist, der 1811 eine Freundin und sich selbst erschoss, haben im vergangenen Kleist-Jahr viele Theater mit Aufführungen gedacht. Aber George Froscher forscht in seiner neuen FTM-Produktion „Wahnsinn der Freiheit - Kleist oder das absolute Ich“ im i-camp nach Kleists sexueller Identität - aufgrund von dessen Briefen.     » weiterlesen


"Tosca" bei den OpernfestspielenEin Rocker in der Engelsburg - Bryn Terfel mit starkem Auftritt

von Volker Boser am 25.07.2012

Es war einmal guter Brauch, da wurde bei den Münchner Opernfestspielen vor allem den Hausgöttern Wagner und Richard Strauss gehuldigt. Puccinis reißerischer Politkrimi "Tosca" kam eher selten vor. Doch die Zeiten haben sich geändert.     » weiterlesen


Bergmanns "Persona" im Marstall - Die KritikEkstase der Verzweiflung und Gewalt - Wie ein Regiekonzept nicht aufgeht

von Gabriella Lorenz am 24.07.2012

"Guten Tag, Frau Vogler. Ich bin Schwester Alma." Vier Mal nähert sich die Pflegerin in verschiedensten Modulationen ihrer neuen Patientin. Sie erntet nicht einmal einen Blick. Die berühmte Schauspielerin Elisabet Vogler hat plötzlich aufgehört zu sprechen. Sie ist gesund - aber verweigert jeden Kontakt.     » weiterlesen


Psycho-Duell "Persona" kommt in den Marstall„Was bedeutet es, wenn jemand schweigt?" - Ein Experiment zwischen zwei Sprachen

von Gabriella Lorenz am 22.07.2012

Wenn wir im Deutschen von einer Person sprechen, meinen wir einen Menschen. Das lateinische Ursprungswort Persona bezeichnet aber die Maske eines Schauspielers: Durch die ließ der Darsteller seine Rolle hindurchtönen (personare). Den doppeldeutigen Begriff umkreist Ingmar Bergmans Film „Persona“ von 1966.     » weiterlesen


"Antonius und Cleopatra" in OberammergauMit bairisch gerolltem "R" bis an die Grenzen der Laienkunst

von Gabriella Lorenz am 21.07.2012

So düster hat man sich den Nil und seine Ufer nie vorgestellt: Vor einer dunklen Pyramide ergießt sich schwarzer Sand über rote Stufen, begrenzt von Palmen. Davor sprudelt bei sexuellem Bedarf ein Springbrunnen, in dem das Liebespaar Antonius und Cleopatra sein Lust-Mütchen kühlt. Ganz schön gewagt, was Bühnenbildner Stefan Hageneier und Regisseur Christian Stückl da auf die Breitwandbühne des Oberammergauer Passionstheater wuchten.     » weiterlesen


"Orlando" im Theater Viel Lärm um Nichts500 Jahre im Parforceritt inclusive Geschlechtsumwandlung

von Gabriella Lorenz am 16.07.2012

Katrin Wunderlich führt uns einen Mann vor, der sich hochschläft und plötzlich zur Frau mit Kinderglück wird.     » weiterlesen


Shakespeare im Passionstheater OberammergauStückl inszeniert "Antonius und Cleopatra" im Passionstheater - Ein Spiel um Liebe und Macht

von Gabriella Lorenz am 13.07.2012

Wer denkt bei Antonius und Cleopatra nicht sofort an Liz Taylor und Richard Burton? Der Historienschinken „Cleopatra“ von Joseph L. Mankiewicz machte die beiden 1963 zu Ikonen im kollektiven Film-Bewusstsein. Man kann sie sich allerdings nur schwer vor einer Alpenkulisse vorstellen. Aber genau dahin platziert Regisseur Christan Stückl das Skandalpaar, und dann auch noch in ein biblisch geprägtes Umfeld: Ins Oberammergauer Passionstheater.     » weiterlesen


Interview zu "Böse Buben / Fiese Männer""Der Keller ist die Domäne des Mannes"

von Gabriella Lorenz am 12.07.2012

Manche Menschen stochern gern in psychischen Abgründen. So wie Ulrich Seidl: Der 59-jährige Wiener lotet in Dokumentar- und Spielfilmen wie „Hundstage“ oder „Paradies: Liebe“ immer die dunklen, verdrängten und tabuisierten Seiten des Menschen aus.     » weiterlesen


"Wunschkonzert" im WerkraumRegisseur verheizt seine Protagonistin - noch eine Kammerspiel-Pleite

von Gabriella Lorenz am 06.07.2012

Als Franz Xaver Kroetz 1971 sein stummes Stück "Wunschkonzert" entwarf, hießen ledige Frauen in Deutschland noch Fräulein. Das Fräulein Rasch, das bei der Stuttgarter Uraufführung 1973 nach einem gewissenhaft verbrachten letzten Lebensabend Schlaftabletten schluckte, nennt David Heiligers in seiner Werkraum-Inszenierung nun Frau Rasch. Egal. Nicht egal ist, dass der Regisseur den realistischen Vorgaben des Autors nicht traut.     » weiterlesen


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